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Wehencocktail: In ein paar Schlucken zur Geburt?

Wenn das Baby auf sich warten lässt, rasch einen Wehencocktail mixen? Das Gemisch mit Rizinusöl war lange ein beliebtes Hausmittel, jedoch weiss man heute, dass es alles andere als harmlos ist. Wehencocktails fördern die Darmtätigkeit, wodurch auch die Gebärmuttermuskulatur angeregt wird.

Ein Wehencocktail ist nicht unbedingt der beste Weg, um die Geburt einzuleiten.
Ein Wehencocktail ist nicht unbedingt der beste Weg, um die Geburt einzuleiten. © Getty Images, Yuri_Arcurs

Der Wehencocktail: Das Wichtigste in Kürze

Ist der vom Arzt errechnete Termin bereits überschritten, steigert sich die Ungeduld auf das Baby bei manchen Schwangeren von Tag zu Tag ins Grenzenlose. Es ist verständlich, dass einige sich wünschen, dem Beginn der Geburt auf die Sprünge zu helfen. Manche greifen zur Geburtseinleitung zum Wehencocktail, der innert wenigen Stunden Wehen auslösen soll. Doch wie wirkt der Cocktail im Körper? Und ist dies sicher für dein Kind?

Wehencocktail Rezept: Was ist im Wehencocktail drin?

Der Hauptbestandteil der meisten Wehencocktail-Rezepte ist Rizinusöl. Weitere Zutaten sind Aprikosensaft und Sekt.
Rizinusöl regt die Darmtätigkeit an und stimuliert die Prostaglandinrezeptoren. So wird die Wehentätigkeit gefördert. Meist entsteht auch Durchfall.
Der Aprikosensaft ist dafür zuständig, den Kaliumverlust des Durchfalls wieder auszugleichen. Der Sekt sorgt dafür, dass sich das Rizinusöl gut im Saft auflöst.

Wehencocktail Wirkung: Wie wirkt der Wehencocktail?

Streng genommen ist die wehenfördernde Wirkung nur eine Nebenwirkung des Wehencocktails. In erster Linie wird nämlich die Verdauung angeregt und dies häufig so stark, dass Schwangere sogar Durchfall bekommen. Durch die vermehrte Darmtätigkeit entstehen auch die Wehen.

🤰🏽 So kannst du natürlich und sicher Wehen auslösen 🤰🏽

  • Scharfes Essen
  • Sex
  • Leichte Bewegung wie Treppensteigen oder Schwimmen
  • Warme Entspannungsbäder - jedoch nicht alleine, damit dir bei eventuellen Kreislaufschwierigkeiten jemand helfen kann

Wehencocktail Nebenwirkungen: Diese Risiken gibt es

Ein Wehencocktail ist ein risikoreiches Unterfangen. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden und Erschöpfung. Der Cocktail ist auch für dein Baby gefährlich: Es kann bei deinem Baby Durchfall auslösen, was zu grünem Fruchtwasser führt. Wenn dein Baby grünes Fruchtwasser einatmet, kann es Sauerstoffmangel oder Herzstörungen verursachen.

Warum wird von einem Wehencocktail abgeraten?

Da sich die Wirkung eines Wehencocktails kaum einschätzen lässt, solltest du auf keinen Fall auf eigene Faust einen dieser Cocktails anmischen. Rizinusöl ist auf der Liste der homöopathischen und anthroposophischen Heilmittel von Swissmedic aufgeführt. Gemäss des Bundesamtes für Gesundheit darf es also nur eingenommen werden, nachdem dich eine Fachperson dazu beraten hat.
Sollte dir eine erfahrene Hebamme oder dein Arzt zur Einnahme eines Wehencocktails raten, beispielsweise als Alternative zur medikamentösen Geburtseinleitung, kann dies durchaus eine gute Entscheidung sein. Selbstständig solltest du dir jedoch nie einen Wehencocktail anmischen.

Das musst du über die künstliche Einleitung wissen

Wenn eine Schwangerschaft zu lange dauert, kann eine Einleitung nötig werden.
Wenn eine Schwangerschaft zu lange dauert, kann eine Einleitung nötig werden. © Getty Images, Fly View Productions

Wenn es dir oder deinem Baby nicht gut geht, kann es sein, dass die Geburt künstlich eingeleitet werden muss. Dies geschieht mit einem Prostaglandin-Zäpfchen oder eines sogenannten Wehentropfes. Erfahre in unserem Artikel mehr darüber.