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Sinnvoll schenken zu Weihnachten: weniger Abfall, mehr Sinn

Konsumstress, Ressourcenverschleiss, Müllberge – Die Schattenseiten der besinnlichsten Zeit des Jahres zeigen sich spätestens dann, wenn die Tür hinter dem letzten Gast ins Schloss fällt und du dich fragst: «Wohin, zum Teufel, mit all den Geschenken?» Dieser Beitrag zeigt, wie Schenken nachhaltiger, persönlicher und weniger verschwenderisch gelingen kann.

Sinnvolle Geschenkideen zu Weihnachten
Worüber freut sich eine Person, die schon alles hat? Die Antwort ist leichter als gedacht. Bild: Collage der Redaktion / Gajus, iStock, Thinkstock / PD. 

«Mein Sohn hat mir zu Weihnachten eine Ladung Backsteine geschenkt», verkündet die ältere Dame stolz ihren überraschten Freundinnen. Auf den ersten Blick wirkt das unpassend – auf den zweiten ist es eine Idee, die zeigt, wie Geschenke sinnvoll gestaltet werden können: Dein Geschenk kann Menschen direkt helfen, statt in einer Ecke zu verstauben. Genau das wollte ihr Sohn mit einem Spendengeschenk erreichen, das in ein Heks-Projekt für Roma-Siedlungen in Serbien fliesst.

Warum nachhaltiges Schenken sinnvoll ist

Die Vorweihnachtszeit ist eine Phase intensiven Konsums. Dieser Konsum hat Auswirkungen auf Ressourcen, Abfall und Klima – sei es durch eingepackte Kleinigkeiten, haltbare Dekoartikel oder Lebensmittel, die am Fest unangebrochen bleiben. Ein Drittel der globalen Lebensmittelverluste und -verschwendung entsteht laut United Nations Environment Programme, 2021, in Haushalten oder auf Verbraucherseite. Wenn du beim Schenken bewusst planst, kannst du also aktiv dazu beitragen, weniger Abfall zu produzieren und Ressourcen zu schonen.

So planst du Geschenke mit Sinn

Führe vor dem Geschenkekauf ein kurzes Gespräch: Stimmt ihr Geschenke ab oder bevorzugt ihr gemeinsame Zeit? Solche Absprachen vermeiden unnötigen Einkauf und Enttäuschungen. Konkret kannst du:

  • Erfahrungen schenken: Konzerttickets, ein gemeinsamer Abend, ein Kochkurs oder eine Naturführung schaffen bleibende Erinnerungen statt Dinge.
  • Gemeinschaftsgeschenke organisieren: Ein grosses Geschenk mit mehreren Personen verhindert Einzelkäufe und erhöht die Chance auf Qualität statt Quantität.
  • Auf Wunschzettel setzen: Ein offener Wunschzettel (auch digital) reduziert Fehlkäufe und Frust beim Beschenkten.
  • Secondhand oder Selbstgemachtes wählen: Gut erhaltene Bücher, Spielzeug oder handgemachte Geschenke sind oft persönlicher und nachhaltiger.
  • Auf Verpackung achten: Verwende wiederverwendbare Geschenkverpackungen, Stoffbeutel oder Zeitungspapier statt Einweg-Geschenkpapier.

Spendengeschenke: wie und worauf du achten solltest

Spendengeschenke sind eine echte Alternative, wenn sie zur Persönlichkeit des Beschenkten passen. Angebote wie die Kampagne «Hilfe schenken» von Heks verbinden eine Spende mit einer attraktiven Urkunde, sodass das Geschenk sowohl symbolisch als auch konkret wirkt. Achte dabei auf Transparenz und Gütesiegel: Das ZEWO-Gütesiegel signalisiert, dass eine Organisation den Umgang mit Spenden prüft.

Tipps für Spendengeschenke:

  • Sprich die Idee vorher an, damit sich Beschenkte nicht übergangen fühlen.
  • Wähle Projekte mit klarer Zweckbindung und geprüfter Verwendung der Mittel.
  • Informiere dich über die Nachhaltigkeit der Projekte (langfristige Wirkung, lokale Einbindung).

Bienen-Patenschaft: Natur sinnvoll unterstützen

Bienen und andere Bestäuber sind für einen grossen Teil unserer Nahrung wichtig. In der Schweiz stehen viele Wildbienenarten auf den Roten Listen, was auf Bestandsrückgänge und Lebensraumverlust hinweist (Bundesamt für Umwelt, 2020). Mit einer Wildbienen-Patenschaft, wie sie «Wildbiene und Partner» anbietet, kannst du aktiv etwas tun: Du schenkst ein BeeHome, erhältst im Frühling eine Startpopulation und unterstützt so lokale Bestäubung. Solche Geschenke eignen sich besonders für Naturinteressierte und Familien mit Balkon oder Garten.

Wichtig zu wissen: Bei Bienenprojekten solltest du auf Anbieter achten, die Rücksicht auf Krankheiten und standortgerechte Betreuung nehmen. Eine Patenschaft ist ein längerfristiger Beitrag zur Biodiversität – nicht nur ein einzelnes Dekostück.

Mehr Informationen zum BeeHome findest du hier

Weitere sinnstiftende Geschenkideen

Hier konkrete, praktikable Vorschläge, die wenig Abfall erzeugen und oft einen nachhaltigen Nutzen haben:

  • Mitgliedschaft in einer Spielzeug- oder Werkzeugbibliothek: Spielzeug oder Werkzeuge ausleihen statt kaufen – für Familien praktisch und platzsparend.
  • Gutscheine für Reparatur-Cafés oder -Werkstätten: Ein Gutschein für die Reparatur eines Lieblingsstücks verhindert Wegwerfen und fördert handwerkliche Fähigkeiten.
  • Zeit-Gutscheine: Biete Babysitten, einen Werk- oder Putzeinsatz, einen gemeinsamen Halbtagesausflug oder regelmässige Unterstützung an – oft wertvoller als materielle Geschenke.
  • Patenschaft für einen Obstbaum oder eine Baumspende in der Gemeinde: Bäume binden CO2 und stärken die lokale Biodiversität; die Klimawirkung von Aufforstung und Oekerosystemleistungen wird in Berichten des IPCC, 2021, diskutiert.
  • Abo für eine regionale Hofkiste: Regelmässige Bio-Gemüse- oder Milchlieferungen unterstützen lokale Produzentinnen und Produzenten und reduzieren Transportwege.
  • Skill-Kurse oder Lernangebote: Sprach- oder Musikunterricht, digitale-Kurs-Abos oder Handwerkskurse sind Geschenke mit langfristigem Nutzen.
  • Upcycling- oder Bastel-Workshop: Gemeinsam kreativ sein und altes Material in Neues verwandeln.
  • Mikrofinanz- oder Bildungsfonds-Spende im Namen des Beschenkten: Investitionen in Ausbildung oder Mikrounternehmertum haben oft hohe Hebelwirkungen vor Ort.
  • Gemeinsame Zeit mit sozialem Mehrwert: Besuch eines Generationenzentrums, eine Freiwilligenstunde oder ein gemeinsamer Einsatz in einer lokalen Initiative.

Praktische Regeln für nachhaltige Geschenke

Hier eine Checkliste, die dir beim Einkaufen und Verschenken hilft:

  1. Frage nach Vorlieben und Bedürfnissen – ein kurzes Gespräch spart oft teure Fehlkäufe.
  2. Bevorzuge Qualität und Langlebigkeit gegenüber schnelllebigen Trends.
  3. Wäge ab: Ist das Geschenk materielle Befriedigung oder echte Bereicherung?
  4. Beachte Verpackung, Lieferwege und mögliche Rückgabeoptionen.
  5. Bei Lebensmitteln: plane Menge und Haltbarkeit, damit nichts weggeworfen werden muss.

Missverständnisse, die du ausräumen kannst

Ein paar Mythen, die oft auftreten:

  • «Teuer ist automatisch besser» – Nicht unbedingt: Ein gut ausgewähltes, günstiges oder geerbtes Geschenk kann viel bedeutungsvoller sein.
  • «Spenden statt schenken ist unpersönlich» – Eine persönlich gestaltete Urkunde oder ein gemeinsamer Check-in zeigt, dass die Spende mit Bedacht gewählt wurde.
  • «Secondhand ist peinlich» – Gut ausgewählte Secondhand-Artikel sind nachhaltig, oft hochwertig und können sehr persönlich sein.

Wenn du diese Punkte berücksichtigst, kannst du die Weihnachtszeit entspannter und ressourcenschonender gestalten – und deinen Liebsten Geschenke schenken, die wirklich Freude machen.

Von: Fabienne Eisenring

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