Abnehmen mit der Glyx-Diät

Ist die Glyx-Diät nur ein Modetrend oder können Sie damit wirklich dauerhaft Gewicht reduzieren? Wie die Einhaltung des glykämischen Indexes (GI oder Glyx ) zum Abnehmen führen soll und ob es funktioniert, erfahren Sie hier.

Eine Frau betrachtet sich vor dem Spiegel

Die Glyx-Diät verspricht langfristige Erfolge beim Abnehmen: Eine Frau betrachtet sich vor dem Spiegel. (Bild: ronstik/iStock, Thinkstock)

Glyx ist die Abkürzung für glykämischer Index (GI). Das ist ein Wert, der angibt, wie stark der Blutzuckerspiegel nach Aufnahme eines bestimmten Lebensmittels steigt. Wenn Sie Lebensmittel mit niedrigem «Glyx» essen, bleiben Sie länger satt.

Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index wiederum bewirken, dass Sie schneller wieder hungrig werden. Die Glyx-Diät nutzt dies, indem sie eine Ernährungsumstellung unter Verwendung des «Glyx» vorgibt.

Länger kein Hungergefühl mit Glyx-Diät

Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index (.z.B. Baguette) werden vom Körper schnell aufgenommen und der Blutzuckerspiegel steigt rasant an. Damit der Blutzuckerspiegel wieder auf ein Normalmass sinkt, braucht der Körper grosse Insulinmengen.

Weil das Ganze recht schnell von sich geht, schüttet der Körper mehr Insulin aus, als eigentlich notwendig. Dieses Mehr an Insulin erzeugt leicht eine Unterzuckerung: es kommen Hungergefühle auf, die gestillt werden wollen. Darüber hinaus erschwert ein hoher Insulinspiegel den Abbau von Körperfett.

Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index (z.B. Vollkornprodukte) werden vom Körper nur sehr langsam aufgenommen, der Blutzuckerspiegel steigt dadurch nur langsam an und behält länger seine Höhe. Dadurch spürt man viel länger kein Hungergefühl.

Glyx-Diät im Detail

Salat und Tomaten haben wenig Kohlenhydrate und sind deshalb ideal für die Glyx-Diät.

Salat und Tomaten sind ideal für eine Glyx-Diät, weil sie wenig Kohlenhydrate haben.

Der «Glyx» hilft, Lebensmittel auszuwählen, die lange satt machen. Er führt zum Verständnis der Ursachen von Heisshungerattacken und man versteht, warum Weissbrot schlechter satt macht als ein Stück Vollkornbrot. Bei dieser Betrachtung wird jedoch nur die Menge an Kohlenhydraten einbezogen, die durch den glykämischen Index identifiziert wird.

Es müssen aber auch Fett und Eiweiss bei der Ernährung berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Schwarze Schokolade hat einen niedrigen gykämischen Index. Das heisst, die Kohlenhydrate werden nur langsam vom Körper aufgenommen und machen dadurch langfristig satt. Ob dadurch schwarze Schokolade mit ihrem hohen Fett und Kaloriengehalt zum Abnehmen geeignet ist, muss bezweifelt werden.

Gleiches mit Gleichem vergleichen

Die Menge der Energie- und Fettzufuhr scheinen bei dieser Diät keine Rolle zu spielen. Diese Behauptung ist wissenschaftlich nicht tragbar, wie bei anderen Diäten ist auch hier die Energiebilanz für den Abnehmerfolg ein wichtiger Teil.

Um Lebensmittel zu vergleichen muss man verzehrsübliche Portionengrössen einander gegenüberstellen. Der «Glyx» bezieht sich jedoch nicht auf vergleichbare Lebensmittelportionen sondern auf eine standardisierte Menge Kohlenhydrate (50 g). Er vergleicht beispielsweise 1 kg Wassermelone (à 50 g Kohlenhydrate) mit 5 dl Fruchtsaft (à 50 g Kohlenhydrate).

Für Laien schwierig

Generell unterliegt der glykämische Index von Mensch zu Mensch individuellen Schwankungen. Er macht ausserdem nur Angaben über einzelne Nahrungsmittel und nicht über Nahrungsmittelkombinationen wie zum Beispiel Brot mit Butter und Marmelade oder über komplette Mahlzeiten. Ein Lebensmittel wird allerdings nur selten isoliert verzehrt, deshalb ist der glykämische Index ein eher theoretischer Wert.

Die Handhabung des glykämischen Indexes ist für Laien schwierig. Manche Nahrungsmittel sind zwar wegen ihres hohen Anteils an gesättigten oder gehärteten Fetten eher ungesund, haben aber einen niedrigen Index, weil Fette die Magenentleerung und somit die Aufnahme des Zuckers aus dem Darm verlangsamen. Um die Werte einzelner Lebensmittel interpretieren zu können, sollte man also einiges Grundwissen über Ernährung mitbringen, zumal auch die Zubereitung eine Rolle spielt und letztlich der glykämische Gesamtwert einer Mahlzeit zählt.

Der Glyx-Index von wichtigen Lebensmitteln

Niedrige Glyx-Werte (GL-W) bedeuten, dass beim Verzehr, der Blutzuckerspiegel langsam ansteigt (längeres Sättigungsgefühl) beim hohen Glyx-Wert hingegen steigt der Blutzuckerspiegel schnell an und entsprechend hoch ist die Insulinausschüttung im Körper (man hat schneller wieder ein Hungergefühl).

Referenzwert: Glukose hat ein GI von 100; Nahrungsmittel mit einem GI > 50 haben einen relativ hohen Wert, d.h. ihr Kohlenhydratanteil geht verhältnismässig schnell ins Blut über.

GI tief bedeutet <55
GI mittel 56-69
GI hoch >70

 

Lebensmittel Niedriger «Glyx»-Wert Mittlerer «Glyx»-Wert Hoher «Glyx»-Wert
Brot und Backwaren

Vollkornbrot mit Leinsamen, grobkörniges Roggenvollkornbrot

Fein geschrotetes Vollkornbrot, Gebäck Weissbrot
Getreideflocken

Vollkornmüsli ohne Zucker, Vollkornhaferflocken

Instant-Haferflocken, Fertigmüslis mit Zuckerzusatz Cornflakes
Nudeln, Reis und Kartoffeln

Hartweizennudeln, Vollkornspagetti

Pellkartoffeln, Vollkornreis  
Gemüse

Rohe Rüebli, Tomaten

Weich gekochte Rüebli, Kürbis  
Obst

Äpfel, Birnen

Ananas, Banane  
Süssigkeiten

Bitterschokolade (mehr als 70 Prozent Kakaoanteil), Milchzucker

Honig, Kristallzucker Traubenzucker, Malzzucker
Milchprodukte

Milch

Milchprodukte mit viel Zuckerzusatz  

 

Sprechzimmer

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gesundheitsportal «Sprechzimmer» entstanden

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