Minipille: auch für Stillende zur Verhütung geeignet

Die Minipille enthält nur das Hormon Gestagen, während die herkömmliche Pille als Kombipräparat auch Östrogen beinhaltet. Dadurch hat die Minipille weniger Nebenwirkungen. Sie wird auch Stillenden zur Verhütung verschrieben.

Mit der Minipille lässt sich auch in der Stillzeit sicher verhüten.

Mit der Minipille in dritter Generation ist die Verhütung sicherer denn je zuvor. Foto: Jupiterimages, BananaStock, Thinkstock

Aus den ersten Gestagenen wurden in den 1960er-Jahren sogenannte «Gestagene der zweiten Generation» entwickelt. Dazu gehört Levonorgestrel, das Bestandteil der herkömmlichen Minipille ist. Das Hormon sorgt dafür, dass der Schleim im Gebärmutterhals (Zervixschleim) zäher wird. Es bildet sich ein Schleimpfropf, der den Spermien das Eindringen in die Gebärmutter stark erschwert. Zusätzlich führen Gestagene zu einer Nidationshemmung. Das bedeutet, dass die Gebärmutterschleimhaut sich nicht genug aufbaut, um einem befruchteten Ei eine Einnistung zu ermöglichen. Herkömmliche Minipillen mit Levonorgestrel müssen jeden Tag zur selben Uhrzeit eingenommen werden. Bei einer Abweichung von mehr als drei Stunden ist keine sichere Empfängnisverhütung mehr gewährleistet.

Minipille mit Gestagenen der dritten Generation

Mit Desogestrel ist heute ein Gestagen der dritten Generation auf dem Markt, das unter dem Handelsnamen Cerazette als Minipille erhältlich ist. Auch dieses Gestagen verändert die Konsistenz des Schleims im Gebärmutterhals. Zusätzlich verhindert es aber – genau wie die östrogenhaltigen Verhütungsmittel – den Eisprung. Mit diesem doppelten Wirkmechanismus erreichen Minipillen erstmals die gleiche Verhütungssicherheit wie die weit verbreitete Pille, auch Mikropille genannt. Für den Einnahmezeitpunkt gilt bei der neuen Minipille eine grössere Toleranz. Wird die Einnahme vergessen, kann sie innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt werden. Der Gynäkologe Dr. med. Pierre Villars aus Zürich bestätigt auf seiner Internetseite: «In der Schweiz wird im Packungsprospekt zwölf Stunden angegeben, was mit internationalen Studien übereinstimmt.»

Östrogenfreie Minipille eignet sich für Stillende

Da Östrogen die Milchproduktion hemmt und die Zusammensetzung der Muttermilch verändern kann, werden stillenden Müttern oft Minipillen zur Verhütung empfohlen. Auch Frauen mit einer Überempfindlichkeit gegen Östrogen, mit erhöhtem Thrombose-Risiko oder mit starken Menstruationsschmerzen profitieren von Pillen, die nur Gestagen enthalten. Wer raucht, über 35 ist oder von der herkömmlichen Pille östrogenbedingte Nebenwirkungen bekommt, findet in der Minipille eine gute Alternative.

Minipille Nebenwirkungen

In den meisten Fällen sind bei der Minipille die Nebenwirkungen weniger ausgeprägt als bei östrogenhaltigen Präparaten. Möglich sind aber unregelmässige Blutungen, Akne, Spannungsgefühle in der Brust, Übelkeit oder Stimmungsschwankungen.

Absetzen der Minipille

Besteht ein Kinderwunsch oder soll aus anderen Gründen die Verhütung beendet oder gewechselt werden, dann lässt sich die Minipille ohne Probleme jederzeit absetzen. Die Einnahme einer Gestagen-Pille senkt die zukünftige Fruchtbarkeit nicht. Besonders bei den herkömmlichen Präparaten, die den Eisprung nicht verhindern, werden viele Frauen schnell nach Absetzen schwanger. Auch bei den Gestagenen der dritten Generation (Desogestrel) kommt es bei einigen Frauen schon im ersten Zyklus nach Beendigung der Einnahme wieder zu einem Eisprung. Wie bei jeder hormonellen Empfängnisverhütung kann es aber einige Monate dauern, bis sich der Körper umgestellt hat und wieder regelmässige Zyklen auftreten.

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