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Sie haben die Wahl: Wie Sie den richtigen Ort für die Geburt finden

Wenn es ums Gebären geht, denken viele an das Spital. Dabei ist das nur eine von vielen Optionen hier in der Schweiz. Haben Sie sich bereits mit den Möglichkeiten der Geburt auseinandergesetzt? Wie soll Ihr grosser Moment aublaufen? Mit unserer Übersicht haben Sie alles in der Hand um die Geburt zu planen, die Sie sich wünschen.

Wo Sie Ihr Kind gebären, entscheiden Sie: Das erste Kennenlernen kann im Spital, im Geburtshaus oder auch zu Hause stattfinden. Bild: GettyImages Plus, gorodenkoff

Die Geburt des eigenen Kindes ist ein wunderschöner, aber auch ein emotional sowie körperlich fordernder Moment. Darum ist es umso wichtiger, dass die Geburt an einem Ort stattfindet, an dem Sie sich wohlfühlen und dass Sie dabei von Menschen begleitet werden, denen Sie vertrauen. Viele Frauen wissen nicht, dass es neben dem nächstgelegenen Spital noch ganz viele weitere Optionen gibt. 

Der richtige Geburtsort: Diese Möglichkeiten haben Sie

Wo Sie gebären und mit wem, entscheiden Sie selbst: Sie haben die Wahl – und damit die Möglichkeit, Ihren grossen Moment ganz individuell und persönlich zu gestalten. Natürlich entscheiden Sie nicht nur über Ort und Begleitung, sondern auch über das «Wie»: Wollen Sie eine Wassergeburt oder mit Hypnobirthing gebären? Je nachdem für welchen Ort Sie sich entscheiden, haben Sie verschiedene Optionen. 

Die Geburt im Spital: Ein Ort, vier Möglichkeiten

1Geburt im Spital ohne Beleghebamme oder -arzt

Sie haben ein Spital für den grossen Moment gewählt? Die Geburtsanmeldung erfolgt in dem Falle über Ihre Frauenärztin. Für eine Geburt im Spital ohne Beleghebamme oder -arzt fahren Sie bei Wehenbeginn einfach ins ausgewählte Spital und kennen weder die betreuende Hebamme noch den Arzt. Wichtig zu wissen: Wenn Sie keine Beleghebamme haben, wechselt diese nach achteinhalb Stunden die Schicht. Diese Option hat den Vorteil, dass es keine grosse Vorbereitung Ihrerseits braucht. Trotzdem gibt es grosse Unterschiede zwischen den Spitälern: Nicht jede Geburtsabteilung ist gleich organisiert. Wir empfehlen Ihnen, verschiedene Spitäler zu besuchen oder sich genauer mit den Möglichkeiten vor Ort auseinanderzusetzen. 

2Geburt in Begleitung mit einem Belegarzt ohne Beleghebamme

Sie möchten, dass bei der Geburt eine vertraute Ärztin oder ein vertrauter Arzt anwesend ist? Bei dieser Alternative werden Sie von der Gynäkologin betreut, die Sie schon während der Schwangerschaft begleitet hat. Ein weiterer Arzt kommt hinzu, wenn es Komplikationen gibt oder ganz zum Schluss zur Kontrolle. Auch werden Sie zusätzlich von einer Hebamme des Spitals betreut.

3Geburt im Spital mit Beleghebamme und Belegarzt

Sie können sich bei der Geburt auch von Ihrer vertrauten Hebamme sowie einem bekannter Ärztin oder einem bekannten Arzt betreuen lassen. Die Hebamme besucht die Familien meistens schon bei Wehenbeginn und begleitet sie ins Spital. Diese Option verlangt nach etwas mehr Vorbereitung, da Sie sich mit dem Arzt Ihrer Wahl abstimmen und auch Ihre Hebamme schon vor der Geburt aussuchen müssen. Vielleicht lassen Sie ja auch gleich alle Schwangerschaftskontrollen bei der Hebamme durchführen. Der Vorteil ist: Sie müssen sich keine Hebamme für die Wochenbettbesuche suchen – Sie haben Ihre Wahl ja schon getroffen. 

4Eine hebammengeleitete Geburt im Spital

Hebammen sind «die» Expertinnen für Geburten – und somit auch die ideale Begleitung für den grossen Moment: Bei diesem Modell werden Sie von der Hebamme Ihres Vertrauens durch die verschiedenen Geburtsphasen geleitet und bei der Geburt kommt eine zweite Hebamme hinzu. Hierbei werden ausserdem vorzugsweise alternative Methoden zur Schmerzlinderung eingesetzt. Bei Komplikationen kommt ein Arzt hinzu. 

Geburtsort wählen: Alternativen zum Spital

1Im Geburtshaus gebären

Eine besonders intime Atmosphäre ist im Geburtshaus gegeben. Hier werden Sie schon während der Schwangerschaft von Hebammen betreut. Diese begleiten Sie dann auch bei der Geburt. Zur Schmerzlinderung werden alternative Methoden eingesetzt. Wenn starke Komplikationen es notwendig machen, werden Sie ins nächstgelegene Spital verlegt. Geburtshäuser gibt es zwar mittlerweile viele bei uns in der Schweiz. Trotzdem kann je nach Wohnort eine längere Anfahrt nötig sein. Bedenken Sie das, wenn die Wehen losgehen

2Zuhause gebären: Die Hausgeburt

Maximale Privatsphäre und ein vertrautes Umfeld ist bei einer Hausgeburt gegeben. Dabei werden Sie von der Hebamme, die Sie während der Schwangerschaft begleitet hat, in den eigenen vier Wänden betreut. Eine weitere Hebamme kommt zum Ende der Geburt hinzu. Bei Komplikationen werden Sie sofort ins nächste Spital verlegt. So simpel das tönt: Eine Hausgeburt muss gut vorbereitet und ein Gebärzimmer eingerichtet werden. Von unbegleiteten Hausgeburten wird dringend abgeraten – es steht das Leben von Mutter und Kind auf dem Spiel! Übrigens: Auch zu Hause können Sie Ihr Kind im Wasser gebären. Die Hebamme bringt in dem Falle einen speziellen Pool mit. 

Machen Sie sich einen Eindruck vor Ort

Sie sehen: Es gibt so viele Möglichkeiten. Gar nicht mal so einfach, die Richtige für sich zu finden. Am besten besuchen Sie Infoanlässe, schauen sich das Geburtshaus oder die Möglichkeiten im Spital vor Ort an. Neben dem ersten Eindruck gibt es ein paar Fragen, die Sie den Verantwortlichen stellen können, um ein besseres Bild davon zu bekommen, wie eine Geburt an diesem Ort tatsächlich ablaufen könnte. 

Geburtsort wählen: 10 Fragen, die Sie sich stellen sollten

➜ Wie weit ist die Fahrt von zu Hause zum Geburtsort?

➜ Wie haben Sie sich bei der Besichtigung des Ortes gefühlt? 

➜ Kann Ihr Partner auf der Wochenbettabteilung bei Ihnen übernachtet?

➜ Wie viele Hebammen arbeiten in jeder Schicht? So können Sie einschätzen, wie viel Zeit eine Hebamme für Sie haben wird.

➜ Wie hoch ist die Kaiserschnittrate

➜ Wohin wird mein Kind bei Komplikationen verlegt?

➜ Ist ein Narkoseteam rund um die Uhr vor Ort?

➜ Welche alternativen Massnahmen zur Schmerzlinderung gibt es?

➜ Im Wasser, in der Schaukel, im Stuhl...: Welche Geburtsmöglichkeiten gibt es? 

➜ Wenn Sie nicht in Ihrem Heimatkanton gebären: Wie ist die Kostendeckung durch Ihre Krankenkasse geregelt?

Sie haben alle Optionen geprüft, die für Sie infrage kommen und alle Antworten bekommen, die Sie brauchen? Dann bleibt nur noch eines: Gehen Sie in sich und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Sie wissen selbst am allerbesten, welcher Ort für Sie und Ihr Baby der Richtige ist! Sprechen Sie mit Ihrem Partner darüber – auch, was Sie sich von Ihm wünschen vor und während der Geburt an sich. Wir wünschen Ihnen eine gute Geburt und eine wunderbare Kuschelzeit!