Leben > HaustiereDie richtige Hundeernährung für ein gesundes Leben – Welpe bis SeniorOb Welpe oder ausgewachsener Hund – das richtige Futter entscheidet über die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes. Dabei spielen auch die Menge und die Häufigkeit der Fütterung eine entscheidende Rolle. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Trockenfutter hat seine Vorteile: Es enthält einen hohen Energie- und Nährstoffgehalt. (Foto: AndrewHagen/Thinkstock,iStock) Nicht immer sind sich Züchterinnen und Tierärzte einig, welche Hundeernährung gut für das Tier ist: Nassfutter, Trockennahrung oder selbst für den Hund kochen? Auch unter Hundehaltenden gehen die Meinungen bei diesem Thema stark auseinander. Fest steht, dass dein Vierbeiner eine vollwertige, seinen Bedürfnissen angepasste Nahrung braucht. Braucht der Welpe eine spezielle Hundeernährung? Junghunde wachsen unterschiedlich lang. Die meisten Hunde haben mit vier Monaten rund die Hälfte ihres Endgewichts erreicht, und mit etwa einem Jahr ist das Gewicht des erwachsenen Hundes nahezu erreicht. Bei grosswüchsigen Rassen wie der Deutschen Dogge verlangsamt sich das Wachstum erst mit rund 18 Monaten, das Endgewicht erreichen sie erst mit etwa zwei Jahren [1]. Wie gross dein Hund einmal wird, hängt stark von der Rasse ab – ein Blick auf die verbreiteten Familienhunderassen hilft bei der Einschätzung. Das Ziel der Welpenfütterung ist nicht maximales, sondern durchschnittliches Wachstum. Als Faustregel gilt: Der Welpe sollte pro Tag 2 bis 4 Gramm pro Kilogramm seines erwarteten Erwachsenengewichts zunehmen – bei erwarteten 15 Kilogramm also 30 bis 60 Gramm täglich [1]. Stell den kleinen Mitbewohner deshalb regelmässig auf die Waage. Eine rassespezifische Wachstumskurve erhältst du von der Züchterin oder in der Tierarztpraxis. Und: Etwas zu wenig Futter ist besser als etwas zu viel – der häufigste Fehler bei der Welpenfütterung ist die zu reichliche Ration [1]. Wichtig ist auch der Kalziumgehalt. Bei schnell wachsenden, grossen Rassen schadet zu viel Kalzium dem Knochenbau: Der Knochen wächst nicht normal, und das Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau gerät durcheinander. Für sie eignet sich ein Welpenfutter mit einem eher tiefen Kalziumgehalt von rund 0,8 Gramm pro 100 Gramm Trockensubstanz [1]. Mineralstoff- oder Vitaminpulver gehören dagegen nicht ins Futter: Handelsübliche Welpenfutter enthalten bereits genug Kalzium und Phosphor, zusätzliche Gaben nützen nichts, sondern schaden [1]. Wird ein Junghund vom Welpen- auf das Adultfutter umgestellt, brauchst du mengenmässig mehr davon, weil Adultfutter weniger Energie pro Gramm liefert [1]. Neben der Fütterung beschäftigt frischgebackene Hundehaltende meist noch eine zweite Frage: wie der Welpe stubenrein wird. Zweimal täglich füttern statt einmal Erwachsene Hunde bekommen ihr Futter oft einmal am Tag. Empfohlen wird jedoch, die Tagesration aufzuteilen und den Hund morgens und abends zu füttern – für die meisten Rassen zweimal täglich mit einer Zeitbegrenzung von rund 20 bis 30 Minuten, Zwergrassen bis zu einem Alter von etwa sechs Monaten bis zu dreimal [1]. Feste Fütterungszeiten helfen dabei. Aufs Gewicht wirkt sich die Aufteilung allein allerdings nicht aus: Ob dein Hund zunimmt, entscheidet die Tagesmenge im Verhältnis zu seinem Bedarf, nicht die Zahl der Portionen. Ein einfacher Anhaltspunkt: Wird der Hund bei unveränderter Fütterung dicker, ist sein Energiebedarf gesunken [5]. Magendrehung: was hilft – und woran du sie erkennst Eine einmalige tägliche Fütterung erhöht bei grossen Hunderassen das Risiko einer Magendrehung. Verhindern lässt sich die Erkrankung durch die Aufteilung auf zwei oder drei Rationen aber nicht [2] – das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Empfohlen wird trotzdem, Hunde aus Risikorassen und Hunde nach einer überstandenen Magendrehung mindestens zweimal, besser dreimal täglich zu füttern, die Futterschale auf den Boden zu stellen, den Hund nach dem Fressen nicht sofort zu bewegen und Stress zu vermeiden [2]. Besonders gefährdet sind grosse Hunde mit tiefem Brustkorb – Bloodhounds und Deutsche Doggen stehen zuoberst –, ältere Tiere sowie sehr aufgeregte Hunde und hastige Fresser. Futterinhaltsstoffe, die Partikelgrösse des Futters und das Wetter haben dagegen keinen bestätigten Einfluss [2]. Sofort in die Tierarztpraxis gehört dein Hund, wenn sein Bauch deutlich gespannt und beidseitig gewölbt ist, er erfolglos würgt, ohne dass etwas herauskommt, stark speichelt, angestrengt atmet und sein Allgemeinzustand rasch schlechter wird. Die Überlebenschancen sind grösser, wenn Erstbehandlung und Entlastung des Magens früh erfolgen; rund ein Fünftel bis ein Viertel der betroffenen Hunde stirbt an den Folgen [2]. Sind Obst und Gemüse gut für den Vierbeiner? Eine kleine Portion gekochter, zerkleinerter Brokkoli ab und zu ist für die meisten Hunde unproblematisch: Er liefert Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Und kleine Obststücke sind als Belohnung meist die bessere Wahl als die vielen Leckerlis aus dem Handel. Obst und Gemüse bleiben aber eine Beigabe – die Nährstoffversorgung deckt das Hauptfutter. Steinobst und Kernobst gibst du nur entsteint und entkernt. Die Kerne und Samen von Prunus-Gewächsen enthalten die cyanogenen Glykoside Prunasin und Amygdalin, aus denen beim Zerbeissen Blausäure frei wird; im Fruchtfleisch sind sie praktisch nicht vorhanden [4]. Zu dieser Pflanzengattung gehören auch Kirsche, Pflaume, Aprikose und Pfirsich. Bei Hunden sind nach der Aufnahme von Pflanzenmaterial in der Regel Magen-Darm-Symptome wie Speichelfluss, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall zu erwarten; werden grössere Mengen auf einmal aufgenommen und dabei gut zerkaut, kann es gefährlich werden [4]. Vorsicht ist auch bei Nachtschattengewächsen angebracht. Kartoffeln enthalten das Glykoalkaloid Solanin, das die Schleimhäute reizt. Einwandfreie Knollen mit rund 7 Milligramm pro 100 Gramm Frischgewicht lösen keine Vergiftung aus – kritisch sind grün gewordene und keimende Knollen, die Schale und alle oberirdischen Pflanzenteile: In Keimen liegt der Gehalt bei mehreren Prozent, in der Schale grüner Knollen bis 1,2 Prozent [3]. Kochen hilft kaum, denn die Alkaloide werden dabei nur in sehr geringem Mass zerstört [3]. Rohe Kartoffeln, Kartoffelschalen und Kartoffelkraut gehören deshalb nicht in den Napf, ebenso wenig unreife grüne Tomaten und Tomatenkraut. Peperoni sind zwar ebenfalls Nachtschattengewächse, enthalten aber kein Solanin; scharfe Sorten reizen dafür die Schleimhäute. Nassfutter oder Trockenfutter? Die ausgewogene, gesunde und artgerechte Hundeernährung hat vier Ziele: Aufbau und Erhalt des Organismus, Energiezufuhr, die Vorbeugung von Erkrankungen und die Unterstützung der Genesung. Verantwortungsbewusste Tierhaltende stellen sich immer wieder die Frage, ob der Hund Nass- oder Trockenfutter bekommen soll. Feuchtnahrung macht Appetit und zeichnet sich durch eine hohe Akzeptanz beim Tier aus. Trockennahrung hat einen niedrigeren Wasser-, aber einen höheren Energie- und Nährstoffgehalt. Bei sehr grossen Hunden ist Trockenfutter oft die erste Wahl: Die relativ grossen Futtermengen lassen sich problemlos transportieren und lagern, und die Kosten halten sich in Grenzen. Trocken- und Nassfutter zu mischen, ist bei schlechten Fressern, kranken und alten Tieren sinnvoll. Bei alten Hunden lassen Geruchs- und Geschmackssinn nach, und der Verdauungstrakt arbeitet langsamer; warmes Wasser über dem Futter erleichtert die Aufnahme und verbessert die Akzeptanz [5]. Alten Hunden werden ausserdem zwei bis drei Portionen täglich empfohlen, und grössere Stücke zerkleinerst du besser – vor allem bei Zahnschäden [5]. Wenn du dich für eine Mischfütterung entscheidest, solltest du ein paar Regeln befolgen: Ein ständiger Wechsel der Produkte kann beim Hund zu Durchfall führen. Es ist auch nicht sinnvoll, ein Diätfuttermittel aus der Tierarztpraxis oder dem Zoofachgeschäft mit einem billigen Trockenfutter vom Discounter zu mischen. Die Tagesmenge der Feuchtnahrung und des Trockenfutters stimmst du auf den Energiebedarf deines Hundes ab. Quellen Liesegang A., Institut für Tierernährung, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich: Welpenfütterung – weniger ist mehr, Schweizer Hunde Magazin Nr. 7, PDF (Abruf: 10.08.2026) Koch D., Kleintierchirurgie AG Diessenhofen: Magendrehung beim Hund – eine Übersicht, Kleintierpraxis 60, Heft 12, PDF (Abruf: 10.08.2026) Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich: CliniTox Pflanzengifte: Solanum tuberosum (Kartoffel) (Abruf: 10.08.2026) Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich: CliniTox Pflanzengifte: Prunus sp. (Abruf: 10.08.2026) Liesegang A., Wichert B., Institut für Tierernährung, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich: Die Ernährung des alten Hundes – eine Herausforderung?, HUNDE (Zeitschrift der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG) 8/04, PDF (Abruf: 10.08.2026) Erstellt im Juni 2017 / (red)