Fröhliche Fasnacht für Jugendliche

Fasnacht ist ein guter Anlass zum Feiern – das finden auch Jugendliche. Wie gern wollen sie sich mit Freunden in den Rummel stürzen! Doch die Fasnacht birgt gerade für Jugendliche viele Gefahren. Damit der Spass ein Spass bleibt und aus Schunkeln kein Schwanken wird, sollten Eltern vorher mit ihren Kindern klare Regeln vereinbaren.

Fröhliche Fasnacht für Jugendliche

Wenn Jugendliche Fasnacht feiern, kann es bunt zugehen. Damit der Spass ein Spass bleibt, hier ein paar Tipps. Foto: iStock, Zdenka Darula, Thinkstock

Tobias ist 13. Er will alleine mit Freunden in die Fasnacht ziehen. Seine Eltern sind beunruhigt. Ist er nicht noch zu jung? Wohin wird ihn das bunte Treiben führen? Wird er vernünftig mit Alkohol umgehen?

Klar, Eltern wollen nicht als Spassbremse gelten. So gilt es, sich zunächst mit dem Nachwuchs zu freuen, wenn er selbstständig und voller Vorfreude seine eigenen Wege gehen will. Dennoch ist es wichtig, klare Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wo findet die Fasnachtsparty statt? Welche Freunde sind dabei? Lässt sich das Kind dort telefonisch erreichen? Wann soll es wieder zu Hause sein? Wer bringt es zurück?

Fasnacht: Party zu Hause anbieten

Wem die Fasnachtspläne des Kindes zu unsicher erscheinen, kontert mit einem Gegenvorschlag. Wie wäre es mit einer Karnevalsparty zu Hause, zu der gute Freunde kommen? Sinnvoll ist, dem Kind gut zuzuhören, wenn es erklärt, wie es sich eine gelungene Fasnachtsfeier vorstellt. Schliesslich muss der Event den Jugendlichen, nicht den Eltern gefallen! Was lässt sich umsetzen, was nicht? Eine gute Musikanlage, trendige Deko, ausreichend Platz zum Tanzen, jede Menge Knabberzeug und Fingerfood gehören sicher zu den Basics. Wer den Teenagern eine Karaoke-Anlage zur Verfügung stellt, sorgt für kurzweiliges Vergnügen.

Fasnacht: Das Kostüm

Nicht immer wissen Jugendliche, als was sie sich verkleiden wollen. Die alten Rollen wie Polizist und Fee haben längst ausgedient, jetzt müssen coolere Kostüme her. Viele Stars wie Lady Gaga oder Cindy aus Marzahn bieten mit ihren aussergewöhnlichen Outfits und Frisuren eine Vorlage für originelle Verkleidungen. Darüber hinaus liefern auch Figuren aus aktuellen Kinofilmen Anreize, sich zu verkleiden.

Ein Kostüm muss nicht teuer sein. Oft lässt sich ein Karnevals-Outfit leicht selbst zusammenstellen und durch wenige Accessoires ergänzen. Sogenannte Gruppenkostüme und Partnerlooks liegen voll im Trend. Vielleicht hat der Teenager Lust, sich im Freundeskreis ein Motto auszudenken? So können alle zusammen als Hühner, wilde Kerle oder Popstars gehen – was immer auch zu den Teenagern passt.

Gefahr an der Fasnacht ist der Alkohol

Keine Frage, die Fasnacht birgt Gefahren für Jugendliche. Gefahr Nummer eins ist der Alkohol. Wenn aus Schunkeln Schwanken wird, hört der Spass im Karneval ganz schnell auf. Ein betrunkenes Kind mit Alkoholvergiftung ist der wahr gewordene Alptraum aller Eltern.

Jedes Jahr haben Ärzte und Pfleger alle Hände voll mit stark alkoholisierten Jugendlichen zu tun. «Heranwachsende trinken am ehesten in Gesellschaft mit Gleichaltrigen und um Spass zu haben und Hemmungen abzubauen. Welche Gefahren mit hohem Alkoholkonsum einhergehen, verlieren sie dabei meist völlig aus dem Blick», sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BfgA). Doch Alkohol wirkt sich auf Kinder schneller und schädlicher als auf Erwachsene aus. Hoher Alkoholkonsum in kurzer Zeit kann zu einer Alkoholvergiftung mit Atemstillstand führen und damit lebensgefährlich werden. «Die Polizei warnt auch vor chemischen Substanzen mit Rauschwirkung»«, berichtete die Luzerner Zeitung. Diese sogenannten «Poppers» können zu Blutdruckabfall, Schock, Blutarmut und sogar zum Koma führen.

Alkohol - die rechtliche Situation

Alkohol darf laut Gesetzgeber an Jugendliche unter 16 Jahren nicht verkauft werden (im Tessin gar erst ab 18 Jahren), destillierte Alkoholika wie Spirituosen, Alcopops oder Liköre dürfen in allen Kantonen erst an Jugendliche ab 18 Jahren abgegeben werden. Dennoch gelingt es Teenagern leicht, an Alkohol zu kommen. Nicht nur Verkäufer setzen sich häufig über die rechtlichen Bestimmungen hinweg, Jugendliche erhalten auch über Freunde und Bekannte Wein, Bier und Co. «Über die Hälfte der 15-jährigen Jugendlichen, die irgendwann schon einmal alkoholische Getränke konsumierten, hat dies nach eigener Aussage überwiegend im privaten Rahmen getan, auf Partys oder über Freundinnen und Freunde oder Bekannte», informiert die Stiftung «Sucht Schweiz».

Alkohol: Mocktails statt Cocktails

Gut, wenn Eltern mit Jugendlichen über die Gefahren von Alkohol sprechen, ohne Alkohol generell zu verteufeln. Das Leben ist voller Gefahren; es gilt zu lernen, damit umzugehen. Jugendliche wollen probieren und sich ausprobieren – letztendlich ist Alkohol vor allem eine Frage des Masses. Doch der Zeitpunkt des ersten Probierens lässt sich ein wenig aufschieben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Jugendliche, die spät beginnen, Alkohol zu trinken, langfristig zu weniger hohem Alkoholkonsum neigen. Bis dahin bieten «Mocktails», alkoholfreie Cocktails, neugierigen Jugendlichen viele Möglichkeiten zum Experimentieren.

Wer ernsthafte Sorge hat, sein Kind könne zur Fasnacht zu tief in die Flasche gucken, sollte grundsätzlich versuchen, selbst ein gutes Vorbild zu sein. Eltern, die jeden Abend eine Flasche Wein auf den Tisch stellen, lassen die Hemmschwelle des Teenagers sinken, selbst einmal kräftig zuzulangen. «Eltern sollten auch an den Feiertagen einen risikoarmen Alkoholkonsum vorleben», so die BfgA.

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