Das Baby stillen: Fünf Tipps

Nichts zufüttern

Füttern Sie Ihrem Kind nichts zu, es sei denn, Sie möchten langsam abstillen. Ein voll gestilltes Baby benötigt nichts anderes als Muttermilch, nicht einmal Wasser oder Tee an einem heissen Sommertag. Alles, was Sie zufüttern, reduziert den Appetit des Babys auf Muttermilch. Und Sie wissen jetzt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot! Wenn das Baby immer weniger trinkt, wird in Ihrer Brust auch weniger Milch gebildet.

Stillprobleme meistern

So schön und wertvoll Stillen ist - ganz ohne Schwierigkeiten kommt kaum eine Mutter durch die Stillzeit. Wenn Sie vor einem Problem stehen, ist es wichtig, dass Sie Hilfe bei Ihrer Hebamme, Mütter- oder Stillberaterin suchen. Denn machen wir uns nichts vor – wunde Brustwarzen schmerzen und die Versuchung abzustillen ist gross. Suchen Sie rechtzeitig professionelle Hilfe, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit das Stillen wieder schmerzfrei und unkompliziert wird. Am Ende werden Sie froh sein, dass Sie durchgehalten haben.

Ihre Rechte kennen

Wenn Sie nach dem Mutterschaftsurlaub an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, Ihr Baby aber trotzdem weiterstillen möchten, so haben Sie als stillende Mutter Rechte, die sie in Ihrem Vorhaben unterstützen – sei es, weil Sie Ihr Kind am Arbeitsplatz stillen, weil Sie zum Stillen den Arbeitsplatz verlassen oder einfach weil Sie Zeit (und einen Ort) zum Abpumpen der Muttermilch benötigen. Sie können Ihre Rechte in der Broschüre «Mutterschaft – Schutz der Arbeitnehmerinnen» des Staatsekretariats für Wirtschaft SECO und im Artikel «Stillen am Arbeitsplatz» nachlesen.

Medikamente während der Stillzeit

Wenn möglich sollten Medikamente während der Stillzeit vermieden werden, mit Ausnahme von Medikamenten, für die entsprechende Erfahrung bei der Anwendung in der Stillzeit vorhanden ist – und davon gibt es mehr als man denkt! Viel zu häufig wird den Müttern einfachheitshalber zum Abstillen geraten, ohne dabei an die Folgen für Mutter und Kind zu denken! Die Dosis, die ein Kind über die Muttermilch aufnimmt, ist in der Regel sehr gering und stellt in der Praxis nur bei wenigen Arzneistoffklassen (z.B. bei Krebsmedikamenten) eine Gefahr dar. In den meisten Fällen kann mit etwas gutem Willen von seitens der Ärzte ein stillverträgliches Medikament gefunden werden.

Zeit zum Abstillen?

Heute wird empfohlen, mindestens vier bis sechs Monate ausschliesslich zu stillen und parallel zum Zufüttern bis zum Alter von zwei Jahren oder länger weiterzustillen. Geschichtlich und weltweit betrachtet dauert die Stillzeit eher Jahre als Monate, die Norm liegt zwischen zwei bis vier Jahren. Allerdings ist das Stillen von «grossen» Kindern in unserer Gesellschaft unpopulär und erfordert einigen Mut. Wichtig ist, dass Sie sich zu nichts drängen lassen – weder zum einen noch zum anderen – denn einen allgemeingültigen, «richtigen» Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht. Er ist dann gekommen, wenn Ihr Baby kein Interesse mehr zeigt oder Ihr Gefühl es Ihnen so sagt.

Text: Dr. pharm. Chantal Schlatter

Chantal Schlatter gibt Tipps zum Stillen.Über die Autorin

Chantal Schlatter (geb. 1975 in Basel) studierte an der Universität Basel Pharmazie. Als Apothekerin sammelte sie zunächst praktische Erfahrungen, bevor sie wieder an die Universität zurückkehrte, um zu promovieren. Mit ihrer zusätzlichen Ausbildung zur Fachjournalistin kann sie ihre beiden grossen Leidenschaften – die Wissenschaft und das Schreiben – verbinden. Als Mutter von sechs Kindern verfügt die Autorin neben ihrem fachlichen Wissen über praktische Erfahrungen, um ihren Leserinnen und Lesern wertvolle Antworten auf häufig gestellte Fragen geben zu können. Sie ist Autorin des Buches «Stillen neu entdeckt».

 

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