Samichlaus: Ein Fest mit Geschichte

Wer ist denn das, der am Abend mit seinem Eseli durch die Strassen wandert? Der Samichlaus erinnert an den Bischof von Myra, einen legendären, eindrucksvollen Mann. Seine Botschaft lässt sich Kindern mit einem schönen und besinnlichen Fest leicht näher bringen.

Samichlaus: Backen, basteln und feiern mit Kindern

Samichlaustag: Der Chlaus und seine Gesellen besuchen die Kinder im Dorf. (Bild: stnikolaus.ch)

Wenn der Samichlaus mit seinem Eseli durch die Strassen wandert, sind manche Kinder verwirrt. «Ist das etwa der Weihnachtsmann?», fragen sie sich. Tatsächlich sehen Samichlaus und Weihnachtsmann oft ähnlich aus.

Doch in Wahrheit hat der Samichlaus nichts mit dem kommerzialisierten US-amerikanischen Mythos vom Santa Claus zu tun. «Es schmerzt den Samichlaus jedes Mal ein wenig, wenn ein Vater seinem Kind mit Überzeugung erklärt, der Samichlaus sei der, der ‚Ho, Ho, Ho‘ mache und an Weihnachten durch den Schornstein komme», so der Bubiker Samichlaus. Stattdessen erinnert Samichlaus an den Bischof von Myra, einen eindrucksvollen Mann.

Samichlaus war einst ein Bischof

Der Heilige Nikolaus, in der Schweiz «Samichlaus» genannt, war im vierten Jahrhundert Bischof in Myra, einem kleinen Ort etwa 100 Kilometer südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Er war ein barmherziger und selbstloser Mensch, der überall half, wo er nur konnte. Alles, was er besass und darüber hinaus noch erbetteln konnte, verschenkte er an Arme und an Kinder.

Mit dem Samichlaus-Tag, dem 6. Dezmeber, erinnern wir uns jedes Jahr an den Todestag dieses Bischofs. Noch heute bringt der Samichlaus den Kindern Nüsse, Früchte und Schokolade und zeigt auf diese Weise, wie viel Freude das Schenken bereitet.

Legenden über den Samichlaus

Um den heiligen Nikolaus ranken sich viele Legenden. Eine unter diesen berichtet, dass es in Myra einmal eine schlimme Hungersnot gab. Der Regen hatte die ganze Ernte verdorben. Als im Hafen Schiffe vor Anker lagen, die randvoll mit Getreide für den Kaiser beladen waren, überredete Nikolaus die Schiffsleute, die Ladung an die Armen zu verteilen: «Wenn Ihr uns ein paar Säcke Korn abgebt, braucht ihr keine Angst zu haben, denn bei Eurer Ankunft im Zielhafen wird kein einziges Korn fehlen.»

Und dann geschah das Wunder: Obwohl viele Kornsäcke vom Schiff geschleppt wurden, kamen die Seeleute mit voller Ladung beim Kaiser an. Der Bischof von Myra hatte nicht gelogen!

Eine andere Legende erklärt, wie der Brauch zustande kam, am Vorabend des Nikolaustages möglichst grosse Socken oder Schuhe vor die Tür zu stellen. Ein gottesfürchtiger Mann war so arm, dass er seinen drei Töchtern zur Heirat keine Aussteuer mitgeben konnte. In seiner Verzweiflung wollte er sie deshalb zur Prostitution schicken. Als Nikolaus davon erfuhr, warf er drei goldene Äpfel durch den Kamin der Familie. So fielen sie direkt in die zum Trocknen aufgehängten Socken.

Samichlaus‘ Botschaft: «Wer teilt, gewinnt!»

Samichlaus war ein Mann, der gerne schenkte. Deshalb fand im Mittelalter die Weihnachtsbescherung, auf die sich Kinder besonders freuen, ursprünglich am Nikolaustag statt.

Dies änderte sich erst durch den Reformator Martin Luther. Er lehnte die römisch-katholische Form der Heiligenverehrung und damit auch die Verehrung des Niklaus' ab. Die Beschenkung rutschte damit terminlich auf das Weihnachtsfest. Dennoch hat der Samichlaus bis heute seinen Geschenklisack nicht abgelegt.

«Wer teilt, verliert nicht, sondern gewinnt», so lautet eine der zentralen Lehren, die Samichlaus uns allen hinterlassen hat. Zwar ist er unbestritten ein katholischer Heiliger, doch wurde die Figur über Jahrhunderte von diversen Einflüssen verschiedener Religionen und Mythen geprägt. Der heutige Samichlaus ist für alle da. Seine Botschaft lässt sich Kindern mit einem wunderschönen, besinnlichen Fest leicht näher bringen.

Samichlaus-Brauch: Säckli füllen

Am Samichlaustag freuen sich Kinder auf die Leckereien in ihrem Säcklein.

Ein Säckli voller Leckereien, Nüssen und Mandarinen. (Bild: Alex/iStock, Thinkstock)

Am Vorabend des Samichlaus-Tages sind Kinder oft schon sehr gespannt und freuen sich riesig auf den Samichlaus und die vollen Säckli, die er jedes Jahr mitbringt. Damit der Samichlaus den Weg besser findet, können Sie ihm ein Windlicht vor die Türe stellen - das lässt gleichzeitig die Vorfreude steigen.

Darüber hinaus freut er sich über Wegzehrung wie eine Mandarine oder einen Apfel. Klar, dass er nicht vergessen darf, sie mitzunehmen, wenn er selber Süsses, Nüsse, Früchte und vielleicht ein paar kleinere Überraschungen bringt.

Fest mit Kindern vorbereiten

Eine Familienfeier ist Sache aller Familienmitglieder. «Deshalb sollte die Feier nicht für die Kinder, sondern mit ihnen gestaltet werden», so Otto Kromer, Autor des Buches «Nikolaus der zu den Kindern kommt».

  • Der Samichlaus-Tag kann Anlass sein, die Wohnung adventlich zu schmücken. Vielleicht haben die Kinder Lust, mit ihren Eltern gemeinsam zu basteln? In unserem Dossier «Weihnachtsbasteln» finden Sie viele Anregungen.
  • Viel Spass macht es, zusammen mit anderen zu feiern. Sicher freuen sich die Kinder, wenn sie ein paar Freunde einladen dürfen. Haben die Eltern Lust, sie zu begleiten?
  • Schon ein paar Kerzen und eine Kanne duftender Tee verbreiten adventliche Stimmung.
  • Keine Zeit zu backen? Auch gekaufte Guetzli können fein schmecken. Hauptsache, man findet Zeit füreinander!
  • Ein paar Spiele, die zur adventlichen Stimmung passen, lockern das Fest auf.
  • Wer mag, bestellt den Samichlaus samt Schmutzli und Eseli. In vielen Regionen der Schweiz gibt es Samichlaus-Gesellschaften, die mit ihren Besuchen ein altes Brauchtum aufrecht erhalten.

Mit Büchern auf das Fest vorbereiten

Verschiedene Bücher vertiefen das Verständnis des Samichlaus-Festes. So erzählen Kathrin Siegenthaler und Marcus Pfister Drei- bis Fünfjährigen in ihrem Buch «Wie Sankt Nikolaus einen Gehilfen fand» (NordSüdVerlag) sehr kindgerecht vom Leben des Heiligen. An dieselbe Altersgruppe richtet sich das Buch «Wundervoller Nikolaus» (Don Bosco Verlag) von Bettina Herrmann, Sybille Wittmann und Petra Lefin. «Nikolaus: Kleiner Stern, erklär mir das!» (Herder Verlag) heisst das Buch, in dem Ulla Bohn und Denitza Gruber die biblische Legende Sechs- bis Achtjährigen erzählen.
 

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