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Konfitüren leicht gemacht

Eine selbst gemachte Marmelade aus Früchten schmeckt der ganzen Familie. Die Konfitüren sind ausserdem ein schönes Geschenk für Freunde und Verwandte. Mit diesen Tipps und Tricks geht es ganz einfach.

Konfitüren und Marmelade leicht gemacht

Konfitüren können leicht selbst gemacht werden. Foto: iStock, zeleno, Thinkstock

Egal ob die Früchte aus dem eigenen Garten, vom Obsthändler oder selbstgepflückt von Obstplantagen stammen: Qualität ist auch hier das beste Rezept! Verwenden Sie ausschliesslich reife, einwandfreie Früchte zur Herstellung von Konfitüren und Gelees. Überreife oder beschädigte Früchte sind nicht geeignet.

Auch tiefgefrorene Früchte sind hervorragend geeignet. Grössere Früchtemengen, die besonders zur Erntezeit anfallen, können vorbereitet und ungezuckert für den späteren Verbrauch eingefroren werden. Tiefgekühlte Früchte sind vor allem für Ihre schnellen, spontanen Einmach-Ideen bestens verwendbar: Wiegen Sie die tiefgekühlten Früchte gefroren ab, tauen Sie diese dann erst auf und verwenden Sie den entstehenden Saft bei der Zubereitung mit.

 

 

Was ist Pektin?

Pektin ist als natürlicher Bestandteil in fast allen Früchten enthalten. Beim Einmachen fügen Sie den Früchten Pektin mit Gelierpulver zu. Nach kurzem Erhitzen bilden das Pektin und das Frucht-Zucker-Säure-Gemisch während des Erkaltens ein festes Zell-Gerüst, auch «Gel» genannt; man spricht vom «Geliervorgang».

Was ist eine Gelierprobe?

Eine Gelierprobe zeigt, ob die zubereitete Fruchtmasse während des Erkaltens genügend gelieren kann. Geben Sie dazu 1 bis 2 Teelöffel von dem zubereiteten, heissen Kochgut auf einen kleinen (am besten gekühlten) Teller. Wird die Gelierprobe dicklich bzw. fest, so bekommt auch der Rest Ihrer Konfitüre oder des Gelees genügend Festigkeit in den Gläsern. Wird eine stärkere Festigkeit gewünscht, einfach den Saft von 2 bis 3 Zitronen unter das heisse Kochgut rühren, nochmals die Gelierprobe machen und erst dann abfüllen. Der Geliervorgang in den Gläsern kann bis zu einer Woche oder länger dauern.

Saftgewinnung für Frucht-Gelees

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Saft für Frucht-Gelees zu gewinnen:

  • Früchte ohne Zuckerzugabe im Dampfentsafter entsaften und abkühlen lassen
  • Kleinere Fruchtmengen ohne Zuckerzugabe mit Hilfe eines Schnellkochtopfes (mit Zubehör Siebeinsatz und ggf. Saftauffangschale) entsaften und abkühlen lassen
  • Früchte evtl. klein schneiden, mit etwas Wasser weich kochen und den Saft anschliessend durch ein Tuch ablaufen lassen und abkühlen lassen
  • Zitrusfrüchte (z.B. Orangen, Zitronen) können Sie einfach auspressen

So viele vorbereitete Früchte (grob zerkleinert) benötigen Sie etwa, um 1 Liter Fruchtsaft zu gewinnen: Äpfel 1800 g, Johannisbeeren, schwarz 1700 g, Birnen 2700 g, Pfirsiche 1700 g, Brombeeren 1500 g, Quitten 2300 g, Erdbeeren 1300 g, Rhabarber 1500 g, Himbeeren 1800 g, Sauerkirschen 1600 g, Holunderbeeren 1800 g, Stachelbeeren 1600 g, Johannisbeeren, rot 1500 g, Weintrauben 1700 g.

Fruchtsaft, der mit Hilfe einer elektrischen Zentrifuge gewonnen wird, ist zur Herstellung von Gelee nicht so gut geeignet. Daraus zubereitete Gelees können trübe und in der Konsistenz weicher sein. Durch Zelluloseteilchen im Saft kann das Gelee zudem griessig sein.

Falls Sie den Saft für Ihre Gelees nicht selbst gewinnen möchten, können Sie zum Beispiel mit Dr. Oetker Gelfix Extra und Gelfix Super jeden im Handel erhältlichen Saft (ausser Traubensaft) oder Nektar verwenden.

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Früchte sorgfältig waschen und gut abtropfen lassen. Schadhafte Stellen sowie Stiele, Kerne, Steine usw. entfernen.

Früchte sehr fein schneiden oder musig zerkleinern, abwiegen.

Für Gelees: Früchte nur grob zerkleinern, evtl. entsteinen und entstielen und daraus Saft gewinnen. Abgekühlten Saft abmessen!

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Mit Dr. Oetker Gelfix Classic 1 zu 1: Gelierpulver erst mit 2 Essl. des abgewogenen Zuckers vormischen. Mischung dann in einer grossen Pfanne mit den Früchten bzw. dem Fruchtsaft verrühren.

Mit Dr. Oetker Gelfix Extra 2 zu1 und Gelfix Super 3 zu 1: Das Vormischen ist nicht nötig! Gelierpulver jeweils direkt mit der gesamten Menge des abgewogenen Süssungsmittels mischen und mit Früchten bzw. Fruchtsaft verrühren

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Das Kochgut unter ständigem Rühren bei starker Hitze zum Kochen bringen.

Bei allen Gelfix-Produkten:Kochgut mindestens 3 Minuten unter ständigem Rühren sprudelnd weiterkochen lassen. Vor dem Abfüllen eine Gelierprobe machen!

Bei Dr. Oetker Gelfix Classic 1 zu 1: Jetzt restlichen Zucker unter die kochende Fruchtmasse rühren und alles wieder zum Kochen bringen.

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Das Kochgut sofort randvoll in vorbereitete Gläser füllen und verschliessen. Gläser etwa 5 Minuten auf dem Deckel stehen lassen. Der Geliervorgang kann 1 Woche oder länger dauern!

 

 

Erdbeeren nicht unter fliessendem Wasser waschen, weil die zarten Beeren sonst leicht beschädigt werden und Aroma sowie Saft verlieren. Aus demselben Grund Himbeeren nur sorgfältig verlesen.

Keine grösseren Mengen auf einmal zubereiten. Grössere Mengen bedeuten längere Kochzeiten und ein schlechteres Durchkochen der Masse: kein optimales Ergebnis in Festigkeit und Farbe.

Zum Kochen brauchen Sie eine grosse Pfanne, am besten aus Edelstahl. Diese sollten Sie immer maximal bis zur Hälfte füllen, um ein Überkochen zu vermeiden. Ferner benötigen Sie noch einen Rührlöffel, eine Schaumkelle, eine Schöpfkelle und möglichst einen Einfüllring.

Bei eiweissreichen Früchten (z. B. Erdbeeren) ist gelegentlich ein Abschäumen nötig, da der natürliche Schaum das Aussehen und die Haltbarkeit des Einmachgutes beeinträchtigen kann (Lufteinschlüsse).

Konfitüren und Gelees können nach dem Kochen durch einen Schuss «Hochprozentiges» (Likör usw.) verfeinert werden. Die Gelierung wird davon bei geringen Mengen (bis etwa 3 Esslöffel) nicht beeinträchtigt. Bei grösseren Mengen Frucht- bzw. Saftmenge entsprechend reduzieren.

 

 

Konfitüren und Gelees sollten sauber eingefüllt werden: Der Glasrand muss vor dem Verschliessen sauber sein. Lassen Sie die Gläser danach sofort umgedreht etwa 5 Minuten auf dem Deckel stehen. So kommt möglichst wenig Luft ins Glas und Ihre Konfitüren sind optimal vor Verderb geschützt.

Bewahren Sie Ihre Einmach-Schätze an einem kühlen, dunklen Ort auf. So sind sie u. a. vor Farbveränderungen geschützt und die Gelierung kann sich voll entfalten.

Bitte beachten Sie, dass sich die Haltbarkeit des Einmachgutes durch fetthaltige Zutaten wie Nüsse und Kokosraspel oder nicht mitgekochte stückige Extras wie Minze- und Melissenblättchen verkürzt.

 

Text und 4 Fotos: Dr. Oetker