Zum Inhalt
Leben > Haustiere

Hundetricks – eine willkommene Abwechslung für deinen Vierbeiner: Pfote, Suchspiel, Geduldsübung

Damit ein Hund Tricks lernen kann, muss er echte Kopfarbeit leisten. Zudem hat jeder Vierbeiner dadurch Erfolgserlebnisse und verbringt viel Zeit mit dir.

Bring deinem Hund spielerisch Tricks bei

Mit Leckerlis und dem Trick «Pfote geben» hältst du deinen Hund bei Laune. (Foto: Monitor6/Thinkstock, iStock)

Viele Hunde lieben es zu spielen, über Dinge zu springen oder einem Ball hinterherzujagen. Welche Hundetricks machen deinem Tier Spass und sind wirklich sinnvoll? Die folgenden drei Übungen brauchen wenig Platz und keine Ausrüstung. Sie funktionieren alle nach demselben Prinzip: Der Hund tut etwas freiwillig, und danach passiert etwas Gutes.[2]

Futterspass

Wirklich gute Hundetricks machen deinem Vierbeiner Freude, appellieren an seine Geduld und lasten das Tier auch geistig gut aus. Gerade bei sehr agilen und jagdfreudigen Hunden ist es eine gute Alternative, Futter in Spielzeug oder im Garten zu verstecken, statt es immer nur im Futternapf zu servieren. So kannst du Futter auf kleineren Bäumen, an Mauern oder einfach in der Wiese verstecken. Erst wenn du alles in Ruhe versteckt hast, gibst du deinem Hund die Erlaubnis loszulegen.

Er muss so lange schnüffeln und suchen, bis er das ersehnte Fressen gefunden hat. So ist er körperlich und vor allem geistig ausgelastet. Manche Hunde sind damit bis zu einer Stunde beschäftigt, und ein Verdauungsschläfchen ist danach garantiert. Wer keinen Garten hat, füllt das Futter in ein hohles Kauspielzeug, zum Beispiel einen «Kong». Dieses Spielzeug sieht aus wie eine Pyramide aus drei immer kleiner werdenden Kugeln und ist innen hohl. Es besteht aus Naturkautschuk, ist daher sehr robust und bietet viel Spass zum Kauen und Ausschlecken. Nassfutter lässt sich darin sogar einfrieren, was im Sommer eine willkommene Abwechslung ist.

Wichtig: Das versteckte Futter und die Leckerlis kommen nicht zusätzlich zur Mahlzeit dazu. Futterbelohnungen für gelöste Aufgaben und Übungen gehören von der Tagesration abgezogen, damit die tägliche Futtermenge dem Bedarf entspricht. Ein guter Anhaltspunkt sind die Rippen: Sie sollten gut tastbar, aber nicht sichtbar sein. Und Hunde, die gern und gut fressen, kannst du auch mit ihrem normalen Futter belohnen.[3]

Pfote geben

Ein weiterer Trick ist das «Pfote geben». Am schnellsten geht es mit einer kleinen Hilfestellung: Du nimmst die rechte Pfote deines Hundes und legst sie in deine Hand. Sobald sie dort liegt, nennst du den Befehl «Pfote» und belohnst dein Tier mit einem Leckerli. Das wiederholst du einige Male. Danach sagst du nur noch den Befehl und schaust, ob dein Hund die Pfote von allein hebt. Tut er das, belohnst du ihn sofort. Tut er es noch nicht, gibst du nochmals die Hilfestellung.

Noch lieber lernt ein Hund, wenn er selbst auf die Lösung kommt. Halte dazu ein Leckerli in der geschlossenen Faust und warte ab. Sobald dein Hund die Faust mit der Pfote berührt, statt an ihr zu knabbern, öffnest du die Hand. Diese Variante braucht ein paar Minuten mehr Geduld. Dafür arbeitet der Hund von Anfang an mit, statt geführt zu werden. Genau darauf setzt gewaltfreies Training: Der Hund verdient sich seine Belohnung, und die Übung wird so aufgebaut, dass er möglichst wenig Fehler macht.[2]

Wer das Ganze erweitern möchte, kann für die rechte und für die linke Pfote unterschiedliche Befehle verwenden. Für rechts zum Beispiel «Pfote», für links «Guten Tag». Welche Wörter du wählst, bleibt dir überlassen. Ebenfalls kann die Belohnung durch einen «Klicker» verstärkt werden: Du klickst genau in dem Moment, in dem der Hund das Richtige tut, und gibst danach das Leckerli. So weiss er, wofür er belohnt wird.

Das «Pfötli geben» ist übrigens nicht nur ein Trick, der süss aussieht, sondern auch nützlich: So kann die Tierärztin einen Hund unter Umständen besser untersuchen, wenn er dieses Kommando kann. Auch das Abtrocknen der Füsse bei nassem Wetter funktioniert so leichter.

Geduld üben: die leere Hand

Wer einen Hund hat, der kaum Geduld beim Fressen beweist, kann diese Übung machen: Du nimmst in eine Hand ein Leckerli, die andere Hand bleibt leer. Du hältst die Hände offen vor den Hund, und sobald er in Richtung des Leckerlis geht, schliesst du diese Hand. Das machst du so lange, bis sich dein Hund in Richtung der leeren Hand orientiert. Tut er das, bekommt er sofort das Leckerli.

Erweitern kannst du die Übung, indem du beide Hände zur Faust ballst. In einer Hand ist ein Leckerchen, die andere bleibt leer. Sobald dein Hund die leere Hand anstupst oder seine Pfote darauflegt, öffnest du die Hand mit dem Leckerli und belohnst ihn.

Wie lange und wie oft trainieren?

Kurz und häufig schlägt lang und selten. Zehn Minuten am Stück reichen, dafür darfst du mehrmals täglich üben. Hör auf, solange dein Hund noch Lust hat, am besten nach einer Wiederholung, die geklappt hat. Welpen und junge Hunde ermüden schneller. Ältere Hunde brauchen dafür manchmal länger, bis sie eine neue Bewegung verstanden haben.

Achte während der Übung auf die Körpersprache deines Hundes. Wendet er sich ab, gähnt er, kratzt er sich oder schaut er ständig weg, hat er genug. Dann ist Schluss für heute. Klappt eine Übung dreimal nicht, liegt das selten am Hund: Meist ist der Schritt zu gross gewählt, und du machst ihn kleiner.

Strafen haben im Training nichts verloren. Hunde, die über Strafen trainiert werden, sind auch nach der Trainingssituation noch deutlich gestresster und zeigen sich in einem späteren Wahltest pessimistischer als Hunde, die über Belohnung lernen. Belohnen lässt sich auch ohne Futter: mit einem gemeinsamen Spiel, mit Freilauf oder mit einem Bad im See.[2]

Tricks ersetzen den Spaziergang nicht

So schön die Übungen sind, sie ersetzen weder Auslauf noch Sozialkontakt. Hunde brauchen Auslauf, Beschäftigung und engen Kontakt zu Menschen, idealerweise auch zu Artgenossen. Der tägliche Spaziergang hält sie körperlich und geistig fit und beugt Übergewicht vor.[1] Wer seinen Hund zu wenig auslastet, merkt das oft am Verhalten: etwa an übermässigem Bellen oder daran, dass der Hund schlecht allein bleiben kann.

Weitere Ideen holst du dir in einer Hundeschule. Viele bieten neben Kursen auch Hundesport und Beschäftigung an, etwa Agility, Mantrailing oder Trickdogging. Ein Kursbesuch lohnt sich unabhängig vom Alter des Hundes. Wer zum ersten Mal einen Hund hält, lernt dort ausserdem, Hundeverhalten richtig zu deuten und Belohnungen richtig einzusetzen.[2]

Denk aber daran, deinen Hund nicht zu überfordern. Du wirst sehen, dass solche kleinen Dinge den Alltag entspannter machen und deinem Vierbeiner wirklich helfen, ausgeglichener zu sein und Spass zu haben.

Quellen

  1. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Hunde – Haltung, Bewegung und rechtliche Vorgaben (abgerufen am 23.08.2026)
  2. Zürcher Tierschutz: Infos rund um die Erziehung von Hunden (PDF, abgerufen am 23.08.2026)
  3. Zürcher Tierschutz: Informationen rund um die Ernährung von Hunden (PDF, abgerufen am 23.08.2026)

Erstellt im August 2017, aktualisiert im August 2026 / (red)
 

0 Kommentare

?

Meistgelesene Artikel

Anmelden oder Registrieren

Melde dich kostenlos an und diskutiere mit anderen Eltern und speichere deine Artikel.
Anmelden Registrieren

Speichere deine Artikel

Logge dich ein oder erstelle einen Account und du kannst deine Artikel für später speichern.
Anmelden Registrieren