Exotische Haustiere: Wenn Spinnen und Co. zur Familie gehören

Hund, Katze, Maus war gestern. Heute finden sich in manchen Schweizer Wohnungen auch exotische Haustiere wie Reptilien, Spinnen und Frettchen. Doch wie familientauglich sind die Exoten? Wir sind dieser Frage für Sie nachgegangen.

Exotische Haustiere

Was den einen ein absoluter Graus, ist für andere das ideale Haustier: Zu den Exoten unter den Haustieren gehören auch Vogelspinnen. (Bild: iStockphoto, Thinkstock)

Wer an Haustiere denkt, dem fallen meist wohl die gängigsten ein: Hund, Katze, Kaninchen und Meerschweinchen. Doch es gibt auch wilde Wohnzimmer, in denen sich Eidechsen und Spinnen in den Terrarien winden und an den Scheiben hochkrabbeln. Für viele ein Graus, doch für manche stellen exotische Haustiere das optimale Haustier dar. Darunter sind auch Familien. Wer noch überlegt, ob sich ein exotisches Tier als Familienmitglied eignet, sollte vorab eine Checkliste durchgehen, denn auch bei diesen Haustieren gilt es das ein oder andere zu beachten.

Exotische Haustiere: Die Voraussetzungen

Ganz wichtig bei dieser Entscheidung ist, dass auch exotische Tiere umsorgt und gepflegt werden müssen, teils sogar mit grösserem Aufwand als ein Hund oder eine Katze. Dabei ist die artgerechte Haltung das A und O. Ob Schlange oder Chamäleon, Papagei oder Minischwein: Jedes Tier braucht Platz. Kleine Wohnungen, in denen Sie mit Ihrer Familie bereits dich aufeinander hocken, sind für solche Tiere also ungeeignet.

Der zweite Punkt: Seien Sie sich darüber im Klaren, dass auch exotische Haustiere viel Zuwendung brauchen. Für sie gelten im Grunde dieselben Regeln wie für normale Haustiere.

Seien Sie sich des Weiteren darüber im Klaren, dass exotische Tiere nur unter legalen Bedingungen angeschafft werden dürfen. Dazu gehört auch die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen. Es geht also nicht, dass Sie sich einen Papagei oder eine Python aus dem Tropen-Urlaub als Souvenir mitnehmen. Am besten beachten Sie beim Kauf eines exotischen Tieres, dass es aus einer zweifelfreien einheimischen Zucht stammt. Zudem sollte Sie vor dem Kauf seltener Tierarten vor Billigangeboten in Acht nehmen.

Exotische Haustiere: So finden Sie das passende 

Den ersten Schritt haben Sie und Ihre Familie erfolgreich bewältigt: Sie wissen schon mal, dass das neue Familienmitglied ein exotisches Tier sein soll. Nun gilt es herauszufinden, welches exotische Haustier für Ihre Familie geeignet ist. Dabei sollten Sie sich Fragen stellen wie: Wie lebhaft sollte das Tier sein? Wie viel Platz haben wir zur Verfügung? Können wir uns dieses Tier leisten? Die Vor- und Nachteile einiger Exoten wollen wir Ihnen vorstellen.

Exotische Haustiere: Leguan, Spinne und Co.

Haben Sie oder eines Ihrer Kinder eine Tierhaarallergie, sind Reptilien die idealen Haustiere.  Ein Leguan zum Beispiel lässt sich gerne streicheln und kann sogar auf dem Arm herumgetragen werden. Zu beachten gilt aber, dass dieser Exot nur mit sachten und zarten Brührungen konfrontiert werden sollte. Leguane sind daher besonders für ruhige und geduldige Menschen geeignet und weniger für kleine Kinder. Zudem können gerade sich kleine Kinder, da sie alles anfassen und in den Mund stecken, an Reptilien mit Salmonellen infizieren. Die Krankheitserreger finden sich in Ausscheidungen, auf der Haut und im Rachen der Tiere.  Auch Schwangere und ältere Menschen sollten sich deshalb von Reptilien fernhalten.

Bei exotischen Tierarten wie Schlangen, Schildkröten, Eidechsen oder Spinnen sowie Gottesanbeterinnen ist es wichtig, dass Sie sich und Ihren Kindern klar machen, dass es sich bei diesen um keine Kuscheltiere handelt und sie auf Dauer langweilig werden können. Denn ähnlich wie Fische gehören die genannten Sorten nicht gerade zu den aktivsten Arten im Tierreich. Wirklich aktiv sind Reptilien, Spinnen und Co. nur bei der Fütterung. Ansonsten liegen sie bewegungslos rum um zu verdauen, sitzen oder hängen auf Ästen beziehungsweise am Terrarien-Glas oder sie tarnen sich so gut, dass Sie sie im Terrarium gar nicht mehr finden. Das ist vor allem für Kinder uninteressant, weswegen die Gefahr besteht, dass das Tier als zu langweilig empfunden wird und Sie sich dann allein darum kümmern müssen.

Exotische Haustiere: Papagei, Minischwein und Frettchen

Zu den lebhafteren Exoten zählen Minischweine, Frettchen oder sprechende Papageien.  Allesamt gehören diese zu den Tierarten, die Gesellschaft brauchen und recht lebhaft sind. Dass dabei das ein oder andere Möbelstück in Ihrer Wohnung beim Freilauf dran glauben wird, sollten Sie einplanen.

Besonders die lebhaften Frettchen sollte man nicht unterschätzen: Sie brauchen viel Bewegung, weswegen Ihre Wohnung besonders Frettchen-sicher gemacht werden sollte (Kabel und Steckdosen sichern, Toilettendeckel schliessen und vor dem Waschen in die Spül- oder Waschmaschine gucken). Diese Exoten lieben es herumzutollen und brauchen etwa fünf bis sechs Stunden Freilauf in der Wohnung. Wer keinen Garten hat, braucht einen ausreichend grossen Wohnungskäfig für zwei bis drei Frettchen. Des Weiteren halten Sie sie besser von anderen Haustieren wie Vögel oder Nagetieren fern, denn diese stehen auf dem natürlichen Speiseplan der Frettchen.

Auch das Minischwein braucht viel Auslauf und Gesellschaft. Um die Bedürfnisse dieser exotischen Haustiere zu erfüllen, braucht es nebst einem gemütlichen Rückzugsort in der Wohnung auch Zugang zum Garten, damit sie ihren angeborenen Wühltrieb befriedigen können. Aus diesem Grund dürfen Sie nicht allzu sehr an Ihrem Garten oder der Gartengestaltung hängen.

Von den Papageiarten sind vor allem Graupapageien sehr sprachbegabt. Um diese Begabung zu fördern, bedürfen die Tiere einer grossen Aufmerksamkeit. Allgemein sind Papageien aber sehr pflegebedürftig, weswegen man sie nicht nur kaufen sollte, weil sie so schön bunt sind.

Was kosten exotische Tiere?

Die Kosten richten sich nach dem jeweiligen exotischen Tier. Ein Papagei zum Beispiel kann allein schon über 1000 Franken kosten, während ein Frettchen zwischen 60 und 120 Franken kosten kann. Hinzu kommen Art entsprechend grosse Käfige und das Futter. Sie können davon ausgehen, dass Käfige für Frettchen oder Papageien sowie Terrarien für Spinnen oder Reptilien deutlich teurer sind als ein Hamsterkäfig. Was die Futterkosten anbelangt, sind die bei Minischweinen wohl am geringsten, denn an die Allesfresser kann man auch gern mal Essensreste verfüttern. Bevor Sie sich also ein exotisches Haustier kaufen, informieren Sie sich vorab unbedingt über die Anschaffungs-, Käfig- und Futterkosten.

 

Exotische Haustiere: Eine verantwortungsvolle Entscheidung

Wenn Sie und Ihre Familie alle Vor- und Nachteile abgewogen haben, kann die Entscheidung getroffen werden. Sofern Sie sich für ein exotisches Haustier entschieden haben, behalten Sie immer im Hinterkopf, dass ein Haustier, ganz gleich ob exotisch oder nicht, kein Spielzeug ist und nicht wie ein solches einfach so wieder in die Ecke verbannt werden kann. Das muss auch Ihren Kindern klar sein. Wer ein Haustier in die Familie integrieren will, sollte sich von vornherein bewusst machen, dass auch dieses tierische Familienmitglied viel Pflege, Zuneigung und Aufmerksamkeit braucht.

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