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Wenn die Fruchtblase platzt: Bei einem Blasensprung richtig reagieren

Ist die Fruchtblase geplatzt, ist das in der Regel ein Zeichen für den nahenden Geburtsbeginn. Wann es zum Blasensprung kommt, welche Risiken bei einem vorzeitigen Platzen der Fruchtblase bestehen und wieso Sie schnell reagieren sollten.

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Fruchtblase geplatzt? Bei einem vorzeitigen Blasensprung sollten Sie schnell ins Spital – nun ist das Baby hüllen- und somit schutzlos. Bild: GettyImages Plus, hedgehog 94

Normalerweise platzt die Fruchtblase während der Geburt, wenn die Wehen schon eingesetzt haben. Manchmal öffnet sich zuerst der Muttermund ein Stück. Es kann aber auch vorkommen, dass der Blasensprung die Schwangere vollkommen überrascht und als erstes Anzeichen der Geburt mitten im Alltag auftritt.

Anzeichen für einen Blasensprung

Merkt man, wenn die Fruchtblase platzt? In den meisten Fällen, ja. Das sicherste Merkmal einer geplatzten Fruchtblase ist natürlich der Fruchtwasserabgang. In den meisten Fällen läuft aber nur ein bisschen Fruchtwasser aus der Scheide. Bemerken Sie einen wässrigen Ausfluss, sollten Sie – je nach Menge – eine Slipeinlage oder ein altes Handtuch benutzen und ins Spital fahren, auch wenn noch keine Wehen eingesetzt haben. Nun ist das Baby nicht mehr durch die schützende Hülle der Fruchtblase vor Infektionen geschützt. Keime und Bakterien können durch die Scheide aufsteigen, wo das Fruchtwasser einen idealen Nährboden bietet. Beginnt die eigentliche Geburt nicht innerhalb ein paar Stunden von selbst, wird die Geburt häufig mittels Tabletten, Wehencocktails oder -tropf eingeleitet, um das Kind in kurzer Zeit auf die Welt zu holen.

Wenn der Blasensprung unbemerkt bleibt

Es gibt aber auch Fälle, in denen der Blasensprung unbemerkt bleibt: In manchen Fällen ist nur ein kleiner Riss in der Eihaut, welcher sich mit der Zeit von selbst verschliesst – oder das Platzen der Fruchtblase wird gar nicht bemerkt, weil es sich nur um eine kleine Öffnung sickert und das ausgetretene Fruchtwasser in ausreichender Menge nachproduziert wird. Hier ist allerdings durch die undichte Fruchtblase ein recht hohes Infektionsrisiko gegeben!

Ein vorzeitiger Blasensprung – also, wenn die Fruchtblase schon vor den Wehen platzt – ist relativ selten und stellt normalerweise kein Problem dar. Natürlich vorausgesetzt, die Schwangerschaft steht sowieso kurz vor ihrem Ende und der Geburtstermin ist bald erreicht oder schon überschritten. Sollte ein vorzeitiger Blasensprung jedoch sehr viel früher einsetzen – beispielsweise bei einer Frühgeburt oder bei möglichen Komplikationen während der Schwangerschaft – müssen Eltern und Ärzte rasch handeln.

So sieht Fruchtwasser bei einem Blasensprung aus

Zu Beginn der Schwangerschaft ist das Fruchtwasser klar. Jedoch kann es unmittelbar vor der Geburt des Kindes etwas trüb erscheinen, was durch den Urin, die Haare und die Hautschuppen des Ungeborenen bedingt ist. Insgesamt fasst die Fruchtblase etwa 800 Milliliter Flüssigkeiten vor der anstehenden Geburt. Ist vor der 37. Schwangerschaftswoche die Fruchtblase geplatzt und die Flüssigkeit erscheint grünlich oder gar schwarz gefärbt, rufen Sie sofort einen Arzt oder besser noch das Spital an. Dies ist ein Anzeichen für ein vorhandenes Mekonium, also eine Substanz, welche sich während der Schwangerschaft in den Verdauungsorganen des Neugeborenen befindet. Mekonium kann beispielsweise bei Stress des Kindes ins Fruchtwasser gelangen, so dass umgehend reagiert werden muss. Gleiches gilt auch dann, wenn Sie zusammen mit dem Fruchtwasser Blut ausscheiden.

Eine schnelle Reaktion verhindert Infektionen

Ein vorzeitiger Blasensprung kann für das Kind gefährlich werden, wenn es noch nicht vollständig ausgereift ist. Darum ist schnelles Handeln wichtig. Hier müssen Sie gemeinsam mit den Ärzten abwägen, ob Sie mit der Einleitung der Geburt warten, eventuell begleitet von einer Antibiotikatherapie, um Infektionen weitestgehend zu vermeiden, oder ob das Baby sofort auf die Welt geholt werden soll. Wenn das Baby per Kaiserschnitt frühzeitig auf die Welt geholt wird, ist das Risiko einer Infektion niedriger, da auf eine vaginale Geburt verzichtet wird. Es kann jedoch passieren, dass das Kind eine Zeit lang im Inkubator, dem sogenannten Brutkasten, medizinisch betreut werden muss, damit die inneren Organe ausreifen können, wie es bei einer frühen Geburt üblich ist.

Ursachen für einen Blasensprung

In den meisten Fällen ist eine Scheideninfektion schuld am vorzeitigen Blasensprung. Die Bakterien steigen in die Gebärmutter auf und können die empfindliche Eihaut angreifen, so dass sie schliesslich reisst. Aber auch vorzeitige Wehen können durch den Druck auf die Fruchtblase zu einem Blasensprung führen.

Eine Bindegewebsschwäche führt in seltenen Fällen dazu, dass sich die Haut der Fruchtblase nicht dehnt und daher zu früh einreisst. Bei Fruchtwasseruntersuchungen besteht ein geringes Risiko, dass sich das winzige Loch nach der Untersuchung nicht oder nicht vollständig schliesst und Fruchtwasser abgehen kann. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften oder zu viel Fruchtwasser besteht die Gefahr, dass die Fruchtblase aufgrund der hohen Belastung zu früh platzt.