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Geburt einleiten: Alles, was du über eingeleitete Wehen wissen musst

Viele Frauen machen sich Gedanken, wenn das Baby auf sich warten lässt. Solange es dir und dem Baby gut geht, besteht aber kein Grund zur Sorge. Lediglich bei Komplikationen, einer Risikoschwangerschaft oder einer Übertragung wird eingeleitet. Hier findest du alles, was du über die Einleitung, Risiken, Hausmittel und wehenfördernde Methoden wissen musst.

Wenn eine Schwangerschaft zu lange dauert, kann eine Einleitung nötig werden.
Wenn eine Schwangerschaft zu lange dauert, kann eine Einleitung nötig werden. © Getty Images, Fly View Productions

Geburt einleiten: Das Wichtigste in Kürze

Bist du über dem errechneten Geburtstermin? Solange es dir und deinem Kind während der Schwangerschaft gut geht, ist es nicht weiter schlimm, dass der errechnete Geburtstermin überschritten ist. Bestehen jedoch gesundheitliche Probleme, eine Risikoschwangerschaft oder eine Übertragung, muss die Geburt eventuell medizinisch eingeleitet werden.

Geburt einleiten natürlich: Diese Hausmittel können helfen

Wer die Geburt natürlich einleiten möchte, kann auf Hausmittel wie Bewegung zurückgreifen. Spaziergänge können die Wehentätigkeit fördern, weil das Gewicht deines Kindes auf dein Becken drückt und so sanft den Geburtskanal dehnt. Auch Treppensteigen wird empfohlen. Sei dabei aber vorsichtig, da eine gewisse Verletzungsgefahr besteht.

Wenn du scharfes Essen liebt, darfst du nun auch zuschlagen, denn dieses regt den Darm an. Dieser liegt nahe an der Gebärmutter und kann aus diesem Grund Wehen auslösen.

Ein bewährtes Hausmittel ist auch Sex: Geschlechtsverkehr kann die Wehen auf natürliche Weise einleiten. Im Sperma ist das wehenanregende Hormon Prostaglandin enthalten. Durch die Stimulation der weiblichen Brustwarzen wird das Wehenhormon Oxytocin ausgeschüttet. Beim weiblichen Orgasmus treten ausserdem Kontraktionen der Gebärmutter auf, die Wehen einleiten können.

Wehen einleiten mit Wehencocktail?

Von sogenannten Wehencocktails mit Rizinusöl und anderen pflanzlichen Bestandteilen wird abgeraten. Diese verursachen Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Schmerzen und einen hohen Wasserverlust. Verzichte auch unbedingt darauf, selbst einen Wehencocktail mischen zu wollen.

Experten raten vom Wehencocktail ab

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© Yuri_Arcurs, Getty Images

Wehencocktails waren lange Zeit ein beliebtes und einfaches Hausmittel, um die Wehen zu fördern. Am bekanntesten sind Mischungen aus Rizinusöl als Hauptbestandteil, Aprikosensaft und Sekt. Aber welche Wirkung versteckt sich dahinter? Erfahre mehr in unserem Artikel.

Geburt einleiten: Diese Gründe gibt es

Wenn die Mutter an Diabetes oder einer Schwangerschaftsvergiftung leidet, ist eine Einleitung nötig. Ebenso sind ein Blasensprung, eine vorgeburtliche Wachstumsstörung sowie Versorgungsprobleme des Ungeborenen Gründe, die für eine Geburtseinleitung sprechen. Zu wenig Fruchtwasser oder auffällige Herztöne im CTG, ein zu grosses oder zu schweres Baby, Bluthochdruck oder Mehrlings- und Zwillingsschwangerschaften sind ebenfalls ernst zu nehmende Gründe.

Ob es notwendig ist, die Geburt künstlich einzuleiten, hängt aber stets vom jeweiligen Zustand der Mutter und des ungeborenen Kindes ab.

Geburt einleiten ab wann: Wie lange nach ET wird eingeleitet?

Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt bei risikoarmen Schwangerschaften eine Geburtseinleitung ab der 42. Schwangerschaftswoche. Ab der 42. Schwangerschaftswoche handelt es sich um eine «Übertragung». Bei dieser läuft das Baby Gefahr, nicht mehr genügend Sauerstoff oder Nährstoffe zu bekommen. Von einer Übertragung sind nur etwa sechs Prozent der Schwangeren betroffen.

💡 So läuft eine Einleitung ab 💡

1 Nachdem entschieden wurde, eine Einleitung durchzuführen, wird die Weite des Muttermundes überprüft. Dies entscheidet, mit welchem Medikament eingeleitet wird.

2 Wenn der Muttermund noch geschlossen ist, wird meist ein Prostaglandin-Zäpfchen verwendet, welches Gebärmutterkontraktionen verursachen soll. In der Regel werden so innert Stunden Wehen angeregt.

3 Sollte der Muttermund etwas geöffnet sein, entscheidet man sich für einen sogenannten Wehentropf. Dieser wird über eine Armvene verabreicht. Das enthaltene Oxytocin verursacht Kontraktionen und setzt so die Geburt in Gange.

Geburt einleiten auf Wunsch?

In einigen Fällen werden Geburtseinleitungen auch auf Wunsch der Mutter durchgeführt. Dieses Vorgehen ist von Experten jedoch sehr umstritten. Wer darauf besteht, die Geburt einleiten zu lassen, muss im Vorfeld unbedingt über alle Risiken aufgeklärt worden sein. Dazu gehören überdurchschnittliche Schmerzen und mehr Stress für das Baby.

Geburt einleiten oder Kaiserschnitt?

In der Regel wird eine Einleitung falls möglich bevorzugt, da ein Kaiserschnitt ein höheres Risiko mit sich bringt. Sich von einem Kaiserschnitt zu erholen dauert auch um einiges länger als bei einer vaginalen Geburt. Auch haben Kinder später möglicherweise ein höheres Risiko, an Krankheiten wie Asthma oder Diabetes zu erkranken.

Wie lange dauert es von der Einleitung bis zur Geburt?

Eine Einleitung kann wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Jede Frau reagiert etwas anders auf die Medikamente. Falls du dir Sorgen machst, solltest du auf jeden Fall das Gespräch mit deinem Arzt oder der Hebamme suchen.

Geburt einleiten: Diese Risiken gibt es

Eine eingeleitete Geburt ist in der Regel schmerzhafter als eine Spontangeburt. Es kann auch zu einem sogenannten Wehensturm kommen. Die Wehen sind dann sehr stark und die Pausen dazwischen nur kurz. Viele Frauen nehmen dies als extrem schlimm wahr. Darum kommt es bei einer eingeleiteten Geburt auch öfter zum Einsatz einer PDA.

Bei eingeleiteten Geburten kommt es auch häufiger zu Gebärmutterrissen, Plazentaablösungen oder starken Blutungen.

Auch für das Baby bringt eine eingeleitete Geburt Risiken mit sich. Bei extrem starken Wehen nimmt es weniger Sauerstoff auf, was sich auf die Herztöne und den Darm auswirken kann.

Wie schmerzhaft sind eingeleitete Wehen?

Nach einer eingeleiteten Geburt sind die Wehen um einiges schmerzhafter. Dies liegt daran, dass der Körper nicht genügend Zeit hat, um schmerzunterdrückende Hormone, die Endorphine, auszuschütten. Ein Wehensturm verhindert es zudem, dass sich die Mutter zwischen den Wehen erholt.