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Die häufigsten Kaninchenkrankheiten – und woran du sie erkennst

Wenn dein Kaninchen sich plötzlich anders verhält, sind die Sorgen oft gross, dass es krank ist. Doch was sind die häufigsten Kaninchenkrankheiten – und woran erkennst du sie rechtzeitig?

Kaninchenkrankheiten erkennen und behandeln
Wenn das Kaninchen nur noch teilnahmslos dasitzt, kann das ein Krankheitsanzeichen sein. (Foto: Pimonpim/Thinkstock, iStock)

Kaninchen sind Meister im Tarnen von Krankheiten und leiden meistens still. Kein Wunder: Schwäche bedeutet für ein Fluchttier in der freien Natur oft den Tod. Trotzdem gibt es Anzeichen, die darauf hinweisen, dass es deinem Tier nicht gut geht. Damit du erste Symptome früh bemerkst, solltest du dein Kaninchen regelmässig und aufmerksam beobachten. Schon kleine Veränderungen im Verhalten können ein erster Hinweis sein.

Bei Verhaltensauffälligkeiten genau hinsehen

Zieht sich dein Kaninchen zurück, sitzt teilnahmslos herum und hoppelt kaum noch umher, kann das ein Zeichen sein, dass es sich nicht wohlfühlt. Kommt Appetitlosigkeit dazu, solltest du alarmiert sein. Sichtbar kranke und nicht fressende Tiere gehören unverzüglich in eine Tierarztpraxis.[1]

Für die Gesundheit eines Kaninchens ist entscheidend, dass die Verdauung nie stillsteht. Viel frisches Heu als Grundfutter ist dafür zentral – es hält den Darm in Bewegung und sorgt zugleich für den Abrieb der Backenzähne.[2] Wie du dein Tier richtig fütterst, liest du im Beitrag zur Kaninchen-Ernährung.

Zur regelmässigen Gesundheitskontrolle gehört auch ein Blick auf Kot und Urin. Ungewöhnliche Verfärbungen oder eine besonders flüssige oder harte Konsistenz können auf Verdauungsstörungen oder andere Krankheiten hinweisen. Übrigens: Dass Kaninchen einen Teil ihres Kots wieder fressen, ist völlig normales Verhalten – sie geben zwei verschiedene Arten von Kot ab.[1]

Wenn ein Kaninchen starke Schmerzen hat, knirscht es oft mit den Zähnen. Weil dieses Verhalten aber auch bei Entspannung vorkommt, solltest du genau beobachten, ob weitere Auffälligkeiten dazukommen. Grundsätzlich gilt: Einzelne Symptome können harmlos sein oder auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen – im Zweifelsfall lohnt es sich, in einer auf Kaninchen spezialisierten Kleintierpraxis anzurufen und nachzufragen.[1]

Krankheiten lassen sich oft an Augen, Nase und Fell erkennen

Oft erkennst du den Gesundheitszustand deines Kaninchens an den Augen: Sind sie klar und frei von Verklebungen? Oder kneift das Tier sie zusammen und hat starken Tränenfluss? Kommt eine verklebte Nase dazu, ist das häufig ein erstes Krankheitszeichen.

Ein weiterer Hinweis ist vermehrtes Kratzen. Zeigen sich kahle oder wunde Stellen im Fell, leidet das Kaninchen womöglich an Parasiten. Prüfe bei der Gesundheitskontrolle auch, wie lang die Krallen sind – zu lange Krallen müssen fachgerecht geschnitten werden.[1][2]

Die häufigsten Kaninchenkrankheiten

Selbst bei bester Pflege lässt sich nicht immer verhindern, dass ein Kaninchen krank wird. Viele Erkrankungen hängen aber unmittelbar mit der Haltung und der Fütterung zusammen.

Zahnprobleme

Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang und müssen durch ausreichend Kauen abgenutzt werden. Geschieht das nicht, entstehen schmerzhafte Zahnveränderungen, die bis zur Futterverweigerung führen können.[2] Deshalb gehört Nagematerial – etwa Zweige von Buche, Hasel, Birke oder ungespritzten Obstbäumen – zur Grundausstattung; in der Schweiz ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben.[1] Wer die Zähne selbst nicht beurteilen kann, sollte das Tier nach Möglichkeit einmal jährlich einer Tierarztpraxis vorstellen.[1]

Verdauungsprobleme

Eine falsche Fütterung kann die Verdauung zum Stillstand bringen und Aufgasungen verursachen. Stärkehaltiges Futter sollte es deshalb nur in kleinen Mengen als «Guetzli» geben, kalzium- oder oxalreiche Futtermittel nicht einseitig – sonst drohen Übergewicht und Harnsteine.[2]

Virusinfektionen: Myxomatose, RHD und RHD2

Myxomatose und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) sind ernsthafte Viruserkrankungen, die sich bei einer Ansteckung kaum noch behandeln lassen. Die Myxomatose äussert sich durch starken Augenausfluss und die Bildung von Ödemen. Die RHD zeigt oft kein eindeutiges Krankheitsbild und endet häufig mit dem plötzlichen Tod des Tieres. Inzwischen zirkuliert neben der klassischen RHD auch die Variante RHD2.[4]

Die gute Nachricht: Gegen RHD, RHD2 und Myxomatose stehen Impfstoffe zur Verfügung.[2] Sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber, welcher Impfschutz für deine Tiere sinnvoll ist. Auch eine weitere Krankheit lässt sich übertragen: die Encephalitozoonose (E. cuniculi). Bei Neuzugängen in der Gruppe ist deshalb eine Quarantäne sinnvoll.[2]

Neurologische Auffälligkeiten

Hält dein Kaninchen den Kopf schief, krampft es oder ist vorübergehend gelähmt, können die Ursachen vielfältig sein – von einer Ohrenentzündung über einen Parasitenbefall bis hin zu einem Schlaganfall. Solche Symptome gehören immer rasch abgeklärt.

Haltung und Impfungen schützen dein Tier

Bewegungsmangel und soziale Isolation führen oft zu apathischem Verhalten. Kaninchen sind ausgesprochen stressanfällig und keine «Kuscheltiere»: Herumtragen oder Festhalten kann ihnen grosse Angst machen und zu Schreckstarre oder zu Kratz- und Beissreaktionen führen.[2] Sie brauchen Artgenossen, viel Platz zum Hoppeln und Rennen sowie Rückzugsmöglichkeiten.[3] Worauf es dabei ankommt, liest du im Beitrag zur Kaninchenhaltung in der Wohnung.

Regelmässige Impfungen sowie eine artgerechte Haltung und Fütterung verhindern zwar nicht jede Krankheit – aber sie sind der wirksamste Beitrag, den du zur Gesundheit deines Kaninchens leisten kannst. Und je früher du eine Veränderung bemerkst, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

Quellen

  1. Schweizer Tierschutz STS: STS-Merkblatt Kaninchen (PDF). November 2023. Abgerufen am 09.08.2026.
  2. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Kaninchen – Haltung, Pflege, Ernährung und Gesundheit. Abgerufen am 09.08.2026.
  3. Zürcher Tierschutz: Kaninchen halten – Übersicht. Abgerufen am 09.08.2026.
  4. Zürcher Tierschutz: Kaninchenseuche RHD. Abgerufen am 09.08.2026.

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