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Autorität durch Beziehung – warum sich das für Eltern lohnt

Autorität und Beziehung müssen sich nicht ausschliessen. Wie es Ihnen gelingt, eine gleichwertige Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen und Ihre Autorität zu behalten, beschreibt Familienleben-Expertin Karin Zink.

Autorität und Beziehung müssen keine Gegensätze sein.

Druck und Macht helfen nur kurzfristig, wichtiger ist die Beziehung. Foto: pijama61, Getty Images Plus

Immer wieder kommt es mit meiner fünfjährigen Tochter zu kleinen Machtkämpfen. Ich komme dabei oft an meine Grenzen und sage auch mal: Wenn du das jetzt nicht machst, dann... Dabei will ich doch eine gute Beziehung zu ihr haben. Aber würde das bedeuten, dass ich keine Autorität mehr habe?

Das sagt Familienleben-Expertin Karin Zink dazu:

Autorität und Beziehung – klingt das nicht erst einmal wie ein Gegensatz? Kann es eine eine positive Beziehungsautorität überhaupt geben? Ja, das geht. Aber betrachten wir zunächst einmal, was wir gemeinhin unter Autorität verstehen.

Auf Wikipedia ist zu lesen, die kirchliche und die elterliche Autorität sei ein auf Tradition, Macht, Können beruhender Einfluss und ein dadurch erworbenes Ansehen. Als medizinische Autorität versteht man eine Person, die sich auf einem bestimmten Gebiet Ansehen erworben hat, massgeblichen Einfluss besitzt.

Autorität kann auf gleichwertiger Beziehung basieren

Es gibt jedoch zwei verschiedene Arten von Autoritäten: Autorität durch Macht und Autorität, die auf gleichwertiger Beziehung basiert.

Auf Macht begründete Autorität nutzt Drohungen, Druck und Kontrolle und erzwingt so Gehorsam. Wir alle kennen Aussagen wie diese: «Wenn du deinen Teller nicht leer isst, dann darfst du heute kein TV schauen. Wenn du deine Hausaufgaben nicht machst dann…»

Der Erfolg mit dieser Haltung ist kurzfristig, das Kind kann in die Rebellion kommen und ein Machtkampf entsteht. Die Haltung dahinter ist nicht gleichwertig. Sondern man vermittelt dem Kind: Du (Kind) hast meine Meinung und meinen Willen zu akzeptieren.

Eine gleichwertige Beziehung ist das Ziel

Wie können wir jedoch eine positive Beziehungsautorität aufbauen? Wir können das positive Verhalten des Kindes wertschätzen, es in seinem Tun ermutigen, kooperatives Verhalten vorleben und fördern und altersentsprechende Verantwortung übergeben.

Können wir als Eltern wirklich beeinflussen, ob es den Teller leer isst? Ist es nicht naheliegender, eine natürliche Folge, also den Hunger eintreten zu lassen?

Wenn wir bewusste, qualitative Zeit mit unseren Kindern verbringen, es ermutigen und selber kooperativ sind, dann kann eine gleichwertige (nicht gleichberechtigte) Beziehung entstehen und das ist die Basis der Beziehungsautorität.

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In unserer Serie «Alles eine Frage der Erziehung» beantwortet Familienleben-Expertenteam Ihre Fragen zur Erziehung und zum Familienalltag. Schreiben Sie an: redaktion@familienleben.ch.

Karin Zink beantwortet Ihre Fragen zu Erziehung und Familienalltag auf Familienleben.

Karin Zink ist seit 20 Jahren in der Pädagogik tätig. Zunächst als Kindergärtnerin, später als Psychomotorik-Therapeutin. Heute begleitet sie Eltern und Kinder auch individualpsychologisch als Familienberaterin und STEP-Kursleiterin. Karin Zink ist Mutter von zwei Kindern und lebt in Benken. karin-zink.ch

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