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Haustiere für Kinder sind immer eine Familienentscheidung

Viele Kinder wünschen sich ein Haustier. Doch ein Tier ist kein Spielzeug. Welche Tiere für Kinder geeignet sind, wie viel Verantwortung Eltern ihren Kindern übertragen können und mit welchem Aufwand und Kosten zu rechnen ist.

Ein Haustier für Kinder ist immer auch ein Familientscheid. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ein Junge und sein Hund. Bild: E+

Eine enge Beziehung zu Tieren kann einen wichtigen Beitrag zur emotionalen Entwicklung eines Kindes leisten. Es lernt sich in ein anderes Wesen hineinzufühlen, spürt ob es ihm schlecht oder gut geht und wächst bestenfalls in eine verantwortungsvolle Rolle hinein. Pädagogisch kann es also durchaus sinnvoll sein dem Wunsch der Kinder nach einem Haustier nachzugeben.

Aber ein Haustier ist kein Babysitter. Es ist auch kein Spielzeug. Und auch wenn es noch so herzig und süss ist, ein Tier ist ein eigenständiges Lebewesen, das Bedürfnisse hat, die respektiert werden müssen. Ein Hausttierkauf sollte immer die Familie als ganzes entscheiden. Nur wenn die Familie die Bedürfnisse des Tiers erfüllen kann und möchte, sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam die Verantwortung für ein Tier übernehmen. Deshalb müssen vor einem Einzug eines neuen haarigen Familienmitglieds viele Fragen geklärt werden: Eine Entscheidungshilfe.

Wie viel Verantwortung Kinder für Haustiere übernehmen können

Tiere fordern Aufmerksamkeit, Zuwendung und viel Zeit – meist  die der Eltern. Kinder können und dürfen lange Zeit nicht die volle Verantwortung für ein Tier übernehmen und müssen von Erwachsenen dabei angeleitet werden. Sie wachsen bestenfalls allmählich in ihre verantwortungsvolle Rolle hinein. Wann ein Kind so weit ist, um für ein Haustier zu sorgen, ist sehr individuell. Manche sind mit acht Jahren alt genug für ein eigenes Haustier, andere brauchen länger. Grundsätzlich wird ein Haustier für Kinder erst ab fünf Jahren empfohlen. Die Hauptverantwortung liegt aber immer bei den Eltern.

Vor allem kleine Kinder sind noch gar nicht in der Lage, Tiere als eigenständige Lebewesen zu betrachten. Wenn ein Baby das Haustier anpackt wie ein Stofftier, kann das für Kind und Tier gefährlich werden. Und auch die verantwortungsbewusstesten Kinder brauchen Aufsicht und Anleitung, wie sie mit dem Tier umgehen sollen. Je nach Alter und Entwicklungsreife können sie die Bedürfnisse des Tieres nicht voll wahrnehmen, die eigenen stehen noch sehr im Vordergrund. Viele Kinder die im Vorhinein Abmachungen treffen, sind sich nicht bewusst, wie viel Arbeit auf sie zukommen wird. So passiert es oft das Kinder am Anfang total vernarrt in das neue Haustier sind, ihnen aber das Stall ausmisten oder Gassi gehen schnell langweilig wird.

Hunde brauchen Erziehung

Die beliebtesten Haustiere von Kindern sind oft auch die betreuungsintensivsten. Kleine Welpen fordern oft ähnlich viel Pflege wie ein kleines Baby und sie brauchen Erziehung, die der eines Kindes kaum hinten ansteht. Seit September 2008 gilt in der Schweiz die Ausbildungspflicht für Hundehalter. Vor dem Kauf des Hundes muss ein Theoriekurs besucht werden, danach Erziehungskurse. Da Hunde Rudeltiere sind, die sich einem Leittier unterordnen, müssen sie auch oft erst lernen, Kinder zu akzeptieren.

Besonders wichtig: Hunde aus dem Tierheim hatten oft bereits eine schwierige Geschichte. Wenn sie ihre prägendsten ersten Wochen nicht familienfreundlich gelebt haben, ist es schwer bis unmöglich, diese Eigenschaft später noch auszubilden. Wer sich also für ein Hund aus dem Heim entscheidet, sollte sich seiner Vorgeschichte bewusst sein.

Haustiere kosten Geld

Die Kosten für ein Tier belaufen sich jährlich auf 1000 bis 2000 Franken. Grössere Tiere wie Hunde oder Katzen scheinen auf den ersten Blick teurer als andere. Doch schaut man genauer hin, brauchen auch Meerschweinchen viel Pflege, Futter und Zubehör. Nicht nur die Anschaffungskosten, auch die möglichen Tierarztkosten für Kastration, Impfungen und Krankheiten müssen berücksichtigt werden. Auch sollte vor der Anschaffung eines Haustieres unbedingt die Betreuung während der Ferien geklärt werden.

Welches Haustier ist für Kinder geeignet?

Tiere sind eigenständige Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen und Charakteren. Manche werden zutraulich und kuscheln und spielen gern, andere sind eher scheu und brauchen Ruhe. Deshalb gibt es unter den populären Haustieren, solche die besser und solche die weniger gut für Kinder geeignet sind. Bei der Frage, welches Haustier für Ihre Familie geeignet ist, hilft auch dieser Test.

Hunde

geeignet als Haustier für Kinder ab 8 Jahren

  • Das braucht das Tier: intensive Pflege und Erziehung, mind. 2 Stunden pro Tag für Auslauf, Spielen
  • Das bietet das Tier: Interaktion und Zuneigung, vollwertiges Familienmitglied
  • Lebenserwartung: bis 15 Jahre

Katzen

geeignet als Haustier für Kindern ab 5 Jahren

  • das braucht das Tier: Kratzbaum, Katzenklo, Rückzugsort, Ausguckplatz, Geburtenkontrolle, Wohnungskatzen sollten mindestens zu zweit gehalten werden
  • das bietet das Tier: Interaktion, kann zum zutraulich Schmusetier werden
  • Lebenserwartung: bis 20 Jahre

Meerschweichen

bedingt geeignet als Haustier für Kinder ab 5 Jahren

  • das braucht das Tier: mehrere Tiere, Geburtenkontrolle, grosser Käfig, Rückzugsort, Freilauf
  • das bietet das Tier: kann zahm werden, allerdings Kuscheln Meerschweinchen nicht gern, eher ein interssantes Tier zum Beobachten und zum Reinigen des Geheges
  • Lebenserwartung: 6-10 Jahre

Hasen oder Kaninchen

nur bedingt geeignet als Haustier für Kinder

  • das brauchen die Tiere: grosser Käfig, Haltung im Freien, mehrere Tiere, Geburtenkontrolle
  • das bietet die Tiere: kann zahm werden
  • Lebenserwartung: 8-10 Jahre

Mäuse und Ratten

geeignet als Haustier für Kindern ab 5 Jahren

  • das braucht die Tiere: mehrere Tiere, grosser Käfig, Geburtenkontrolle, Ratten sind zudem nachtaktiv und brauchen Freilauf und Rückzugsorte
  • das bietet das Tier: Mäuse können zahm, Ratten zudem zutraulich werden
  • Lebenserwartung: 2 bis 6 Jahre

Fische

nur bedingt geeignet als Haustiere für Kinder

  • das braucht das Tier: jede Fischart hat andere Bedürfnisse, aber alle brauchen Artgenossen, Aquarium, Geburtenkontrolle
  • das bietet das Tier: passive Beobachtung, interessantes Gruppenverhalten
  • Lebenserwartung: bis 20 Jahre

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