Welttierschutztag: Haustiere haben mehr verdient

Kinder lieben es, einen Schmetterling zu beobachten, mit einer Katze zu kuscheln oder mit einem Hund zu toben. Der Welttierschutztag am 4. Oktober bietet guten Anlass, mit Kindern zu überlegen, wie sich die Situation von Tieren verbessern lässt: im eigenen Meerschweinchen-Käfig und in der Massentierhaltung.

Welttierschutztag: Mädchen mit Hund

Die besten Zuhörer! Foto: iStock, Thinkstock

«Oh – wie herzig!» Wenn Kinder Tieren begegnen, sind sie ganz im Augenblick verhaftet. Tiere faszinieren Kinder jeden Alters. Ist die erste Scheu verflogen, können sie sich im Streichelzoo von flauschigen Meerschweinchen und hungrigen Ziegen, im Zoo von den lustigen Affen und verspielten Robben, im Park von flotten Eichhörnchen und watschelnden Enten kaum losreissen. Am liebsten wollen Kinder Tiere nicht nur beobachten, sondern auch streicheln, füttern – und liebhaben.

Tiere sind für Kinder Freunde, denen sie vertrauen und Geheimnisse verraten, die sonst niemand zu hören bekommt. 85 Prozent der Kinder mit Haustieren spielen in ihrer Freizeit regelmässig mit ihren Lieblingen. Jedes dritte Kind wendet sich dem Tier zu, wenn es unglücklich ist oder wenn es Streit in der Familie gibt. Das ergab eine britische Studie unter der Leitung der Wissenschaftlerin June McNicholas.

Kinder sehen in Tieren Freunde. Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Kinder verstehen, dass Tiere besondere Bedürfnisse haben. Tierschutz trifft deshalb bei ihnen auf offene Ohren. Der Welttierschutztag am 4. Oktober bietet Familien guten Anlass, genauer auf die Tier-Freunde zu schauen. Was können wir unternehmen, damit es ihnen gut geht und sie entspannt leben können?

Ursprung des Welttierschutztages

Seit 1931 gilt der 4. Oktober, der Namenstag des Heiligen Franz von Assisi, als Welttierschutztag. Der im Jahr 1226 verstorbene Mönch, Begründer des Franziskaner-Ordens, hatte zeitlebens eine besondere Beziehung zu Tieren. «Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder», sagte er. 1979 ernannte Papst Johannes Paul II.den Mönch auch zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.


Tierschutz beginnt bei den Haustieren

Haustierhaltung ist oft Käfighaltung. Eingeschlossen zu sein, steht den natürlichen Bedürfnissen von Tieren entgegen. Mit Fantasie und Liebe lässt sich das Leben des gefiederten oder vierbeinigen Haustieres dennoch möglichst angenehm machen.

«Tierschutz beginnt im Kinderzimmer», darauf weist der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. hin. Viele Kinder haben Freude daran, mit Eltern Bücher durchzublättern, die beschreiben, wie ihre Haustiere in Freiheit leben würden. Eltern staunen oft über die vielen Ideen, die Kinder entwickeln, um das Leben ihrer Lieblinge entsprechend zu verbessern.

Wer weiss, dass Hamster erst in der Dämmerung aktiv werden, kann sich leicht vorstellen, was für ein Stress es für die kleinen Einzelgänger sein kann, tagsüber in verschiedenen Kinderhänden herumwandern zu müssen. Und wer erfährt, dass ein wesentliches Bedürfnis von Kaninchen darin besteht, unterirdische Gänge zu graben und aufgrund ständig nachwachsender Zähne zu nagen, kann erahnen, dass eine artgemässe Haltung nur in einem Freigehege möglich ist.

Eltern und Kinder können aktiv werden, damit sich Haustiere in der künstlichen Umgebung möglichst wohl fühlen. So lässt sich zum Beispiel der Meerschweinchen-Käfig ausbauen, damit die Tiere mehr Auslauf haben. Im Internet finden sich viele Bau-Anleitungen für artgerechte Tierhaltung, auch für mehrstöckige Käfige. Und vielleicht können die Kinder weitere Röhren und Höhlen zum Verstecken anfertigen?

Informationen zur artgerechten Tierhaltung: www.zuerchertierschutz.ch

Kinderfaltblätter Heimtiere: www.tierschutzbund.de

Tiere in Massentierhaltung

Man muss kein ausgemachter Tierliebhaber sein, um sich entsetzt von Bildern abzuwenden, die Tiere in Massenhaltungen zeigen. «Wer konventionell, das heisst nach den Mindeststandards des Schweizer Tierschutzgesetzes produziert, der muss seinen Tieren keinen Auslauf ins Freie gewähren», berichtete das Schweizer Radio und Fernsehen. «Stroh im Stall ist nicht zwingend. Und drei Quadratmeter pro ausgewachsenes Mastrind müssen reichen.» Nach dem neuen Tierschutzgesetz müsse jetzt auf den Spaltenböden eine Gummimatte liegen. «Einstreu ist aber weiterhin keine Pflicht.»

Kinder können Bilder vom Elend in der Hühner- und Schweinehaltung kaum verarbeiten. Doch es ist nicht notwendig, dass Kinder sich mit diesem Problem zu intensiv auseinander setzen. Denn Eltern können allein entscheiden, wie viel Fleisch auf den Tisch kommt. Gesünder lebt es sich ohnehin, wenn an Fleisch auf den Tellern gespart wird. «Reduzieren Sie Ihren Fleisch- und Wurst-Konsum», rät die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE). Wer selten Fleisch kauft, kann sich eher hin und wieder Fleisch aus artgerechter Bio-Tierhaltung leisten.

Auch Kinder können problemlos ohne Fleisch aufwachsen (Lesen Sie unseren Beitrag zum Thema vegetarische Ernährung für Kinder). Dennoch brauchen sie tierische Produkte wie Käse, Eier, Joghurt und Milch. Zum Glück sind in der Schweiz Käfigbatterien für Legehennen verboten. Dennoch tun Eltern gut daran, auch beim Eierkauf auf natur- und tierschützende Label zu achten.

Hier finden Sie Informationen zu Schweizer Labeln. www.labelinfo.ch

Tierschutz für die Artenvielfalt

Schon Kleinkinder kennen Tiger, Eisbär, Pandas und Robben. In ihren Büchern und als Kuscheltiere spielen sie eine grosse Rolle. Doch wie lange wird es diese vom Aussterben bedrohten Tiere noch auf unserer Welt geben?

Auch in der Schweiz sind verschiedene Tierarten bedroht: Biber, Luchse und Sumpfschildkröten beispielsweise. Sicher, Kinder können nicht die Welt retten, doch sie können zusammen mit ihren Eltern viel für die Tiere um sie herum tun. Tierschutz in der Schweiz braucht nicht viel Engagement und Zeit. Igel freuen sich über Winterquartiere, Vögel brauchen Nistplätze, Fledermäuse Fledermauskästen. Leicht lassen sich Steinhaufen für Amphibien, Insektenhotels, Regenwurmkisten und Nisthilfen für Mauersegler bauen. Kinder, die sich mit Eltern auf diese Weise für den Tierschutz einsetzen, entwickeln einen intensiven Bezug zur Natur. Hier, im Park oder im Garten bei Wind und Wetter, finden sie zu sich selbst.

Weiterführende Links zum Welttierschutztag, zum Schweizer Tierschutz und zum Tierschutzgesetz

 

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