Komm, spiel mit mir: die beste Spielgruppe finden

Neue Gspänli und Spiele kennen lernen – das können alle Spielgruppen Kleinkindern bieten. Doch für genügend Personal oder ideale Räume fehlt oft das Geld. Verbindliche Qualitätskriterien gibt es nur in wenigen Kantonen und Gemeinden. Trotzdem können Sie eine gute Spielgruppe finden. Wir verraten wie.

Das freie Spiel steht in der Spielgruppe im Vordergrund.

In einer guten Spielgruppe haben Kinder genügend Zeit für das freie Spiel. Foto: boggy22, iStock, Thinkstock

Die meisten Spielgruppenleiterinnen haben eine Ausbildung. Doch verlangt wird sie von vielen Kantonen nicht. Jeder kann eine Spielgruppe gründen. Dafür braucht er häufig keine Ausbildung und keine Bewilligung.

Solche fehlenden verbindlichen Richtlinien für Spielgruppen sind ein Problem. Das hat der Schweizerische Spielgruppen-LeiterInnen-Verband SSLV erkannt und fordert «eine Bewilligungsplicht – oder mindestens eine Meldepflicht (...), damit eine Unterstützung (...) umgesetzt werden kann», wie es in einer Mitteilung des Verbandes von Anfang August 2014 heisst.

Was ist eine Spielgruppe?

Etwa sechs bis zehn Kinder ab drei Jahren bis zum Kindergartenalter treffen sich regelmässig zum Spielen. Eine Spielgruppenleiterin betreut die Kinder während zwei bis drei Stunden ein- bis dreimal pro Woche.

Quelle: Schweizerischer Spielgruppen-LeiterInnen-Verband

Ein Qualitätslabel ohne weitreichende Bedeutung

Seit 2001 gibt der Verband bereits ein Qualitätslabel heraus. Danach sollte beispielsweise eine Spielgruppenleiterin eine vom SSLV anerkannte Ausbildung haben inklusive Praxiserfahrung. In der Gruppe dürfen nicht mehr als zwölf Kinder sein. Es wird empfohlen, dass eine zweite Person die Gruppe betreut. Die Räume sollten rund 60 Quadratmeter gross sein, genügend Tageslicht herein lassen und kindersicher sein.

«Wir wären sehr froh, die Kantone würden die Richtlinien übernehmen. Das ist bis jetzt nicht der Fall», sagt Anna Lustenberger, Co-Präsidentin des SSLV, «dann bekäme auch das Label eine grössere Bedeutung.» Oft scheitere das Erlangen des Labels an den Finanzen: Die Spielgruppe könne sich keine idealeren Räumlichkeiten leisten oder keine zweite Person bezahlen. Kein Wunder, dass daher auch eine im Jahr 2013 vom Verband in Auftrag gegebene Studie zeigen konnte, wie unterschiedlich die Qualität ist.

Daran erkennen Sie eine gute Spielgruppe

Trotzdem können Eltern eine gute Spielgruppe in der Schweiz finden. Anna Lustenberger empfiehlt diese zu besuchen und mit der Leiterin zu reden, «dabei können sie sich gut auf ihr Bauchgefühl verlassen.» Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, die ihr Kind bereits in diese Betreuung geben. «Die Mund zu Mund Propaganda ist sehr ausschlaggebend». Eine schlechte Spielgruppe habe Mühe genügend Kinder zu finden.

Zu Beginn sollte es eine Eingewöhnungszeit geben, bei der die Eltern das Kind begleiten können. Auch während des Jahres sollten Besuche möglich sein, wenn es mit der Leiterin vorher abgesprochen ist. In einigen Spielgruppen ist regelmässig eine Mutter oder ein Vater als zweite Person dabei. Von den Eltern wird das sehr geschätzt, weil sie Spielideen mit nach Hause nehmen können.

Achten Sie auf die Gruppengrösse. Es sollten nicht mehr als zwölf Kinder sein. Meist sind es zehn. Ganz wichtig sei, dass die Gruppe konstant ist, nur so gebe es eine gute Gruppendynamik, sagt Anna Lustenberger.

Fragen Sie die Spielgruppenleiterin nach ihrer Ausbildung. Der SSLV erkennt neun Ausbildungsinstitutionen an. Zu den Richtlinien gehört, dass die Leiterinnen mindestens eine Ausbildung von 160 Stunden sowie ein Praktikum absolvieren. Die meisten Spielgruppenleiterinnen haben einen Erstberuf, viele sind Mutter.

Spielen, singen und werken in der Spielgruppe

Die Aufgabe der Leiterin ist es, den Kindern ein anregendes Lernumfeld bereit zu stellen. Sie wird während zwei bis drei Stunden Geschichten erzählen, singen, musizieren oder mit den Kindern spielen. Oft wird auch gemalt, gewerkelt und gebastelt. Im Vordergrund der Spielgruppe steht, wie der Name sagt, das freie Spiel. «Dort lernt das Kind eigene Ideen einzubringen, sich zu behaupten, Konflikte zu lösen, mit anderen zusammen zu spielen», sagt Anna Lustenberger. Spielgruppen fördern die soziale Kompetenz. Fremdsprachige Kinder lernen die deutsche Sprache besser kennen. Das sind wichtige Voraussetzungen für den Kindergarteneintritt.

Von den Spielgruppen wird heute immer mehr erwartet, dass sie gezielt in Sprachförderung und Integration investieren. Dies sei nur mit zusätzlicher, finanzieller Unterstützung der öffentlichen Hand, für die Entschädigung der Zweitleitung, möglich, heisst es beim SSLV. Zur Zeit finanzieren sich die Gruppen hauptsächlich durch Elternbeiträge. Eine Stunde kostet etwa zwischen sieben bis dreizehn Franken.

So finden Sie die passende Spielgruppe in Zürich, Bern, Basel oder anderswo

Unter www.sslv.ch finden Sie die regionalen Fachstellen des Verbandes, diese geben Ihnen gerne Auskunft, wo es freie Plätze in Ihrer Nähe hat.

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