Patchwork-Familie – Wie aus zwei Familien eine Gemeinschaft wird

Eine Patchwork-Familie ist für Erwachsene und Kinder oft mit vielen Herausforderungen verbunden. Jeder muss seinen Platz in der neuen Familienstruktur finden und mit neuen Familienmitgliedern zurechtkommen. Wir geben Tipps, wie das Zusammenleben klappt.

Damit das Zusammenleben als Patchwork-Familie klappt, müssen Erwachsene und Kinder zu einer Gemeinschaft werden. Wir geben wertvolle Tipps.

Wie zwei Puzzle-Teile müssen sich in einer Patchwork-Familie auch die beiden Familien einander annähern, um zu einer Einheit zu werden. (Bild: vladans/ iStock/ Thinkstock)

Papa Mike, Mama Vanessa, Tochter Delia, Mama Patricia und Sohn Lionel – Moment, da stimmt doch etwas nicht bei Familie Koller! Zwei Mütter – geht das überhaupt? Ja, die fünf leben in einer Patchwork-Familie. «Das ist vor allem der Verdienst der beiden Frauen, weil sie so offen gewesen sind», meint Vater Mike.

Alle mussten zunächst in diese Aufgabe hineinwachsen, eine neue Familienstruktur organisieren und mit negativen Emotionen umgehen lernen. Mittlerweile aber haben sie sich in diese besondere Situation gut eingefunden.

Patchwork-Familie – Gemeinschaft als Herausforderung

Sohn Lionel stammt aus Mikes Beziehung zu Patricia. Noch während der Schwangerschaft trennte er sich jedoch von ihr, weil ein Kind (noch) nicht in sein Leben passte. Der Kontakt brach ab. Erst als Lionel ein halbes Jahr alt war, trat sein Vater wieder in sein Leben – dieses Mal allerdings mit einer neuen Frau an seiner Seite, Vanessa.

Patricia sei nun hintenan gestellt worden, erinnert sich Vater Mike. Das habe bei ihr, Lionel und letztlich auch bei Vanessa Eifersucht hervorgerufen.

Damit das Zusammenleben als Patchwork-Familie klappt, müssen Erwachsene und Kinder zu einer Gemeinschaft werden. Wir geben wertvolle Tipps.

Sind zu einer glücklichen Lebensgemeinschaft geworden: Die Familie Koller bei der Sat.1-Sendung «Familiezyt». (Bild: zVg)

Erst als Vanessa die kleine Delia bekam, besserte sich das Verhältnis zwischen beiden Frauen. Sie wurden sogar zu Freundinnen, dann gemeinsam mit den Kindern und Mike zu einer grossen Familie.

3 Tipps für ein harmonisches Leben als Patchwork-Familie

1. Neue Familienhierarchie bestimmen

Bei einer Patchwork-Familie ändert sich für die Kinder vor allem eines – die Familienhierarchie. Jeder muss nun seinen Platz in der neuen Lebensgemeinschaft finden. Für Kinder ist es wichtig, dass sie weiterhin auf den Rückhalt der leiblichen Eltern zählen können. Gleichzeitig braucht es klare Strukturen, damit sie wissen, von wem sie welche Anweisung befolgen müssen, empfiehlt Familiencoach Ria Eugster.

2. Finanzielle Fragen klären

Kinder aus erster Ehe haben einen Anspruch Alimente, die Ex-Partnerin auf Unterhalt. Damit ein harmonisches Zusammenleben als Patchwork Familie möglich ist, sollten Sie die Höhe der Alimente einvernehmlich klären, bevor ein Gericht entscheidet. Sie richtet sich prozentual nach dem Lohn – das bedeutet auch, dass eine Reduktion der Alimente möglich ist, wenn das Salär weniger wird.

3. Vorsorge für die Zukunft

Wie für jede Familie ist die Altersvorsorge gerade auch bei Patchwork-Familien ein wichtiges Thema.  Schliesslich ist die Situation hier recht anspruchsvoll: Wenn der Vater stirbt, so erhalten die Kinder aus erster Ehe Waisenrente, die Ehefrau aus zweiter Ehe eine Witwenrente, so Finanzexperte Luca Dauccia.

Finanzen in der Patchwork-Familie

Finanzen sind ein Thema, das Familien gern auf die lange Bank schieben. So auch die Familie Koller: Alle erblichen Fragen hat Vater Mike aber schriftlich festhalten – sowohl die Höhe des Unterhalts, als auch die Ausgaben allgemein. Alle zusätzlichen Kosten übernehme jeweils derjenige, der die Kinder gerade bei sich habe.

Ungeklärt ist hingegen noch die Frage der Altersvorsorge. Da möchte sich die Patchwork-Familie demnächst umfassend beraten lassen – dank des Tipps von Ria Eugster. Schliesslich betrifft diese in ihrem Fall ja zwei Familien.

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