Verhütung nach der Geburt: Das ist in der Stillzeit sicher

Stillen allein ist keine sichere Verhütungsmethode, wenn Sie nicht bald wieder schwanger werden möchten. Deshalb sollten Sie sich über Verhütung nach der Geburt Gedanken machen. Wir stellen Ihnen einige Verhütungsmittel vor, die auch in der Stillzeit angewendet werden können.

Verhütung nach der Geburt ist mit mehreren Methoden möglich.

Auch in der Stillzeit stehen verschiedene Verhütungsmittel zur Verfügung. Foto: Stockbyte, Thinkstock

Wahrscheinlich haben Sie direkt nach der Geburt anderes im Kopf als Geschlechtsverkehr. Ihr Körper erholt sich noch von der Geburt. Sie müssen mit den Veränderungen zurechtkommen, die mit einem neuen Baby einhergehen und Schlafmangel sorgt zunächst sicher auch nicht für die richtige romantische Stimmung. Irgendwann jedoch kommt die Lust wieder und dann sollten Sie das Thema Verhütung nicht vergessen. Bereits wenige Wochen nach der Geburt können Sie theoretisch wieder einen Eisprung haben und dies oft, bevor Sie Ihre erste Regel haben. Auch wenn Sie noch ein Kind möchten: Zu kurze Zeitabstände zwischen zwei Schwangerschaften können zu Komplikationen bei Ihnen und dem neuen Baby führen. Gute Gründe also, sich mit dem Thema Verhütung zu beschäftigen.

Verhütungsschutz durch Stillen?

Sicher haben Sie schon gehört, dass das Stillen einen natürlichen Verhütungsschutz bietet. Dies ist nicht ganz falsch. Für die Milchproduktion ist das Hormon Prolaktin zuständig. Dieses sorgt nicht nur für die Nahrung für Ihr Baby, sondern unterdrückt auch gleichzeitig die Arbeit der Eierstöcke, sodass es sehr wahrscheinlich nicht zu einem Eisprung kommt. Die Betonung muss dabei auf «wahrscheinlich» liegen, denn einen zuverlässigen Schutz bietet das Stillen nicht und die relative Verhütungssicherheit besteht auch nur, wenn Sie Ihr Baby voll stillen. Sobald zugefüttert wird oder zu lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten bestehen, kann der Prolaktinspiegel sinken.

Verhütung mit Hormonen in der Stillzeit?

Wenn Sie also sicher sein wollen, dass sich nicht schon bald ein neues Baby ankündigt, sollten Sie andere Verhütungsmethoden wählen. Vielleicht haben Sie vor Ihrer Schwangerschaft eine Verhütung benutzt, die auf Hormonen basiert, wie zum Beispiel die normale Pille. Bei hormonellen Verhütungsmitteln werden meist die Hormone Östrogen und Gestagen (Gelbkörperhormon) gegeben. Falls Sie stillen, kommen nun nur hormonelle Verhütungsmittel in Frage, die ausschliesslich Gestagen enthalten. Das Hormon Östrogen kann nämlich die Milchproduktion beeinflussen. Gestagen hat dagegen keinen Einfluss und geht nur in geringen Mengen auf die Muttermilch über.

Zu den hormonellen Verhütungsmethoden, die nur Gestagen enthalten und daher in der Stillzeit verwendet werden können, gehört zum Beispiel die Minipille. Im Gegensatz zur Pille müssen Sie die Minipille jeden Tag zur selben Zeit einnehmen, um umfassenden Verhütungsschutz zu gewährleisten. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie in Ihrem Leben mit Neugeborenem schon an zu viele andere Sachen denken müssen, dann stehen Ihnen andere Methoden zur Verfügung, die auf Gestagen beruhen und bei denen Sie nicht täglich an zeitgenaue Einnahme denken müssen.

Dazu gehört zum Beispiel die Dreimonatsspritze, bei der das empfängnisverhütende Hormon aller drei Monate in den Gesässmuskel gespritzt wird. Eine weitere Möglichkeit ist ein Hormonimplantat. Dabei wird ein Stäbchen in die Innenseite des Oberarms eingesetzt, was regelmässig Gestagene freisetzt. Ein Hormonimplantat muss aller drei Jahre erneuert werden. Noch länger wirkt die Hormonspirale, die bis zu fünf Jahren im Körper verbleiben kann. Da die Spirale direkt an der Gebärmutter wirkt, ist der Hormongehalt im Blut niedriger als bei den anderen hormonellen Verhütungsmethoden.

Hormonfreie Verhütung

Vielleicht gehören Sie zu den Frauen, die in der Stillzeit gar keine Hormone einnehmen möchten, um ganz sicher zu sein, dass Sie Ihrem Baby nicht schaden. Auch hier stehen Ihnen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Das Kondom ist dabei das einfachste Verhütungsmittel, das zudem auch noch sehr sicher ist. Für ein Kondom spricht, dass es in den Wochen nach der Geburt nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor Infektionen im Unterleib schützen kann.

Eine Möglichkeit der längerfristigen hormonfreien Verhütung ist eine Kupferspirale. Sie gilt als sehr sicher, kann jedoch zu verstärkten Monatsblutungen führen.

Methoden der natürlichen Familienplanung, wie Temperatur– oder Billingsmethode oder die Verhütung mit einem Zykluscomputer eignen sich für die Zeit nach der Geburt zunächst nicht. Voraussetzung für eine erfolgreiche natürliche Verhütung ist nämlich ein einigermassen regelmässiger Tagesablauf. Wenn Sie jedoch nachts mehrmals aufstehen, um Ihr Baby zu füttern, verfälscht dies Ihre Körpertemperatur. In der Stillzeit ist zudem Ihre Temperatur gleichmässig hoch und Sie haben sehr wahrscheinlich noch nicht Ihre Regel.

Ihre individuellen Verhütungsbedürfnisse können Sie auch im persönlichen Gespräch erörtern:

  • Schon im Wochenbett können Sie mit Ihrer Hebamme darüber sprechen.
  • Ihr Frauenarzt/Ihre Frauenärztin ist natürlich, wie wahrscheinlich auch schon vor der Geburt, ein guter Ansprechpartner. Die rezeptpflichtigen Verhütungsmittel bekommen Sie ohnehin von ihm oder ihr.
  • Die Schweizerische Stiftung für sexuelle und reproduktive Gesundheit betreibt Beratungsstellen im ganzen Land. Eine in Ihrer Nähe finden Sie unter www.isis-info.ch

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Verhütung nach der Geburt? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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Swica

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