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Zyklus im Griff! So führst du einen Fruchtbarkeitskalender – und erkennst deinen Eisprung

Du willst wissen, wann dein Eisprung stattfindet? Dann beobachte deinen Zyklus. Mit einem Fruchtbarkeitskalender behältst du den Überblick. Ein solcher Eisprungkalender hilft nicht nur allen, die schwanger werden wollen, sondern jeder Frau, die genauer wissen will, was die Hormone mit ihrem Körper machen. So funktioniert's.

Mit dem Fruchtbarkeitskalender lassen sich die fruchtbaren Tage berechnen.
Um einen möglichst genauen Fruchtbarkeitskalender zu erstellen, solltest du deine Zyklusdaten festhalten. Foto: ViDi Studio, iStock, Getty Images Plus

Kleine Warnung vorweg: Ein Fruchtbarkeitskalender ist keine Verhütungsmethode! Das blosse Zählen von Tagen – fachlich Ogino-Knaus-Methode – gilt bei Sexuelle Gesundheit Schweiz ausdrücklich als unsichere Methode und sollte nie gewählt werden, wenn eine Schwangerschaft auf keinen Fall in Frage kommt [2]. Der Kalender hilft dir aber dabei, deinen Zyklus besser kennenzulernen und mehr auf deine körperlichen Symptome zu hören. Für Frauen mit einem regelmässigen Zyklus sind Handhabung und Berechnung natürlich einfacher. Bevor du deinen eigenen Fruchtbarkeitskalender startest, solltest du aber das eine oder andere über den weiblichen Zyklus wissen. Alles Wichtige dazu findest du weiter unten in unserem Artikel.

Für wen sich der Fruchtbarkeitskalender eignet

Der Fruchtbarkeitskalender ist ein praktisches Hilfsmittel für Frauen, die gerne schwanger werden möchten, aber auch für Frauen, die ihren Körper und Zyklus besser verstehen wollen. Mit seiner Hilfe lassen sich die fruchtbaren Tage eingrenzen, was der Erfüllung eines Kinderwunsches dienlich ist.

Zum Verhüten taugt er dagegen nicht. Krankheit, Stress, Reisen oder Müdigkeit verschieben den Zeitpunkt des Eisprungs, und deshalb gibt es bei einer reinen Berechnung keine Sicherheit [2]. Etwas anderes sind die natürlichen Methoden der Familienplanung wie die symptothermale Methode: Sie kombinieren mehrere Körperzeichen, wollen über drei bis sechs Monate erlernt sein, verlangen in den fruchtbaren Tagen Verzicht oder ein Kondom und sind bei unregelmässigen Zyklen, kurz nach einer Geburt und zu Beginn der Wechseljahre ungeeignet [3]. Einen Überblick dazu findest du in unserem Artikel zur hormonfreien Verhütung.

Einen Fruchtbarkeitskalender kannst du analog führen, also mit einem Notizbuch, oder auf dem Handy. Es gibt auch verschiedene Apps, die helfen, den Zyklus zu tracken. Mit dem Beobachten deines Zyklus beginnst du am besten am ersten Tag der Periode.

Eisprungrechner: So genau ist der Onlinerechner

Du willst nur deinen Eisprung berechnen? Ein Eisprungrechner hilft dir dabei. Für die Berechnung im Onlinetool brauchst du nur die wichtigsten Eckdaten: deine durchschnittliche Zyklusdauer und den ersten Tag der letzten Periode. Aber Achtung: Die meisten Rechner gehen davon aus, dass der Eisprung genau in der Mitte des Zyklus stattfindet. Das ist bei vielen Frauen nicht der Fall – Abweichungen von mehreren Tagen sind normal. Ein Onlinerechner liefert immer nur Näherungswerte und ist ein Hilfsmittel bei Kinderwunsch, keine verlässliche Bestimmung deiner Fruchtbarkeit [1].

Berechne deine fruchtbaren Tage mit unserem Eisprungrechner: Jetzt berechnen.

So führst du einen Fruchtbarkeitskalender

Bereit für deinen eigenen Fruchtbarkeitskalender? Dann warte am besten den Tag der nächsten Monatsblutung ab. Der Menstruationszyklus beginnt immer mit dem ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Blutung [4]. Im Durchschnitt dauert er rund 28 Tage [4], die Dauer ist aber von Frau zu Frau unterschiedlich und kann sich bis auf 35 Tage erstrecken [1]. Weil die Zykluslänge zusätzlich von Monat zu Monat schwankt, bildest du den Durchschnitt am besten über sechs aufeinanderfolgende Zyklen [1].

Der Menstruationszyklus wird in vier Phasen eingeteilt:

  • die Menstruationsphase
  • die Follikelphase
  • die Eisprungphase
  • die Lutealphase

Mit der Zeit erkennst du die einzelnen Phasen an bestimmten Symptomen. Für die Beobachtung des Zyklus ist es wichtig, dass du verstehst, was in den einzelnen Phasen in deinem Körper passiert.

Die vier Phasen: Darauf solltest du achten

1 Die Menstruationsphase setzt mit dem ersten Tag deiner Periode ein. Das ist zugleich der Beginn deines Menstruationszyklus und wird als Tag 1 markiert. Die Blutung selbst dauert ungefähr fünf bis sieben Tage [4]. Trag den genauen Zeitpunkt sauber in den Kalender ein, damit du die Länge deines Zyklus Monat für Monat ausrechnen und notieren kannst.

2 Die Follikelphase markiert den Übergang in die Phase, in der eine Eizelle heranreift. Sie läuft vor dem Eisprung ab: Die Blutung klingt ab, und in einem der Eierstöcke reift ein Eibläschen (Follikel) mit einer Eizelle heran. Das darin gebildete Östrogen bewirkt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut [4]. Beobachte hier die Veränderungen des Zervixschleims: Kurz vor dem Eisprung wird er fast durchsichtig, glasig, dünnflüssig und spinnbar [1]. Mit etwas Übung kannst du immer genauer sagen, wann du dich dem Eisprung näherst.

3 Der Eisprung (Ovulationsphase) markiert den Übergang von der zweiten Phase in die dritte. Das reife Eibläschen öffnet sich und gibt die Eizelle in den Eileiter ab [4]. Ausgelöst wird das vom luteinisierenden Hormon LH – und genau dieses Hormon weist ein Ovulationstest aus der Apotheke nach [4].

4 Die Lutealphase beginnt nach dem Eisprung. Aus dem leeren Eibläschen wird der Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert. Erst dieses Gelbkörperhormon schafft die Bedingungen, unter denen sich ein Embryo einnisten kann [4]. Das fruchtbare Fenster ist damit fast vorbei: Es endet rund 12 bis 24 Stunden nach dem Eisprung [1]. Je nach Zykluslänge folgt die nächste Blutung dann in etwa zehn bis 14 Tagen.

Wie du den Eisprung erkennst

Der Eisprung findet in der Regel rund 14 Tage vor dem Beginn der nächsten Menstruation statt – bei einem 28-Tage-Zyklus also ungefähr in der Mitte [1]. Wenn du über längere Zeit einen Fruchtbarkeitskalender führst, kannst du ihn immer genauer eingrenzen. Manche Frauen erkennen den Tag des Eisprungs deutlich: Sie spüren dann beispielsweise den sogenannten Mittelschmerz, ein einseitiges Ziehen im Unterbauch [1], oder haben sogar eine Ovulationsblutung. Ein weiteres Zeichen ist die Basaltemperatur: Sie steigt nach dem Eisprung um 0,3 bis 0,5 Grad und bleibt bis zur nächsten Periode erhöht – allerdings zeigt sie den Eisprung erst im Nachhinein an [1].

Die fruchtbaren Tage dauern insgesamt rund sechs Tage: Sie beginnen drei bis fünf Tage vor dem Eisprung und enden 12 bis 24 Stunden danach, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am Tag des Eisprungs am höchsten ist [1]. Der Grund für dieses Zeitfenster liegt in der unterschiedlichen Lebensdauer der Zellen: Spermien überleben mehrere Tage im Körper der Frau, die Eizelle dagegen nur rund einen Tag. Die verbreitete Annahme, auch noch zwei Tage nach dem Eisprung sei eine Schwangerschaft möglich, trifft deshalb nicht zu.

Die Befruchtung findet im Eileiter statt. Danach beginnt sich die Zelle zu teilen, und innerhalb von vier bis fünf Tagen wandert der Embryo in die Gebärmutterhöhle und nistet sich in der Schleimhaut ein [4]. Gibt es kein befruchtetes Ei, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestossen. Mit dem Einsetzen der Regelblutung beginnt ein neuer Menstruationszyklus.

Wichtige Anhaltspunkte, die bei der Beobachtung helfen

Wer die Vorgänge im eigenen Körper beobachten will, kann mit dem Kalender die einzelnen Zyklusphasen ungefähr bestimmen. Wichtig für die Beobachtung sind unter anderem: die Beschaffenheit des Zervixschleims, Stimmung und Energieniveau, allenfalls Veränderungen der Haut sowie Sättigungs- und Hungergefühle. Hör auf deinen Körper und notiere deine Beobachtungen. Im Laufe der Zeit bringt dir das vielleicht erstaunliche Erkenntnisse!

Wann du den Kinderwunsch abklären lassen solltest

Von einem unerfüllten Kinderwunsch sprechen Fachleute, wenn nach zwölf Monaten mit regelmässigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt – so lautet auch die Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO [4][5]. Ab 35 Jahren oder bei bekannten Vorerkrankungen ist eine frühere Beratung sinnvoll [5]; betroffen sind rund 10 bis 15 Prozent der Paare in der Schweiz [5]. Und wenn du deine Zykluslänge oder den ersten Tag deiner Periode gar nicht bestimmen kannst, lohnt sich der Gang in die Frauenarztpraxis ebenfalls: Per Ultraschall und Blutuntersuchung lässt sich der Eisprung genau ermitteln [1]. Mehr dazu liest du in unserem Artikel «Unerfüllter Kinderwunsch: Warum werde ich einfach nicht schwanger?»

Quellen

  1. Hirslanden Baby: Der Eisprungrechner – Eisprung berechnen (fruchtbares Fenster von drei bis fünf Tagen vor bis 12 bis 24 Stunden nach dem Eisprung; Eisprung rund 14 Tage vor der nächsten Blutung; Zyklus bis 35 Tage, Durchschnitt aus sechs Zyklen; Zervixschleim, Mittelschmerz und Basaltemperatur als Anzeichen; Einsatz als Verhütungsmittel nicht empfohlen; abgerufen am 09.08.2026)
  2. Sexuelle Gesundheit Schweiz, sexandfacts.ch: Unsichere Verhütungsmethoden und -praktiken (Ogino-/Knaus-Methode als unsichere Methode; keine Sicherheit bei reiner Berechnung, weil Krankheit, Gemütsbewegungen, Reisen oder Müdigkeit den Eisprung verschieben; abgerufen am 09.08.2026)
  3. Sexuelle Gesundheit Schweiz, sexandfacts.ch: Die natürlichen Methoden der Geburtenregelung (symptothermale Methode; drei bis sechs Monate Lernzeit; Verzicht oder Kondom in den fruchtbaren Tagen; ungeeignet bei unregelmässigen Zyklen, kurz nach der Geburt und zu Beginn der Wechseljahre; abgerufen am 09.08.2026)
  4. Universitätsspital Basel, Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie: Kinderwunschbroschüre (PDF; Zyklus rund 28 Tage, Blutung fünf bis sieben Tage; Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf, Progesteron aus dem Gelbkörper schafft die Einnistungsbedingungen; Befruchtung im Eileiter, Einnistung nach vier bis fünf Tagen; WHO-Definition von Infertilität nach zwölf Monaten; abgerufen am 09.08.2026)
  5. Hirslanden Baby: Unerfüllter Kinderwunsch (zwölf Monate als Schwelle, frühere Beratung ab 35 Jahren oder bei Vorerkrankungen, 10 bis 15 Prozent der Paare in der Schweiz betroffen; abgerufen am 09.08.2026)

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