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Ein Familienhund ist mehr als ein herziges Haustier

Viele Kinder wünschen sich einen Hund. Doch Kinder unterschätzen leicht die Zeit, die Hundebesitzer in ihr Haustier investieren müssen. Nur wer bereit ist, einen grossen Teil seiner Unabhängigkeit aufzugeben, findet langfristig an einem Familienhund die Freude, die er verdient.

Ein Familienhund ist mehr als ein herziges Haustier

Ein Hund kann ein echter Freund sein. Bild: Hemera-Thinkstock

Wer kennt sie nicht, die kluge Collie-Hündin Lassie? Immer wieder rettet sie den kleinen Jeff aus gefährlichen Situationen in der Natur. Wohl alle Kinder, die jemals die Abenteuer-Filmserie aus den 50er und 60er Jahren sahen, wünschten sich, genau so einen Hund an ihrer Seite zu haben.

Ja, ein Hund ist ein echter Freund. «Kaum ein anderes Haustier lebt so nahe mit den Menschen zusammen», informiert der Zürcher Tierschutz. Der Hund beschützt und verteidigt sein Herrchen, er spielt und kuschelt mit ihm. Keine Frage, ein Hund ist mehr als ein Haustier – er ist ein Familienmitglied, ein Familienhund.

Ein Hund kostet viel Zeit

Was viele Hundebesitzer als Bereicherung empfinden, kann für andere zur grossen Belastung werden. Einen Hund darf man nicht nur erziehen, man muss es auch, damit er nicht zum heimlichen Chef lanciert. Der regelmässige Besuch einer Hundeschule ist daher in den meisten Fällen ein echtes «Muss», damit das Tier zu einem guten Familienhund wird. Genauso ist es Pflicht, mehrmals am Tag mit dem Hund ins Freie zu gehen. Er braucht Auslauf und Abenteuer, gleichgültig, ob es draussen stürmt oder hagelt. Und zwar jeden Tag. Ein Familienhund ist deshalb nur für Menschen geeignet, die viel zu Hause sind und Zeit haben, sich mit dem Tier an der frischen Luft zu beschäftigen.

Auch bei der Urlaubsplanung gilt es, auf den Familienhund Rücksicht zu nehmen. Viele Hotels, Pensionen und Campingplätze lassen Familien mit Hund aussen vor. Darüber hinaus sind die Einreisebestimmungen für Hunde von Land zu Land sehr unterschiedlich. Wer sich über die wichtigsten Regeln für problemloses Reisen mit dem Vierbeiner informieren will, findet in der Broschüre «Ich reise mit Hund oder Katze» vielfältige Informationen: news.admin.ch

Verantwortung für den Familienhund bleibt bei den Eltern

«Wenn du unbedingt einen Hund möchtest, musst du dich auch um ihn kümmern», mit diesem Satz versuchen Eltern oft, den Herzenswunsch ihres Kindes zu erfüllen. Doch Eltern sollten wissen: Letztendlich liegt die Verantwortung für das Tier bei ihnen. Kinder können in der Regel noch nicht ermessen, wie gross die Verpflichtung ist, die sie übernehmen sollen. Darüber hinaus verändern sich die Bedürfnisse von Kindern. Sie wachsen zu Teenagern heran, die mit Freunden ins Schwimmbad, in die Eishalle oder zum Tanzen gehen – Orte, die für Familienhunde nicht geeignet sind.

«Mit der Anschaffung eines Hundes übernimmt man für viele Jahre Verantwortung. Die Lebenserwartung von Hunden liegt durchschnittlich zwischen neun und 16 Jahren», erklärt Birgitt Thiesmann, Leiterin des Kompetenzzentrums für Heimtiere der Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz.

Was Kinder über Hunde wissen sollten, zeigt dieses Video

Video: DocufilmsDE, Youtube

Ein Familienhund ist mehr als ein herziges Haustier

Jede Hunderasse hat ihre eigenen Eigenschaften. Bild: Photodisc-Thinkstick

Was Hunde kosten

Hundehaltung ist nicht billig. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten muss der Hundehalter mit etwa 1.000 bis 2.000 Franken im Jahr rechnen – zusammengesetzt aus Futter, Hundesteuer, Hundeschule, Impfung, mehrmaliger Entwurmung und Parasitenbehandlung. Wenn das Tier krank wird, können zusätzliche Tierarztkosten anfallen.

Welcher Hund ist der richtige?

Für alle, die sich dennoch für einen Familienhund entscheiden, stellt sich die Frage: Welcher Hund ist der richtige für uns? Alle Hunderassen stammen von einem gemeinsamen Urahn ab, dem Wolf. «Seit Hunderten von Jahren hat man durch gezielte Zucht gewünschte Eigenschaften des Hundes hervorgehoben, als Rasse definiert und standardisiert», berichtet der Zürcher Tierschutz. «Weltweit gibt es ca. 400 Rassen, deren Vertreter sich teilweise von ihren Vorfahren in Grösse und Gestalt massiv unterscheiden.»

Jede Rasse hat ihre eigenen Eigenschaften und Eigenheiten, je nachdem, für welche Aufgabe sie ursprünglich gezüchtet wurde: zum Schafe hüten, Jagen, Wachen oder Begleiten. Doch auch Mischlinge, die Eigenschaften verschiedener Rassen in sich tragen, können richtig tolle Familienhunde sein. «Mischlingen wird eine robuste Gesundheit zugesprochen», so die Biologin Dr. Heidrun Betz, Referentin beim Deutschen Tierschutzbund mit Sitz in Bonn. Die finden sich oft im Tierheim: «Hunde, die verlassen oder ausgesetzt wurden, sind oft ganz besonders anhängliche und dankbare Gefährten für diejenigen, die ihnen erneut Sicherheit bieten. Und viele von ihnen erweisen sich als besonders pfiffig und hübsch.»

Typische Familienhunde

Pudel: Wussten Sie, dass Pudel zu den besonders intelligenten Hunderassen gehören? Kleinere Kunststücke zu lernen, macht ihnen Spass. Darüber hinaus sind sie verspielt und verschmust. Weil Pudel einst für die Entenjagd gezüchtet wurden, lieben sie es, im Wasser zu schwimmen. Erwachsene mögen Pudel auch deshalb, weil sie nicht haaren. Dafür müssen sie allerdings mehrmals im Jahr geschoren werden.

Golden Retriever: Der Golden Retriever ist der Inbegriff des Familienhundes. Er ist freundlich, ausgeglichen, liebt Kinder und gibt sich grosse Mühe, seiner Familie zu gefallen. Er ist lebhaft, kann sich aber gut anpassen. Auch der Golden Retriever liebt wie der Pudel das Wasser – und Herausforderungen! Apportieren ist seine wahre Leidenschaft.

Berner Sennenhund: Ein stattlicher Hund, der Berner Sennenhund! Der oft 50 Kilogramm schwere Kerl verschreibt sich mit Haut und Haar seinen Menschen. Gutmütig und kinderlieb – das sind seine herausragenden Eigenschaften. Der Berner Sennenhund ist ein Tier, das viel Zuwendung braucht. Gleichzeitig ist er auch ein idealer Wachhund.

 

Menschen haben zu Hunden eine ganz besondere Beziehung. Wer sich einen Familienhund als Haustier zutraut und ihn artgerecht behandelt, der wird einen treuen Freund in ihm finden. Die Tierschutzverordnung schreibt vor: Hundehalter müssen, bevor sie einen Hund kaufen, einen Sachkundenachweis über ihre Kenntnisse zur Haltung von Hunden und den Umgang mit ihnen erbringen. «Innerhalb eines Jahres nach Erwerb eines Hundes ist der Sachkundenachweis zu erbringen, dass der Hund in Alltagssituationen kontrolliert geführt werden kann», so das Bundesamt für Veterinärwesen.

Kurse für Hundehalter und weiter Informationen finden Sie hier: skn-kurse.ch

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