Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft: Das erwartet Sie beim Frauenarzt

Im Verlauf Ihrer Schwangerschaft gibt es verschiedene routinemässige Vorsorgeuntersuchungen für Sie und Ihr Baby. Damit Sie wissen, was Sie bei Ihrem Frauenarzt wann erwartet, haben wir für Sie die wichtigsten Untersuchungen zusammengestellt.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft werden Sie Ihren Arzt oft sehen.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Arzt auch Ihren Blutdruck untersuchen. Foto: Creatas, Thinkstockphoto

Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. Trotzdem werden Sie in den nächsten Monaten Ihren Frauenarzt regelmässig sehen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen, die in jeder Schwangerschaft Routine sind, sollen Risiken und Krankheiten bei Ihnen und Ihrem ungeborenen Baby frühzeitig bemerkt werden.

In einer normalen Schwangerschaft, bei der es keine Verdachtsmomente auf Probleme gibt, sind sieben Routineuntersuchungen vorgesehen, die Ihr Frauenarzt durchführt und von der Krankenkasse bezahlt werden. Sie können sechs der sieben Untersuchungen auch von einer Hebamme übernehmen lassen.

Vorsorgeuntersuchungen – die Routineuntersuchungen

Die erste Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft findet für manche Schwangere statt, sobald sie herausgefunden hat, dass sie schwanger ist. Es kann aber auch sein, dass Ihr Arzt Sie erst in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche sehen möchte. Vor der 16. Schwangerschaftswoche ist nämlich nur eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen.

Für die erste Vorsorgeuntersuchung sollten Sie etwas Zeit einplanen. Zunächst wird Ihr Frauenarzt ausführlich mit Ihnen Ihre Krankengeschichte besprechen, falls er Sie nicht schon seit Jahren betreut und diese daher kennt. Hatten Sie vorangegangene Schwangerschaften, Abbrüche oder Fehlgeburten? Welche Krankheiten und Operationen hatten oder haben Sie? Erzählen Sie Ihrem Arzt auch, ob und welche Medikamente Sie im Moment einnehmen. Er kann Sie beraten, welche Medikamente in der Schwangerschaft sicher sind oder wo Sie auf Alternativen umsteigen sollten. Wahrscheinlich wird Ihr Arzt auch Ihre Essgewohnheiten von Ihnen erfragen und Ihnen Ernährungstipps für die Schwangerschaft geben. Falls Sie es nicht ohnehin schon tun, wird er Ihnen zur Einnahme von Folsäure raten.

Zu dem persönlichen Gespräch kommen eine Reihe von Untersuchungen: Ihr Arzt wird einen Krebsabstrich machen, Ihren Blutdruck und Ihr Gewicht messen sowie Ihr Urin und Ihr Blut untersuchen. Mit Ihrer Blutprobe werden Ihre Blutgruppe und der Hämoglobinwert festgestellt. Sollte Letzerer zu niedrig sein, wird Ihr Arzt Ihnen Eisen verschreiben. Ausserdem wird Ihr Blut auf Antikörper untersucht, die zum Beispiel eine Aussage darüber zulassen, ob Sie auf Röteln oder Toxoplasmose immun reagieren.

Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung gibt es in einer normalen Schwangerschaft zunächst einmal im Monat einen Termin bei Frauenarzt oder Hebamme, im letzten Drittel der Schwangerschaft werden die Untersuchungen dann etwas häufiger stattfinden. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird Ihre Gewichtszunahme kontrolliert. Ausserdem wird Ihr Blutdruck gemessen und Ihr Urin auf Auffälligkeiten hin untersucht: Ein zu viel an Eiweiss könnte ein Hinweis auf Präeklampsie sein, ein zu viel an Zucker ein Hinweis für Schwangerschaftsdiabetes sein. Bei Ihrem ungeborenen Baby werden die Herztöne angehört, die Lage des Kindes überprüft und gemessen, wie weit die Oberkante der Gebärmutter hinaufreicht.

Vorsorgeuntersuchungen bei Risikoschwangerschaft und pränatale Diagnostik

Immer mehr Schwangerschaften werden heute als Risikoschwangerschaft eingestuft. Dies hat die verschiedensten Gründe. So sind zum Beispiel immer mehr Erstgebärende über 35 Jahre alt und ab diesem Alter gilt eine Schwangerschaft automatisch als Risikoschwangerschaft. Falls Ihr Frauenarzt Sie in die Kategorie der Risikoschwangerschaften zählt, dann sind noch mehr Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen.

Je nach Art des Risikos wird Ihr Arzt Ihnen noch weitere Tests und Untersuchungen der pränatalen Diagnostik vorschlagen. Lassen Sie sich hier gut beraten und besprechen Sie mit Ihrem Partner, welche Untersuchungen Sie tatsächlich möchten und wie Sie mit dem eventuellen Ergebnis umgehen. Dazu gehören zum Beispiel auch Untersuchungen, die heute oft fast routinemässig bei vielen Schwangeren gemacht werden, wie der Ersttrimester-Test. Dabei wird das Blut untersucht und die Nackenfalte gemessen, um einen statistischen Risikowert für Chromosomenabweichungen wie Trisomie 21 zu ermitteln.

Zur pränatalen Diagnostik gehören auch zwei Ultraschalluntersuchungen, die als Routine in jeder Schwangerschaft von der Grundversicherung bezahlt werden. Diese beiden Ultraschalluntersuchungen finden zwischen der 11. und 14. sowie zwischen der 20. und 23. Schwangerschaftswoche statt. In einer Risikoschwangerschaft können dazu noch weitere Ultraschalluntersuchungen kommen.

Mehr Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen:

  • Unter www.appella.ch finden Sie mehr Informationen. Die unabhängige Beratungsstelle hilft auch, wenn Sie Fragen zur Vorsorge und pränataler Diagnostik haben.
  • Broschüre «Schwangerschaft, Muttersein»: Eigentlich für Migrantinnen geschrieben enhält die Broschüre jedoch viele Informationen, die für alle Schwangeren interessant sind. Erhältlich über www.migesplus.ch, Herausgeber: Schweizerischer Hebammenverband, 20 Seiten, 2006

 

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Swica

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