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Woher kommt eigentlich der Samichlaus?

Wer ist denn das, der am Abend mit seinem Eseli durch die Strassen wandert? Der Samichlaus erinnert an den Bischof von Myra, einen legendären, eindrucksvollen Mann. Seine Botschaft lässt sich Kindern mit einem schönen und besinnlichen Fest leicht näher bringen.

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Diese Samichläuse begegnen uns Anfang Dezember. © swissinfo.ch

Die Geschichte vom Samichlaus: Das Wichtigste in Kürze

  • Der Weihnachtsmann ist nicht dasselbe wie unser Samichlaus. Unser Samichlaus kommt vom heiligen Nikolaus. Der Weihnachtsmann entspricht dem amerikanischen Santa Clause. 
  • Der Samichlausbrauch erinnert an den Heiligen Bischof Nikolaus von Myra. Dieser wurde bekannt, weil er überall half, wo er konnte und so das Leben vieler Menschen berührte. Lese hier mehr über ihn. 
  • Die Chlaus-Säckli sollen an die Grosszügigkeit des Heiligen Nikolaus erinnern. Um diese ranken sich viele Legenden.

Wenn der Samichlaus mit seinem Eseli durch die Strassen wandert, freuen sich gross und klein. Doch nur die wenigsten kennen die Geschichte hinter dem Brauch.

Ist der Samichlaus der Weihnachtsmann?

Der Samichlaus hat mit dem kommerzialisierten US-amerikanischen Mythos vom Weihnachtsmann bzw. Santa Clause nichts zu tun. Der Samichlaus ist also nicht derjenige, der ‚Ho, Ho, Ho‘ macht und an Weihnachten durch den Schornstein kommt. Stattdessen erinnert Samichlaus an den Bischof von Myra, einen eindrucksvollen Mann.

Wer hat den Samichlaus erfunden?

Der Samichlaus erinnert an den Heiligen Nikolaus. Er war im vierten Jahrhundert Bischof in Myra, einem kleinen Ort etwa 100 Kilometer südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Er war ein barmherziger und selbstloser Mensch, der überall half, wo er nur konnte. Alles, was er besass und darüber hinaus noch erbetteln konnte, verschenkte er an Arme und an Kinder.

Dieses Gemälde zeigt den heiligen Nikolaus von Myra.
Dieses Gemälde zeigt den heiligen Nikolaus von Myra. © Getty Images, whammer121736

Um den heiligen Nikolaus ranken sich viele Legenden. Eine unter diesen berichtet, dass es in Myra einmal eine schlimme Hungersnot gab. Der Regen hatte die ganze Ernte verdorben. Als im Hafen Schiffe vor Anker lagen, die randvoll mit Getreide für den Kaiser beladen waren, überredete Nikolaus die Schiffsleute, die Ladung an die Armen zu verteilen: «Wenn Ihr uns ein paar Säcke Korn abgebt, braucht ihr keine Angst zu haben, denn bei Eurer Ankunft im Zielhafen wird kein einziges Korn fehlen.»

Und dann geschah das Wunder: Obwohl viele Kornsäcke vom Schiff geschleppt wurden, kamen die Seeleute mit voller Ladung beim Kaiser an. Der Bischof von Myra hatte nicht gelogen!

Warum wird der Samichlaus am 6. Dezember gefeiert?

Mit dem Samichlaus-Tag, dem 6. Dezember, erinnern wir uns jedes Jahr an den Todestag des Bischofs von Myra. Noch heute bringt der Samichlaus den Kindern Nüsse, Früchte und Schokolade und zeigt auf diese Weise, wie viel Freude das Schenken bereitet.

❄️ Und was ist mit Schmutzli? ❄️

Die Ursprünge von Schmutzli sind weit weniger klar als jene vom Samichlaus. Es wird vermutet, dass er erfunden wurde, um als Gegenkraft des «Himmelsboten» Samichlaus zu agieren. Man glaubt auch, dass die Darstellung des Schmutzli seinen Ursprung in den spätmittelalterlichen Kinderschreck-Figuren hat. Diese kursierten auf Flugblättern. Eltern nutzten sie zur Erziehung und erzählten den Kindern Schauermärchen, um sie zu Gehorsam zu bringen.

Warum beschenkt man einander am Samichlaustag?

Man beschenkt einander am Samichlaustag, um an die Grosszügigkeit des Heiligen Nikolaus zu erinnern. Eine andere Legende erklärt, wie der Brauch zustande kam, am Vorabend des Nikolaustages möglichst grosse Socken oder Schuhe vor die Tür zu stellen. Ein gottesfürchtiger Mann war so arm, dass er seinen drei Töchtern zur Heirat keine Aussteuer mitgeben konnte. In seiner Verzweiflung wollte er sie deshalb zur Prostitution schicken. Als Nikolaus davon erfuhr, warf er drei goldene Äpfel durch den Kamin der Familie. So fielen sie direkt in die zum Trocknen aufgehängten Socken.

«Wer teilt, verliert nicht, sondern gewinnt», so lautet eine der zentralen Lehren, die Samichlaus uns allen hinterlassen hat. Zwar ist er unbestritten ein katholischer Heiliger, doch wurde die Figur über Jahrhunderte von diversen Einflüssen verschiedener Religionen und Mythen geprägt. Der heutige Samichlaus ist für alle da.

🎅🏻 Das sind die schönsten Samichlaussprüchli 🎅🏻

Viele Chläuse wollen von den Kindern ein Sprüchli hören.
Viele Chläuse wollen von den Kindern ein Sprüchli hören. © Landbote / Marc Dahinden

Wenn Samichlaus und sein Geselle Schmutzli mit einem Sack voller Mandarinen und Nüsse vor der Tür stehen, ist es schön, wenn die Kinder kurze Gedichte vortragen. In unserem Artikel findest du Sprüchli, die dem Samichlaus bestimmt gefallen werden.