Kinder-Erziehung: Ab wann beginnt sie?

Kaum ist das Baby auf der Welt, schreit es nach Aufmerksamkeit. Müssen sich Eltern schon jetzt Gedanken über Erziehung machen? Erziehung: Ab wann fängt sie an und wie verändert sie sich? Dieser Beitrag gibt Ihnen hilfreiche Anregungen.

Ab wann ist Erziehung möglich und nötig?

In der Trotzphase ist Erziehung besonders herausfordernd, weil Kinder ihre Grenzen austesten. Foto: Dejdzura, iStock, Thinkstock

Erziehung ist ständig im Wandel. Egal, für welchen Weg sich Eltern entscheiden, sie muss dem Alter, dem Entwicklungsstand und der Persönlichkeit eines Kindes gerecht werden. Denn eines ist sicher: Ein Kleinkind kann nicht auf die gleiche Art und Weise erzogen werden wie ein Teenager.

Erziehung: ab wann ist sie möglich und nötig?

Wann beginnt Erziehung, ab wann ist sie wichtig? Diese Frage ist schnell zu beantworten, denn Erziehung beginnt, wenn ein Baby das Licht der Welt erblickt. Sofort nehmen seine Eltern zu ihm Kontakt auf, versuchen seine Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Damit haben sie begonnen, ihr Kind zu erziehen, denn sie sorgen dafür, dass es ihm gut geht und dass es sich altersgerecht und gesund entwickeln kann. Dieses sogenannte Urvertrauen ist die Basis jeder Erziehungsarbeit und hat einen grossen Einfluss auf die spätere Persönlichkeitsentwicklung eines Säuglings. Übrigens: Ein Baby kann noch nicht verwöhnt werden. Nehmen Sie es ruhig so oft wie möglich in den Arm, wenn es weint.

Die Erziehung beim Kleinkind: anstrengend, aber wirkungsvoll

Die Erziehung eines Kleinkindes empfinden Eltern meist als besonders grosse Herausforderung. Zwischen dem vollendeten ersten Lebensjahr und dem vierten Geburtstag durchlaufen Kinder in der Regel die sogenannte Trotzphase, die auch «Autonomiephase» genannt wird. In dieser Phase beginnen Kinder sich mehr und mehr von ihren Eltern zu lösen, denn sie werden mobiler und können sich immer besser verständlich machen. Sie wissen, was sie wollen, können Gefahren aber noch nicht einschätzen und stossen zudem immer wieder an die eigenen Grenzen, weil das Laufen und Sprechen nicht von heute auf morgen klappt. Das frustriert Kinder und es kann zu den allgemein bekannten Wutausbrüchen kommen, die Eltern gerade in der Öffentlichkeit besonders fürchten. Wenn ein Kind trotzt, ist es kaum ansprechbar. Trotzdem braucht es in dieser Situation klare Regeln: Ein «Nein» sollte ein «Nein» bleiben, auch wenn sich das Kind im Supermarkt auf den Boden wirft und schreit, als wäre es verprügelt worden.

Provokantes Verhalten bei Schulkindern und Teenagern

Schulkinder diskutieren gerne mit ihren Eltern und akzeptieren Regeln nicht mehr ohne weiteres. Gleiches gilt für Teenager, die sich immer mehr von ihren Eltern distanzieren und bewusst provozieren, um ihre Grenzen auszutesten. Kindererziehung ist in dieser Phase ein Geduldspiel, welches schnell in einen nervenaufreibenden Machtkampf ausartet. In dieser Situation fällt es Eltern schwer, gelassen zu bleiben. Gewalt ist in dieser Situation keine Lösung. Ein Füdlitätsch, eine Ohrfeige kann für das soziale und emotionale Gleichgewicht eines Kindes negative Folgen haben. «Man schätzt, dass zirka 20 Prozent der Schweizer Eltern ihre Kindern in irgendeiner Form schlagen», sagte der Schweizer Kinderarzt und Bestsellerautor Remo Largo dem Blick. Den meisten Eltern rutsche die Hand aus, ohne dies zu wollen. Er rät: «Sich Hilfe holen. Etwa bei einer Erziehungsberatungsstelle, in Kursen oder einer Elterngruppe.»

 

  • Wichtige Anregungen zum Thema Erziehung bieten Remo Largos Ratgeber «Babyjahre», «Kinderjahre» und «Jugendjahre»: www.buch.ch

 

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