Taschengeld für Kinder

Taschengeld ist sehr wichtig für Kinder, um den Umgang mit Geld zu lernen. Allerdings müssen Eltern einiges beachten, damit dieser erzieherische Aspekt überhaupt eintreten kann. Tipps finden Sie hier.

Kinder können Taschengeld zum Beispiel im Sparschwein sparen.

Kinder lernen durch Taschengeld, wie sie mit Geld umgehen sollen.

Viele Eltern fragen sich: «Warum soll mein Kind denn Taschengeld bekommen? Alles was es braucht, bekommt es von mir!» Im Prinzip ist diese Argumentation richtig. Eltern sorgen im Allgemeinen für die Rundumversorgung ihres Kindes: Kleidung, Essen, Schulbedarf, zum Geburtstag und zu Weihnachten neue Spielsachen.

Taschengeld ist nicht existenziell wichtig, dafür pädagogisch gesehen umso mehr. Kinder lernen den Wert des Geldes kennen. Es bleibt für sie kein abstrakter Begriff. Das Kind entwickelt ein Gefühl für viel und wenig, teuer und billig. Wer als Erwachsener an seine Kindheit zurückdenkt, erinnert sich bestimmt an kleine Heiligtümer oder Kostbarkeiten, welche damals die Welt bedeuteten, für die Eltern hingegen nichts als nutzloser Kram waren. Eltern können nicht alles verstehen, müssen es aber auch nicht. Dennoch sollten sie ihren Kindern genügend Raum für eigene Entscheidungen lassen.

Für die 32-jährige Beate sind Überraschungseier nichts anderes als ein pures Ärgernis: «Die Verpackungshülle liegt überall herum, das Spielzeug ist fünf Minuten aktuell, dann landet es irgendwo und ich darf es einsammeln!» Ihr sechsjähriger Sohn sieht das ganz anders. Die Schokoeier mit dem spannenden Inhalt sind für ihn kleine Alltagsfreuden. Die Schokolade schmeckt und es macht Spass, den Inhalt zusammenzubauen. Beate würde ihrem Sohn so etwas nie kaufen, deshalb gibt es Taschengeld. Kinder können sich mit ein paar Münzen in der kleinen Hand unabhängig und autark fühlen. Das Geld gehört ihnen. Sie allein entscheiden, ob das Geld für was «Grösseres» gespart wird oder ob es komplett in Überraschungseier investiert wird.

Kinder, welche schon im Primarschulalter über Taschengeld verfügen, sind später, ihren «mittellosen» Klassenkameraden klar im Vorteil. Wer schon in jungen Jahren lernt, was Geld ist und wie man damit umgehen muss, kommt meist im Erwachsenenalter besser zurecht. Wer als Kind kontinuierlich sein eigenes Geld verwaltet, kommt erst gar nicht in die Versuchung das erste Ausbildungsgehalt zu verprassen. Denn eigenes Geld zu besitzen, ist nichts Neues oder Reizvolles mehr, sondern bereits Gewohnheit. Also verschafft Taschengeld nicht nur positive Erlebnisse, sondern wappnet auch fürs Leben. Wenn der neunjährige Simon sein wöchentliches Budget schon am Montagmorgen am Kiosk liegen lässt, muss er damit leben, dass die restlichen Tage Ebbe im Portemonnaie herrscht. Auch dann, wenn seine Mitschüler nach dem Mittagsunterricht spontan beschliessen ein Eis zu kaufen und er als einziger auf die kühle Erfrischung verzichten muss. Solch ein Frustrationserlebnis bewirkt mehr als endlose Predigten von Seiten der Eltern zum Thema sparen und Geld einteilen.

Erziehungsberatungsstellen geben bestimmte Richtwerte zur Orientierung der Höhe des Taschengelds an. Für Kinder unter zehn Jahren eignet sich eine wöchentliche Auszahlung. Gerade jüngere Kinder haben Schwierigkeiten, über einen ganzen Monat hinweg zu planen. Damit es mit der finanziellen Orientierung im späteren Leben klappt, können bereits Elfjährige lernen, ihr Geld über einen monatlichen Zeitraum einzuteilen. Wenn Sie allerdings feststellen, dass Ihr Kind damit noch komplett überfordert ist, versuchen Sie vorübergehend das Taschengeld alle zwei Wochen auszuzahlen. Diese Spanne ist überschaubarer. Spätestens ab 14 Jahren sollten Kinder eine monatliche Auszahlung bekommen.

Den grösstmöglichen Gewinn zu erzielen, ist für Erwachsene eine regelrechte Sportart, sei es beim Gehaltspoker oder beim Gebrauchtwagenverkauf. Deshalb ist es verständlich und nachvollziehbar, dass der eigene Nachwuchs bei der Höhe des Taschengeldes um jeden Franken feilscht. Richtlinien über die Auszahlungshöhe sind immer nur eine Orientierungshilfe: Eltern sollten die Höhe des Taschengeldes individuell bestimmen. Was verkraftet das eigene Portemonnaie? Natürlich wird der Sohn/die Tochter nur von Jana erzählen, die viel mehr Geld erhält. Dass Jenny hingegen nur ab und an etwas Geld zugesteckt bekommt, wird er/sie gekonnt verschweigen.

Hören Sie sich deshalb lieber selbst in Ihrem Bekanntenkreis um, welches Kind wie viel bekommt. Nicht zu den «Top Ten der Taschengeldverdiener» zu gehören, schadet Kindern nicht. Im späteren Leben wird ein Koch auch weniger verdienen als ein Rechtsanwalt. Egal wie hoch das Taschengeld Ihres Kindes ausfällt, das Wichtigste ist, dass es sich nach der Auszahlung im Besitz des Nachwuchses befindet. Jetzt kann es damit machen was es will, denn Ihr Chef kontrolliert ja auch nicht, ob Sie Ihr Gehalt für sinnvolle Sachen ausgeben. Oder?

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