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Kinder mit unsichtbaren Freunden sind besonders kreativ

Unsichtbare Freunde sind wahrlich fantastische Begleiter. Sie spielen, was sie spielen sollen, stehen zuverlässig in allen Lebenslagen zur Seite und eignen sich dennoch dann und wann hervorragend als Sündenböcke. Erziehungsexperten wissen: Kinder, die Fantasiefreunde erfinden, sind besonders kreativ.

Kind unterhält sich mit seinem unsichtbaren Freund

Kinder mit unsichtbaren Freunden besitzen eine grosse Fantasie. (Bild: Sasiistock/iStock, Thinkstock)

Seit kurzem hat die Familie ein neues Mitglied. Es heisst «Bantel». Wie Bantel aussieht, was er erlebt und wie es ihm geht, weiss allerdings nur die dreijährige Sara. «Bantel ist manchmal ein Hund und manchmal eine Katze», erzählt sie. Morgens versteckt sich Sara mit Bantel hinter ihrem Kleiderschrank. Nachmittags baut sie für Bantel ein Häuschen unter dem Tisch und isst gemeinsam mit ihm das Zvieri. Wohin sie auch geht und fährt - Bantel kommt mit und bringt Gummibärchen. In der Nacht, klar, da liegt er neben Sara im Bett.

Die Eltern beobachten den unsichtbaren Freund mit einer grossen Portion Amüsement, aber auch mit einer kleinen Portion Skepsis. «Ist es normal, dass sich Sara einen Freund ausdenkt, mit dem sie so intensiv spielt?», fragen sie sich. Doch Sorgen sind unnötig, wissen Erziehungsexperten.

Keine Angst vor unsichtbaren Freunden

Fantasiefreunde sind hilfreich: Sie stehen Kindern bei, wenn nötig, jederzeit und ungeteilt. «Bis in die Pubertät hinein sind unsichtbare Freunde ein völlig normaler Bestandteil der Entwicklung», so der bekannte Erziehungsexperte Jan Uwe-Rogge, in einem Interview mit der Berliner Morgenpost. Etwa 37 Prozent der Kinder erschaffen sich imaginäre Freunde, wie eine Studie von Marjorie Taylor, Professorin für Psychologie an der Universität von Oregon, ergab. Danach ist ein grosser Teil der Kinder mit unsichtbaren Freunden zwischen drei und sieben Jahre alt.

Jemand, der da ist, wenn man Langeweile hat. Jemand, der einen beschützt und tröstet, jemand, mit dem man Geheimnisse teilen kann. Einen solchen Helfer zu erfinden, der einem in allen Lebenslagen verlässlich zur Seite steht, ist klug. Kein Wunder, dass Kinder mit imaginären Spielkameraden über Eigenschaften verfügen, die ihnen durchs Leben helfen. Sie können sich oft gut in andere hineinversetzen und sind besonders kreativ, so Marjorie Taylor.

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