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Schwangerschaft
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Vorsorgeuntersuchung Schwangerschaft: Diese Tests macht der Frauenarzt

Im Verlauf Ihrer Schwangerschaft gibt es verschiedene routinemässige Vorsorgeuntersuchungen für Sie und Ihr Baby. Damit Sie wissen, was Sie wann bei Ihrem Frauenarzt erwartet, haben wir hier für Sie die wichtigsten Untersuchungen zusammengestellt.

Schwangere Frau und Ärztin. Die Ärztin misst den Blutdruck der Patientin.

In der Schwangerschaft finden verschiedene Vorsorgeuntersuchungen statt: Die Blutdruckmessung ist dabei eine Routineuntersuchung. Bild: GettyImages Plus, Vesnaandijic

Sie sind schwanger und bekommen ein Baby? Gratuliere! Am besten melden Sie sich gleich einmal bei Ihrem Frauenarzt. Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. Trotzdem werden Sie Ihren Frauenarzt bis zur Geburt regelmässig sehen. Schliesslich wollen Sie wissen, dass alles richtig läuft und es Ihnen und Ihrem Kind gut geht. Dank den Vorsorgeuntersuchungen, die in jeder Schwangerschaft Routine sind, sollen Risiken und Krankheiten bei der werdenden Mutter und dem ungeborenen Baby frühzeitig bemerkt werden.

In einer normalen Schwangerschaft, bei der es keine Verdachtsmomente auf Probleme bei Frau und Kind gibt, sind bis zur Geburt sieben Routineuntersuchungen vorgesehen, die Ihr Frauenarzt durchführt und von der Krankenkasse bezahlt werden. Sie wollen sich bis zur Geburt des Baby lieber von einer Hebamme betreuen lassen? Kein Problem. Sie können sechs der sieben Untersuchungen auch von einer Hebamme übernehmen lassen.

Der erste Untersuch in der Schwangerschaft

Die erste Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft findet für manche Schwangere statt, sobald sie herausgefunden hat, dass sie ein Kind bekommt. Es kann aber auch sein, dass Ihr Arzt Sie erst in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche sehen möchte. Vor der 16. Schwangerschaftswoche ist bei Frauen in der Schweiz nämlich nur eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Für die erste Vorsorgeuntersuchung sollten Sie etwas Zeit einplanen. Zunächst wird Ihr Frauenarzt ausführlich mit Ihnen Ihre Krankengeschichte besprechen, falls er Sie nicht schon seit Jahren betreut und diese daher kennt.

Zunächst wird der die Krankheitsgeschichte der Mutter aufgenommen: Waren Sie schon einmal schwanger, hatten Sie Abbrüche oder Fehlgeburten? Welche Krankheiten und Operationen hatten oder haben Sie? Erzählen Sie Ihrem Arzt auch, ob und welche Medikamente Sie im Moment einnehmen. Er kann Sie beraten, welche Medikamente in der Schwangerschaft sicher sind oder wo Sie auf Alternativen umsteigen sollten. Wahrscheinlich wird der Arzt auch die Essgewohnheiten der Frau erfragen und Ihnen Ernährungstipps für die Schwangerschaft geben, damit sich das Baby optimal entwickelt. Falls Sie es nicht ohnehin schon tun, wird er Ihnen zur Einnahme von Folsäure raten.

Zu dem persönlichen Gespräch kommen eine Reihe von Untersuchungen an der Frau: Ihr Arzt wird einen Krebsabstrich machen, Ihren Blutdruck und Ihr Gewicht messen sowie Ihr Urin und Ihr Blut untersuchen. Mit Ihrer Blutprobe werden Ihre Blutgruppe und der Hämoglobinwert festgestellt. Sollte Letzterer zu niedrig sein, wird Ihr Arzt Ihnen Eisen verschreiben. Ausserdem wird Ihr Blut auf Antikörper untersucht, die zum Beispiel eine Aussage darüber zulassen, ob Sie auf Röteln oder Toxoplasmose immun reagieren. Im zweiten Teil wird dann der Zustand des Babys genauer untersucht.

Diese Routineuntersuchungen finden statt

Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung gibt es in einer normalen Schwangerschaft zunächst einmal im Monat einen Termin beim Frauenarzt oder Hebamme, also ungefähr alle vier Wochen. Natürlich nur, wenn keine Risiken oder Krankheiten erkannt wurden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft, wenn die Geburt immer näher rückt, werden die Untersuchungen dann etwas häufiger stattfinden.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird die Gewichtszunahme der Frau kontrolliert. Ausserdem wird Ihr Blutdruck gemessen und Ihr Urin auf Auffälligkeiten hin untersucht: Ein zu viel an Eiweiss könnte ein Hinweis auf Präeklampsie sein, ein zu viel an Zucker ein Hinweis für Schwangerschaftsdiabetes sein. Zudem wird untersucht, ob es dem Kind gut geht und ob die Entwicklung der berechneten Woche entspricht. Bei Ihrem ungeborenen Baby werden unter anderem die Herztöne angehört, die Lage des Kindes wird überprüft und gemessen, wie weit die Oberkante der Gebärmutter hinaufreicht.

Vorsorgeuntersuchungen bei Risikoschwangerschaft und pränatale Diagnostik

Immer mehr Schwangerschaften werden heute als Risikoschwangerschaft eingestuft. Dies hat die verschiedensten Gründe. So sind zum Beispiel immer mehr Frauen über 35 Jahre, wenn sie das erste Mal schwanger sind und ab diesem Alter gilt eine Schwangerschaft automatisch als Risikoschwangerschaft. Falls Ihr Frauenarzt Sie in die Kategorie der Risikoschwangerschaften zählt, dann sind noch mehr Untersuchungen vorgesehen.

Je nach Art des Risikos wird der Arzt der Mutter noch weitere Tests und Untersuchungen der pränatalen Diagnostik vorschlagen. Lassen Sie sich hier gut beraten und besprechen Sie mit Ihrem Partner, welche Untersuchungen Sie tatsächlich möchten und wie Sie mit dem eventuellen Ergebnis umgehen. Dazu gehören zum Beispiel auch Untersuchungen, die heute oft fast routinemässig bei vielen Schwangeren gemacht werden, wie der Ersttrimester-Test. Dabei wird das Blut untersucht und die Nackenfalte gemessen, um einen statistischen Risikowert für Chromosomenabweichungen wie Trisomie 21 zu ermitteln.

Zur pränatalen Diagnostik gehören auch zwei Ultraschalluntersuchungen, die als Routine in jeder Schwangerschaft von der Grundversicherung bezahlt werden. Diese beiden Ultraschalluntersuchungen finden zwischen der 11. und 14. sowie zwischen der 20. und 23. Schwangerschaftswoche statt. In einer Risikoschwangerschaft können dazu noch weitere Ultraschalluntersuchungen kommen.

Mehr Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen:

Weitere Informationen im Netz oder Beratung:Unter www.appella.ch finden Sie mehr Informationen. Die unabhängige Beratungsstelle hilft auch, wenn Sie Fragen zur Vorsorge und pränataler Diagnostik haben.

Broschüre «Schwangerschaft, Muttersein»: Eigentlich für Migrantinnen geschrieben enhält die Broschüre jedoch viele Informationen, die für alle Schwangeren interessant sind. Erhältlich über www.migesplus.ch, Herausgeber: Schweizerischer Hebammenverband, 20 Seiten, 2006