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Weniger «Müllzeit», mehr Lebensqualität: So motivieren Sie sich selber

Es ist schon Nachmittag und die To-do-Liste ist noch genau gleich lang wie am Morgen? Lernberater Michael Berger weiss, wie man sich motiviert und Aufgaben strukturiert angeht. Der Familienleben-Experte hat Tipps für den Eltern-Alltag aber auch für Kinder, denen in der Schule oder bei den Ufzgi der Antrieb fehlt.

Mit diesen einfachen Schritten finden Sie mehr Motivation und kriegen Ihre Aufgaben erledigt.

Kaffee als Antrieb? Michael Berger kennt da einen besseren Weg, sich zu motivieren. Bild: nensuria, Getty Images

Das Thema Motivation bestimmt unser Leben: Bei den Kindern in der Schule, bei Erwachsenen während der Arbeit oder wenn es um den Haushalt geht und sogar in der Freizeit entscheidet sie über uns. Ausreden, etwas nicht zu tun, gibt es viele: Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Mal fehlt die Zeit, mal scheint die Sonne oder im Fernseher kommt etwas Spannendes. Wenn Sie sich vor einer Aufgabe drücken möchten, werden Sie einen Weg finden. Nur, wenn Sie immer wieder auf solche Ausreden zurückgreifen, werden Sie plötzlich vor einem grossen Berg aus Problemen und Aufgaben stehen. Denn diese verschwinden leider nicht, wenn wir sie aufschieben. 

Wenn die Motivation fehlt...

Das Problem hinter solchen Aufgaben-Bergen ist meist die fehlende Motivation. Wie können wir also diesen Widerstand überlisten? Fabian Grolimund hat zu diesem Thema ein tolles Buch geschrieben, welches ich auf diesem Weg gerne empfehle. Der Titel lautet «Vom Aufschieber zum Lernprofi». Das Buch eignet sich bestens, um sich selbst besser in den Griff zu kriegen. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, kann jedoch auch gut von älteren Lernenden benutzt werden. Lassen Sie sich nicht vom Titel täuschen, die Tipps und Tricks von Fabian Grolimund eigenen sich auch in anderen Lebensbereichen.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Motivation ist die Veränderung der bestehenden Denkweise. Das Mindset steuert Ihre Herangehensweise gegenüber Aufgaben. Oftmals haben Aufschieber die Angewohnheit, Aufgaben schlechtzureden.

→ «Das ist völlig unnötig»

→ «Was soll das bringen?»

→ «Unter diesen Umständen arbeite ich nicht»

Kommen Ihnen solche Aussagen bekannt vor? Genau diese Denkweise führt dazu, dass Aufgaben unerledigt bleiben und Stress entsteht. Und: Es wird unglaublich viel Energie verschwendet, um nichts zu tun.

Weniger «Müllzeit», mehr Lebensqualität

Oftmals verfallen viele dabei in die sogenannte «Müllzeit». Mit Müllzeit ist die Zeit gemeint, die Sie weder für die Arbeit noch für die Freizeit nutzen. Es ist eine Mischform, bei der Sie zwar nicht arbeiten, jedoch auch nicht wirklich Freizeit haben. Typisch hierfür ist das Handy. Sie scrollen und drücken, um der Aufgabe auszuweichen. Dieses Verhalten führt dazu, dass Sie Ihre Willenskraft fürs Aufschieben verbrauchen und es kaum einen nützlichen Output gibt. Sie haben etwas getan, sind erschöpft und trotzdem gibt es noch diese unerledigten Aufgaben. Während der Arbeit sehnen Sie sich nach Freizeit und während der Freizeit denken Sie an die nicht erledigten Aufgaben. Ein Teufelskreis.

Um den anfänglichen Widerstand zu überlisten, ist es wichtig mit kleinen Schritten zu beginnen. Eine Vielzahl von kleinen Schritten summiert sich auch zu einem grossen Schritt. Zudem wirken kleine Schritte erreichbar, was den Druck reduziert. Mit jedem Schritt, der erledigt wurde, stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. Sie werden merken, dass Aufgaben erledigt werden können und es ein befreiendes Gefühl ist. Dieses Gefühl schlägt sich auch in Ihrem Mindset nieder und mit der Zeit gehen Sie mit der Einstellung an Aufgaben, diese bewältigen zu können.

Legen Sie eine Have-done-Liste an

To-do-Listen kennen Sie ja. Aber haben Sie auch eine Have-done-Liste? Eine lange To-do-Liste kann abschreckend. Gerade Leute, die gerne aufschieben, sehen dann nur den Berg an Aufgaben und versuchen, dieser Herausforderung auszuweichen. Deshalb ist hier die Have-done-Liste zu empfehlen. Notieren Sie einfach alles, was Sie an diesem Tag erledigt haben. Am Abend werden Sie erstaunt sein, was alles auf Ihrer Liste steht. Es ist wieder ein Ansatz, allen Aufgaben gegenüber positiver eingestellt zu sein, was sich auch auf Ihr Mindset auswirkt.

Routine ist wichtig: Den Alltag strukturieren

Bringen Sie Struktur in Ihren Alltag und in Ihre Abläufe. Durch einen strukturierten Alltag verringern Sie die Anzahl der Entscheidungen, die Sie treffen müssen. Dadurch geraten Sie weniger in Versuchung, etwas auszulassen. Ebenfalls hilfreich ist die Routine. Versuchen Sie, immer wieder Aufgaben in derselben Abfolge oder zur selben Zeit zu erledigen. Dadurch wird es für Sie zur Normalität, Sie müssen nicht darüber nachdenken, es benötigt keine Anstrengung und die Denkkapazität ist frei für die anstehenden Aufgaben.

Dieser Schritt ist sehr effektiv, benötigt jedoch zu Beginn eine grosse Leistungsbereitschaft. Sie müssen sich während einiger Wochen dazu zwingen, die gewünschte Routine einzuhalten, bis diese automatisiert ist. Wichtig dabei ist, die Routine mit sich selbst zu harmonisieren, diese also an das eigene Leben anzupassen. Wenn alles nichts hilft, ist es sinnvoll, sich nach Hilfe umzusehen. Suchen Sie Personen oder Hilfsmittel, die Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen können. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, nutzen Sie diese!

Michael Berger gezielt lernen

Michael Berger ist Schulischer Heilpädagoge und in seiner ersten Ausbildung Kindergartenlehrperson. Mittlerweile hat er auf jeder Schulstufe unterrichtet und ist nun auf der Oberstufe tätig. Auf seiner Online-Plattform gezielt-lernen.ch wendet er sich an Eltern und andere Interessierte und gibt auf dem dazugehörigen Blog Tipps rund ums Lernen. Mit seiner Lernberatung unterstützt er Eltern und Lehrer rund ums Lernen und im sonderpädagogischen Bereich.