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Wie bringt man Kinder zum Aufräumen – ohne Drohen, Belohnen und Bestrafen?

Wie bringt man Kinder zum Aufräumen? Unsere Erziehungsexpertin weiss, wie es ohne Drohen, Belohnen und Bestrafen gelingen kann.

Wild spielen macht Spass! Aber wer räumt hinterher auf? Illustration: iStock

«Ich habe gelernt, dass ich nicht loben, sondern ermutigen soll. Belohnen ist das gleiche Übel wie Bestrafen. Dennoch begegne ich immer wieder Stolpersteinen in denen ich nicht genau weiss, wie ich mich optimal verhalten soll. Ein Beispiel: Die Kinder (4.5 und 2.5 Jahre) bauen im Wohnzimmer eine Burg mit dem Sofa, Stühlen, Decken und Kissen. Als sie fertig gespielt haben und sich dem nächsten Spiel widmen wollen, stelle ich fest: In einer Stunde ist es Zeit, um ins Bett zu gehen. Da das Wohnzimmer ein gemeinsamer Raum ist und ich diesen heute Abend noch brauche, möchte ich, dass die Kinder die Burg wieder aufräumen. «Kinder, ich sehe, dass ihr bereits ein neues Spiel gefunden habt. Ich brauche heute Abend den Platz im Wohnzimmer und stelle fest, dass ich diesen nicht nutzen kann. Könnt Ihr mir weiterhelfen?" Kein Zwang, keine Belohnung, kein Schimpfen - korrekt? Reaktion der Kinder: «Ja, Papi.» Und sie spielen weiter. Auch 30 Minuten später spielen sie noch. Auch die Burg steht noch unverändert. Wie sieht nun eine pädagogisch wertvolle korrekte Verhaltensweise aus?»

Danke für die Hilfe, Pascal Haab

Das sagt Familienleben-Expertin Karin Zink dazu:

Ihre Grundhaltung ist lobenswert! Aber mit der Frage «Könnt ihr mir weiterhelfen?», fühlen sich Ihre Kinder nicht angesprochen. Denn Sie lässt die Möglichkeit eines Neins oder eines Jas zu, oder die Kinder ignorieren die Frage, wie in Ihrem Fall. Machen Sie beim nächsten Mal aus der Frage eine Ansage und setzen Sie einen konkreten Zeitpunkt fest.

Da die Kinder jung sind, würde ich ihnen beim Aufräumen aber noch helfen. Oder Sie geben ihnen die Möglichkeit, ob sie die Burg alleine oder mit Ihnen gemeinsam aufräumen wollen – jetzt.

Möchten Sie auch eine Frage stellen?

In unserer neuen Serie «Alles eine Frage der Erziehung» beantwortet Familienleben-Expertenteam Ihre Fragen zur Erziehung und zum Familienalltag. Schreiben Sie an: redaktion@familienleben.ch.

Karin Zink beantwortet Ihre Fragen zu Erziehung und Familienalltag auf Familienleben.

Karin Zink ist seit 20 Jahren in der Pädagogik tätig. Zunächst als Kindergärtnerin, später als Psychomotorik-Therapeutin. Heute begleitet sie Eltern und Kinder auch individualpsychologisch als Familienberaterin und STEP-Kursleiterin. Karin Zink ist Mutter von zwei Kindern und lebt in Benken. karin-zink.ch

 

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