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So klappen Ferien mit dem Hund

Wer mit dem Hund verreist, sollte von der Unterkunft bis zur Einreise in ein anderes Land einige Dinge beachten. Hier findest du aktuelle, alltagstaugliche Tipps für Ferien in der Schweiz und im Ausland – damit sich Kinder, Hund und Erwachsene unterwegs sicher und wohl fühlen.

Schweiz-Check in 60 Sekunden
- Dokumente: Heimtierausweis (bei Auslandsreisen), Mikrochip-Nummer, Kontaktdaten von Tierärzt:in und Notfall-Tierklinik am Ferienort.
- Impfungen: Tollwutimpfung ist für viele Länder Voraussetzung; Fristen einplanen (siehe unten).
- Einreise/Regeln: Vorab prüfen, ob am Ziel Leinen- oder Maulkorbpflicht gilt (auch regional, z.B. Naturschutz- oder Weidegebiete).
- Notfallkontakte: Nächste Tierklinik, 24h-Notfalldienst, deine Tierversicherung (falls vorhanden) und eine Ersatzperson, die im Notfall übernehmen kann.
- Offizielle Infos: Nutze für Ein- und Ausreise die Angaben des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV); für Zug/ÖV die Regeln der SBB.

Ferien mit dem Hund geniessen

Bevor Sie Ihren Hund ins Auto packen und verreisen, sollten Sie einige Sicherheitsvorkehrungen beachten. (Bild: ChristinLola/Thinkstock, iStock)

Wenn die Ferienzeit kommt, stellt sich für viele Familien die Frage: Wohin mit dem geliebten Vierbeiner? Freunde oder Verwandte sind nicht immer verfügbar, Tierpensionen kosten – und eine professionelle Ferienbetreuung ist ebenfalls nicht für jedes Budget passend. Oft ist es deshalb eine gute Lösung, den Hund mitzunehmen. Entscheidend ist, dass du die Reise so planst, dass sie zu den Bedürfnissen deines Hundes passt – und dass Kinder klare, sichere Regeln im Umgang einhalten.

Vor der Buchung: Passt diese Reise zu unserem Hund?

Ein Städtetrip mit vielen Innenräumen, langen Warteschlangen und wenig Ruhe ist für viele Hunde anstrengend. Meist entspannter sind Ferien auf dem Land, in den Bergen oder an Orten mit schattigen Spazierwegen und klaren Regeln, wo Hunde willkommen sind. Plane realistisch: Ferien sind nur dann erholsam, wenn dein Hund regelmässig Ruhe, Bewegung und Sicherheit bekommt.

Alter, Gesundheit, Temperament und Kinder im Blick

Gesundheit: Wenn dein Hund chronische Beschwerden hat (z.B. Herz, Atemwege, Gelenke), sprich vor der Reise mit deiner Tierärzt:in über Reisetauglichkeit, Belastung und Medikamente. Das gilt besonders für sehr junge Hunde, Senior:innen sowie brachyzephale Rassen (kurze Schnauze): Hitze und Stress können für sie deutlich riskanter sein. 

Temperament: Ein ängstlicher oder schnell überforderter Hund profitiert oft mehr von einem ruhigen, gut planbaren Setting als von ständig wechselnden Ausflügen. Plane lieber weniger Programmpunkte, dafür mehr Routine (gleiche Fütterungszeiten, ähnliche Spaziergänge, ausreichend Schlaf).

Kinder: Ferien bedeuten oft mehr Nähe, mehr Besuch und mehr Reize. Das kann für Hunde stressig sein. Hilfreich ist eine einfache Familienregel: «Der Hund hat immer einen Rückzugsort, und wenn er dort liegt, wird er nicht angesprochen oder angefasst.» So reduzierst du das Risiko von Überforderung und Missverständnissen.

Checkliste Unterkunft & Umgebung 

  • Regeln vor Ort: Gibt es Leinen- oder Maulkorbpflicht (auch saisonal, z.B. Brut- und Setzzeit)?
  • Freilaufmöglichkeiten: Gibt es ausgewiesene Freilaufzonen oder hundefreundliche Wege?
  • Natur- und Schutzgebiete: Sind Hunde erlaubt? In vielen Schutzgebieten gelten strengere Regeln.
  • Hitze/Temperaturen: Gibt es schattige Routen, Wasserzugang und kühle Ruheplätze? Hitze belastet Hunde stark, weil sie ihre Körpertemperatur vor allem über Hecheln regulieren.
  • Alltagstauglichkeit: Wie weit ist es bis zur nächsten Gassirunde, Grünfläche oder zum Tierarzt?
  • Unterkunftsdetails: Dürfen Hunde allein im Zimmer bleiben? Gibt es Extrakosten, Reinigungsregeln, Begrenzungen nach Grösse/Anzahl?

Dokumente & Einreise: Das gilt für die Schweiz und Europa

Für Reisen ins Ausland brauchst du in der Regel den aktuellen, vollständig ausgefüllten Heimtierausweis. Zudem muss dein Hund korrekt gekennzeichnet sein (Mikrochip oder – je nach Land/Regelung – Tätowierung) und eine gültige Tollwutimpfung haben. Plane genügend Zeit ein: Laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist die Einreise in viele Länder frühestens 21 Tage nach der Tollwut-Erstimpfung erlaubt. Das gilt auch umgekehrt bei der Rückreise in die Schweiz.

Mikrochip, Tollwut, Heimtierpass, Fristen

  • Mikrochip: Prüfe, ob die Chipnummer im Heimtierausweis korrekt eingetragen ist und ob deine Kontaktdaten in der Heimtierdatenbank aktuell sind.
  • Tollwut: Kläre rechtzeitig, ob eine Auffrischimpfung nötig ist und ab wann sie gültig ist. Gerade bei kurzfristigen Buchungen ist die 21-Tage-Frist ein häufiger Stolperstein.
  • Zusatzregeln je nach Land: Einige Länder haben zusätzliche Anforderungen (z.B. Entwurmung, Einfuhrbeschränkungen oder Rasselisten). Verlasse dich auf offizielle Stellen und informiere dich vorab.

In der Schweiz gilt zudem die Regelung, dass maximal fünf Heimtiere auf einmal eingeführt werden dürfen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn du überlegst, weitere Haustiere aus dem Ausland in die Schweiz zu bringen.

Unterkunft: Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz?

Die Auswahl an hundefreundlichen Angeboten ist gross: Ferienwohnung, Campingplatz oder Hotel. Spezielle Hundehotels können praktisch sein, weil Hunde dort nicht nur geduldet, sondern eingeplant sind – mit klaren Abläufen, oft mehr Platz und passenden Auslaufmöglichkeiten. In der Schweiz findest du vielerorts hundefreundliche Hotels in unterschiedlichen Preis- und Kategorien.

Wichtig: Kläre immer individuell, welche Bedingungen gelten (z.B. Leinenpflicht auf dem Gelände, Hund nicht allein im Zimmer, bestimmte Bereiche tabu) und welche Extrakosten anfallen. Und: Rücksicht ist die beste Visitenkarte. Gerade in ungewohnter Umgebung ist Leine oft die sicherste Wahl. Für Spaziergänge, bei denen du mehr Bewegungsradius geben willst, kann eine Schleppleine sinnvoll sein – vorausgesetzt, du kannst sie sicher handhaben und das Gelände passt.

Sicher unterwegs: Auto, Zug und ÖV

Die Anreise entscheidet oft darüber, wie entspannt der Start in die Ferien ist. Plane so, dass dein Hund möglichst wenig Stress hat: genügen Zeitpuffer, realistische Etappen und ruhige Pausenorte. Wenn dein Hund zu Reiseübelkeit oder starkem Stress neigt, kläre frühzeitig mit deiner Tierärzt:in, welche Strategien oder Medikamente sinnvoll sind.

Hund im Auto sichern: Box, Gurt, Crash-Test

Für die meisten Familien ist die Anreise mit dem Auto praktisch. Damit es sicher ist, muss dein Hund gesichert werden – nicht nur zu seinem Schutz, sondern auch, weil ein ungesicherter Hund bei einem Unfall zum gefährlichen «Geschoss» werden kann. Möglich sind eine stabile Hundebox im Kofferraum oder ein geeignetes Rückhaltesystem (Sicherheitsgeschirr mit Gurt). Achte beim Kauf auf geprüfte Systeme (z.B. mit Crashtest-Angaben) und probiere die Sicherung vor der Reise in Ruhe aus.

Plane Pausen ein: kurze Gassirunden, Wasser anbieten, im Sommer bewusst kühle Zeiten nutzen. Und wichtig: Lass deinen Hund nie im Auto zurück. Das BLV warnt ausdrücklich vor der schnellen Überhitzung – auch im Schatten und bei geöffnetem Fenster.

ÖV: Billette, Maulkorb, Rücksicht

Wenn du mit Zug, Bus oder Schiff reist, lohnt sich ein Blick in die Regeln der Transportunternehmen. Bei der SBB gelten je nach Grösse des Hundes unterschiedliche Ticket-Regeln (kleine Hunde in einer Transportbox gelten in der Regel anders als grosse Hunde). Informiere dich ausserdem, ob in einzelnen Verbindungen Maulkorb empfohlen oder vorgeschrieben ist. Für Familien besonders hilfreich: Plane Sitzplätze so, dass der Hund ruhig liegen kann (z.B. am Gangende), und nimm eine Decke als klaren «Platz» mit.

Flug: nur, wenn es wirklich nötig ist

Fliegen ist für viele Hunde belastend – durch Lärm, Enge, Temperaturwechsel und Trennung. Wenn es Alternativen gibt (z.B. Zug/Auto), sind diese oft hundefreundlicher. Falls ein Flug unvermeidbar ist: Informiere dich früh über die Anforderungen der Airline, die passende Transportbox und die Bedingungen im Frachtraum. Bei der Swiss reisen Hunde – je nach Grösse und Gewicht – ab 60 Franken mit. Trainiere die Transportbox vorab zu Hause in kleinen Schritten, damit sie für deinen Hund ein sicherer Rückzugsort wird.

Packliste & Reiseapotheke

Eine Ferienunterkunft wird von vielen Personen genutzt. Mit guter Vorbereitung vermeidest du Konflikte und gibst deinem Hund Stabilität. In Hotels ist es oft unerwünscht, wenn Hunde auf Betten oder Polstermöbel dürfen. Nimm daher eine Extradecke mit, um Mobiliar zu schonen und Zusatzkosten für Reinigung zu vermeiden.

Futter, Wasser, Näpfe, Kotbeutel, Decke, Maulkorb

  • Gewohntes Futter (genügend für die ganze Reise; Futterwechsel unterwegs führt häufig zu Durchfall)
  • Wasser und Trinknapf für unterwegs
  • Schlafdecke oder Hundebett als vertrauter Rückzugsort
  • Lieblingsspielzeug oder Kauartikel (hilft beim Entspannen)
  • Kotbeutel (genügend)
  • Leine plus Schleppleine (wenn passend) und Ersatzleine
  • Maulkorb (auch wenn er nur «für den Fall» mitkommt: vorher positiv antrainieren)
  • Zeckenschutz passend zur Region (Tierärzt:in kann beraten)

Reiseapotheke (Basis): Verbandsmaterial für kleine Verletzungen (z.B. sterile Kompressen, selbsthaftende Binde), Zeckenzange, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, digitales Thermometer, sowie die Dauermedikamente deines Hundes in ausreichender Menge. Lass dir von deiner Tierärzt:in erklären, was für deinen Hund sinnvoll ist – und was nicht (z.B. keine Schmerzmittel für Menschen geben).

Am Ferienort: Routinen, Rückzugsort und Regeln für Kinder

Am Ziel hilft eine klare Struktur: Erst ankommen, kurz lösen lassen, Wasser anbieten, dann Ruhe. Viele Hunde brauchen nach der Anreise Schlaf, bevor Ausflüge Freude machen.

Rückzugsort: Richte gleich am ersten Tag einen festen Platz ein (Decke/Box in einer ruhigen Ecke). Das ist besonders wichtig in Ferienwohnungen oder bei Besuch, wenn es lebhaft wird.

Regeln für Kinder:

  • Den Hund nicht wecken, nicht bedrängen, nicht umarmen.
  • Beim Fressen und Kauen in Ruhe lassen.
  • Vor dem Streicheln kurz fragen (bei fremden Hunden) und erst Kontakt, wenn der Hund von sich aus kommt.
  • In neuer Umgebung Leine dranlassen, bis klar ist, wie der Hund reagiert (Wild, Kühe, andere Hunde).

Hinweis für Berge und Weiden: In vielen Regionen triffst du auf Weidetiere und Schutzgebiete. Halte dich an lokale Schilder und Vorschriften, leine deinen Hund rechtzeitig an und plane Wege so, dass du Ausweichmöglichkeiten hast.

Notfallplan: Tierarzt, Versicherungen, wichtige Nummern

Ein guter Notfallplan nimmt Druck raus – besonders, wenn du mit Kindern reist. Erstelle vorab eine kurze Notiz im Handy (offline verfügbar) mit:

  • Adresse/Telefon der nächsten Tierarztpraxis und der nächsten 24h-Tierklinik am Ferienort
  • Chipnummer und Impfstatus (Foto des Heimtierausweises)
  • Kontakt deiner Tierversicherung (falls vorhanden)
  • Kontakt einer Person, die im Notfall übernehmen kann

Wenn dein Hund entläuft: Bleib möglichst am Ort des Verschwindens, informiere lokale Stellen (z.B. Gemeinde, Tierheime, Polizei je nach Region) und suche systematisch. Ein gut sitzendes Halsband mit Marke und eine registrierte Chipnummer erhöhen die Chance, dass dein Hund schnell zurückkommt.

Alternative: Ferien ohne Hund - Betreuung sicher organisieren

Manchmal ist es fairer, den Hund nicht mitzunehmen – etwa bei sehr heissen Reisezielen, langen Flugreisen oder wenn dein Hund gesundheitlich angeschlagen ist. Dann lohnt es sich, Betreuung früh und sorgfältig zu planen:

  • Hundesitting: Ideal ist eine Bezugsperson, die dein Hund bereits kennt. Plane mehrere Kennenlerntermine und eine Probenacht.
  • Tierpension: Lass dir zeigen, wie Ruhezeiten, Auslauf, Gruppenhaltung und Trennung organisiert sind. Frage nach Impfanforderungen und Notfallabläufen.
  • Klare Übergabe: Gib schriftlich mit: Fütterung, Medikamente, Tierärzt:in, Besonderheiten (Ängste, Rückruf, Begegnungen), Notfallkontakt.

Checkliste für deine Ferien mit Hund

Zum Kopieren in deine Notizen:

1) Dokumente: Heimtierausweis (Ausland), Chipnummer, Versicherungsdaten, Kontakte Tierärzt:in/Notfallklinik, Foto vom Hund.
2) Packliste: Futter, Wasser/Napf, Decke/Bett, Leinen (inkl. Ersatz), Maulkorb, Kotbeutel, Zeckenzange, Handtuch, Spielzeug.
3) Reiseapotheke: Verbandsmaterial, Desinfektion, Thermometer, Dauermedikamente, Telefonnummer Tierärzt:in.
4) Unterwegs: Sicherung im Auto/Box, Pausenplan, Schatten/kühle Zeiten, niemals Hund im Auto lassen.
5) Ferienort: Rückzugsort einrichten, Kinderregeln, lokale Leinen-/Schutzgebiet-Regeln prüfen.

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