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Babykleider anziehen ohne Geschrei – die richtigen Griffe

Im Winter brauchen Babys neben Body und Pullover einen warmen Schneeanzug, dazu Mütze und Handschuhe. So mancher Spaziergang fällt aus, weil dein Kind das lange Anziehen als Tortur empfindet. Mit praktischen Babykleidern und den richtigen Griffen lässt sich das Anziehen angenehmer gestalten.

Viele Babys schreien, wenn man ihnen Kleidung anziehen möchte
Wenn Babys beim Anziehen der Babykleider schreien, haben sie vielleicht Schmerzen. Foto: Solstock, iStock, Getty Images Plus

Draussen ist es bitter kalt. Es ist keine Frage, dass das Baby für den Spaziergang warm angezogen werden muss. Doch für viele Säuglinge ist das Anziehen, vor allem wenn es lange dauert, eine Tortur. Mit Hilfe einiger Tipps und Tricks wird das Anziehen der Babykleider für die Kleinen weitaus angenehmer.

Dem Baby die Kleidung über den Kopf ziehen

Viele Babys mögen es gar nicht, wenn Mama oder Papa ihnen einen Pullover oder eine warme Mütze über den Kopf zieht. Weinerlich verziehen sie das Gesicht, bevor sie beginnen, aus Leibeskräften zu schreien. Warum Neugeborene so heftig auf das Anziehen reagieren, dafür gibt es mehrere mögliche Gründe – einer davon hat mit der Haltung des Köpfchens zu tun.

«Oft bemerken Eltern gar nicht, dass sie das Köpfchen ihres Kindes nach hinten drücken, wenn sie den Pullover oder die Mütze erst über das Gesicht und dann über den Hinterkopf ziehen», erklärt Karin Ritter, Osteopathin, Physiotherapeutin und Autorin des Ratgebers «Baby-Nöte verstehen» (Trias-Verlag). «Dabei entsteht ein Druck in der Halswirbelsäule, der dem Kind Schmerzen bereitet.»

Besser gelingt das Anziehen, wenn Eltern den Kopf des Kindes mit beiden Händen anheben und den Pullover unter den Kopf legen.

Anschliessend legen sie den Kopf in den Halsausschnitt. Nun lässt sich der Pullover über den Hinterkopf, dann über die Stirn und über das Gesicht ziehen. Mit diesem Tipp können Eltern auch eine Mütze von hinten nach vorn über den Babykopf schieben. Wie das Kind schonend angezogen wird, zeigt dieses Video:

Video: YouTube, ELTERN (eltern.de)

Das Baby anziehen

Ärmel und Hosenbeine

Besonders leicht lassen sich Ärmel über Arme sowie Hosen und Strumpfhosen über Beinchen ziehen, wenn sie zuerst gerafft werden. Mit der Hand in die Rolle greifen, die Hand oder den Fuss des Babys umfassen und das Kleidungsstück auf dem Arm oder Bein des Neugeborenen abrollen.

Baby-Bodys

Ein Wickelbody lässt sich einem Baby leicht anziehen. Kremple den Ärmel und streife ihn rasch über den Arm des Kindes. Dann zieh den Oberkörper des Babys hoch, so dass es sitzt, stütze den Rücken mit einer Hand, während du mit der anderen Hand das Rückenteil des Bodys um den Rücken legst. Sobald das Baby wieder liegt, lässt sich der zweite Ärmel des Bodys anziehen.

Leicht zu handhabende Babykleider

Beim Kauf von Kleidung für Neugeborene, Säuglinge und Kinder ist einiges zu beachten: Je kleiner der Halsausschnitt eines Pullovers oder T-Shirts ausfällt, umso stressiger wird das Anziehen für das Kind. Wer Babykleider möchte, die sich leicht anziehen lassen, achtet beim Kauf darauf, dass die Kleidung elastisch und der Halsausschnitt möglichst gross oder aufknöpfbar ist. Was sonst noch in den Schrank gehört, zeigt unsere Checkliste für die Erstausstattung.

Darüber hinaus lohnt es sich, auf Accessoires zu verzichten und passende Kleidungsstücke zu kaufen, die warm sind und nicht drücken. Hosenbund, Knöpfe, Reissverschlüsse und Druckknöpfe an Hosen oder Oberteilen können beim Liegen leicht zu Druckstellen auf der Haut werden. Strampler gelten nach wie vor als bequem, weil sie nirgendwo auf die empfindliche Babyhaut drücken und nicht verrutschen können.

«Wählen Sie für Ihr Kind elastische Stoffe ohne auftragende Bündchen», rät Karin Ritter. «Jede Form von Verschluss wie Reissverschluss, Knopf oder Druckknopf sollte sich auf der Schulterhöhe oder im Schritt befinden.» Diese Bereiche werden beim Aufliegen nicht belastet. Socken sollten einen breiten, weichen Bund haben, der nicht in die Haut einschneidet.

Kordeln, Bändel und lose Kleinteile

Nicht alles, was hübsch aussieht, gehört an Babykleider. In den Hals- und Kapuzenbereich von Kinderkleidung gehören keine Kordeln und Schnüre, weil sie sich verhaken können und dann Strangulationsgefahr besteht. Die europäische Norm für Kinderbekleidung sieht deshalb vor, dass dort keine Kordeln angebracht sind – sichere Alternativen sind Klettverschlüsse oder Druckknöpfe [1]. Prüfe auch geerbte und gebrauchte Kleidungsstücke und entferne vorhandene Kordeln an Jacken, Pullovern, Kapuzen und Kragen; Knoten, Kordelstopper oder Feststeller am Ende sind ebenfalls ungünstig [1].

Ein zweiter Punkt sind lose Kleinteile: Knöpfe, Applikationen, Perlen oder Schleifen, die sich abtrennen lassen. Alles, was kleiner ist als ein Tischtennisball oder als der Durchmesser einer WC-Rolle, gehört nicht in die Reichweite kleiner Kinder – es kann verschluckt werden und die Atemwege blockieren [2]. Kontrolliere lose Nähte deshalb regelmässig, gerade bei Kleidung, die schon durch mehrere Hände gegangen ist.

Die richtige Kleidung für die Wintermonate

Im Winter gilt es, mehrere warme Schichten Kleidung übereinander zu tragen. Dabei kannst du mit einem Strampler oder Body als Basiskleidung anfangen. Der Vorteil des Zwiebelprinzips: Wird es dem Kind zu warm, nimmst du einfach eine Schicht weg. Babys fühlen sich eingeengt, wenn sie sich nicht mehr frei bewegen können – und das passiert vor allem im Winter. Wähle die Grössen deshalb so, dass Arme und Beine genügend Spielraum behalten; wie du die passende Nummer findest, liest du in unserem Beitrag zur richtigen Kleidergrösse für dein Baby.

Genauso wichtig wie Wärme ist, dass sich kein Hitzestau bildet: Kleide dein Kind der Jahreszeit entsprechend, aber nicht zu warm [3]. Ob es passt, spürst du im Nacken – leg den Handrücken auf die Haut zwischen den Schulterblättern [3]. Kühle Hände und Füsse sind normal, ein verschwitzter Nacken ist das Zeichen, eine Schicht auszuziehen.

Babykleider im Kinderwagen

Sinkt das Thermometer im Winter unter null Grad, sollte das Kind einen warmen Anzug tragen. «Er hält dann besonders warm, wenn die Ärmchen am Körper bleiben können und nicht in die Ärmel eingefädelt werden müssen», informiert die Hebamme Ursula Jahn-Zöhrens. Eine Mütze schützt die zarte Haut auf dem Kopf vor Kälte.

Darüber hinaus sind Kinderwagen in der Regel mit einem warmen Winterfusssack aus Fleece, gefülltem Anorakstoff oder Fell ausgestattet. Doch Vorsicht: Auch im Kinderwagen kann das Baby überhitzen. «Eltern müssen deshalb immer wieder kontrollieren, dass das Baby nicht kocht», so Ursula Jahn-Zöhrens. Das gilt besonders für den Wechsel von draussen nach drinnen: In der beheizten Wohnung, im Bus oder im Auto staut sich die Wärme unter Schneeanzug und Fusssack sehr schnell [3]. Dort also lieber eine Schicht ausziehen, auch wenn das Baby gerade schläft.

Babykleider im Tragetuch

Im Tragetuch benötigt das Baby eine warme Jacke, auch dann, wenn es unterwegs unter der Jacke der Mutter oder des Vaters getragen wird. «Sollte das Baby über der Jacke oder auf dem Rücken getragen werden, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Beinchen und Füsschen nicht auskühlen, wenn sie runter baumeln», erklärt Ursula Jahn-Zöhrens.

Zum Schlafen gelten andere Regeln

Was tagsüber praktisch ist, ist nachts nicht automatisch richtig. Zum Schlafen empfiehlt sich ein Schlafsack statt einer Decke, und das Baby wird auf den Rücken gelegt [4]. Mütze und Handschuhe braucht es dabei nicht – Kinder schwitzen nicht gern –, und rund 18 Grad Raumtemperatur genügen [3]. Kordeln und Bänder haben im Babybett nichts verloren, weil sich das Kind darin verheddern kann [4][2]. Mehr dazu in unseren Beiträgen zur sicheren Schlafposition und zum passenden Babybett.

Buch-Tipp zum Thema Baby anziehen

«Baby-Nöte verstehen» – ein Ratgeber von Karin Ritter, TRIAS-Verlag (ISBN 978-3-8304-8010-5).

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Sichere Kinderkleidung (deutsche Fachbehörde; für die Schweiz besteht keine abweichende Empfehlung). Abgerufen am 8. August 2026.
  2. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Ersticken – Prävention und Erste Hilfe. Abgerufen am 8. August 2026.
  3. Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), Die ersten Wochen zu Hause. Abgerufen am 8. August 2026.
  4. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Sicherer Alltag mit Baby – Unfälle verhindern. Abgerufen am 8. August 2026.

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