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Tod in der Familie: Was ist zu tun?

Der Schock sitzt tief: Ein Familienmitglied ist gestorben. Die Hinterbliebenen möchten nun in einer würdigen Trauerfeier Abschied nehmen. Was Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

Angehörige trauern um ein verstorbenes Familienmitglied.

Trotz Trauer gibt es viele Entscheidungen zu treffen, wenn ein Familienmitglied stirbt. Foto: iStock, Thinkstock

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist eines der schlimmsten Erlebnisse, welches einem im Leben überhaupt widerfahren kann. Der Schmerz über den Verlust der geliebten Person ist gross – nichts auf der Welt wird diesen Menschen wieder zurückbringen. Vor allem der engste Familienkreis ist besonders belastet: Zusätzlich zu seiner persönlichen Trauer muss er die Organisation der Trauerfeier und der anschliessenden Beerdigung stemmen. Dies ist eine Belastung. Dennoch sind viele Hinterbliebene froh, so haben sie erstmals eine Aufgabe, an der sie sich festhalten können.

Die Organisation wird in vier Phasen eingeteilt: Angelegenheiten, welche unmittelbar nach dem Eintreten des Todes zu erledigen sind, die Beerdigung selbst, die Wochen nach der Beerdigung und mehrere Wochen oder Monate danach.

Die erste Zeit nach dem Tod

In den ersten Stunden nach Eintreten des Todes, wenn der Angehörige zu Hause gestorben ist, hat die Verständigung eines Arztes oberste Priorität. Im besten Fall ist der Hausarzt zu verständigen. Dieser wird eine Todesbescheinigung ausstellen. Teilen Sie den Tod dem Zivilstandsamt/Bestattungsamt mit. Ausserdem müssen weitere enge Familienmitglieder oder Freunde benachrichtigt werden. Sobald alle wichtigen Beteiligten beisammen sind, gilt es zusammen das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die wichtigste anstehende Entscheidung ist erstmals, ob der Verstorbene noch einige Zeit zu Hause verbleiben soll. Ohne Kühlung darf dieser bis zu 36 Stunden dort aufgebahrt sein. Diese Zeit ist dafür gedacht, um in Ruhe und Würde Abschied nehmen zu können. Dies ist eine sehr intime, wertvolle Zeit, die letzten Stunden, welche der geliebte Mensch in der vertrauten Umgebung verbringen wird. Je nach Religiosität bietet sich der Besuch eines Pfarrers an. Dieser kann eine Aussegnung am Bett des Verstorbenen abhalten. Dieses Ritual – Angehörige und Freunde sprechen ein gemeinsames Gebet, hören einige Worte aus der Bibel oder sind gemeinsam in Gedanken bei der verstorbenen Person – soll Trost spenden, hilft den Schmerz zu verarbeiten und einen würdigen ersten Abschied zu bieten.

Leider bleiben die Hinterbliebenen in dieser Situation auch vor Bürokratie nicht verschont. Die wichtigsten Unterlagen wie Identitätskarte, Schriftenempfangsschein oder Familienbüchlein, Heiratsurkunde, Scheidungsurteil und falls der Ehepartner schon verstorben ist, dessen Sterbeurkunde, müssen zusammen gesucht werden. Ausserdem muss der Arbeitgeber informiert werden.

Wenn der Verstorbene allein lebte, spielen auch ganz praktische Dinge, wie die Wohnungsversorgung eine grosse Rolle:

  • Wer kümmert sich um die Haustiere?
  • Sind alle Fenster geschlossen? Die Stecker aus den Steckdosen gezogen? Ist die Heizung reguliert?
Der Blumenschmuck für das Grab muss für die Beerdigung und die Trauerfeier bestellt werden.

Unter anderem muss der Blumenschmuck für das Grab ausgeählt und bestellt werden.

Jetzt ist es sehr wichtig mit einem Bestattungsunternehmen Kontakt aufzunehmen. Dessen Mitarbeiter sind Ansprechpartner und Verbündete in dieser Situation. Sie übernehmen die Überführung des Verstorbenen, gestalten auf Wunsch die Trauerfeier und helfen bei der Auswahl des Sarges.Sämtliche anfallenden Aufgaben erledigt ein Bestatter gegen Bezahlung. Welche Aufgaben Sie delegieren möchten, bleibt Ihnen überlassen. Dies ist eine sehr individuelle Entscheidung. Manche Angehörigen möchten sich lieber ungestört der Trauer hingeben oder sind auch nicht in der Verfassung das Anstehende stemmen zu können. Andere sind dankbar über die Arbeit, die ihnen hilft, die ersten Tage nach dem Tod zu überstehen.

Was ist zu tun?

  • Mit der Kirchengemeinde Ort, Zeit und Ablauf der Trauerfeier festlegen.
  • Welche Bestattungsart favorisierte der Angehörige zu Lebzeiten? Entsprechend dessen Wunsch Friedhof und Grabstelle auswählen oder für ein bereits bestehendes Grab die Nutzungsrechte verlängern. Bei der Feuerbestattung gilt es, einen Termin für die Urnenbeisetzung mit den Beteiligten (Pfarrer und Friedhofsverwaltung) abzustimmen.
  • Auswahl der Totenbekleidung festlegen. Auch bei Feuerbestattung wird der Leichnam, falls gewünscht, in persönlicher Kleidung verbrannt. Es ist auch möglich dem Leichnam den Lieblingsschmuck mit auf den Weg zu geben.
  • Für den Tag der Trauerfeier Kränze und Blumenschmuck mit persönlicher Widmung bei der Gärtnerei bestellen. Meistens findet ein gemeinsames Leidmahl innerhalb der Trauergemeinde statt. Deshalb mit einem Gasthof Kontakt aufnehmen. Höflichkeitshalber wird auch der Pfarrer zum anschliessenden Essen eingeladen.
  • Auch Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen oder befreundete Mitglieder aus dem Sportverein wollen über den Todesfall informiert werden. Erstellen sie eine Liste, wer benachrichtigt werden soll. Eine Möglichkeit ist, engere Freunde telefonisch zu informieren, die Restlichen über eine Trauerkarte. Auch die Schaltung einer Todesanzeige in der örtlichen Tageszeitung ist denkbar.
  • Denken Sie aber auch an sich: Schaffen Sie Ruhezeiten. Unternehmen Sie einen Spaziergang oder sprechen Sie mit Familienmitgliedern, Freunden oder dem Pastor über Ihre Trauer. Wenn Kinder einen engen Bezug zum Verstorbenen hatten, ist es ratsam, sie in den Ablauf der Beerdigung zu integrieren. Sie können ein Bild malen oder einen Blumenstrauss pflücken und diesen mit auf den Weg geben.

Der Angehörige ist würdevoll bestattet worden. Bestimmt möchten Sie nun manchen Menschen Ihren Dank für die Unterstützung in dieser schwierigen Zeit aussprechen. Eine gute Möglichkeit ist die Danksagung per Brief oder Inserat. Der Dank wird in jedem Fall dem Arzt, dem Pfarrer, dem Bestattungsunternehmen und eventuell dem Musik- oder Gesangsverein ausgesprochen, wenn dieser sich an der Trauerfeier beteiligt hat.

Alsbald muss die Wohnsituation geklärt werden: Muss die Miete gekündigt, der Telefonanschluss, Strom, Wasser oder Internet abbestellt werden? Sie müssen zudem sämtliche Versicherungen, Konten, Abos abbestellen oder umschreiben lassen. Informieren Sie gleich dazu sämtliche Ämter wie Krankenkasse undAHV/Pensionskasse. Falls Leistungsansprüche wie eine Lebensversicherung bestehen, können Sie diese nun geltend machen.

Bei Erbangelegenheiten ist nun der richtige Zeitpunkt, um einen Notar hinzuzuziehen. Halten Sie die Erinnerung an den Verstorbenen aufrecht. Hängen Sie beispielsweise ein schönes Foto in Ihrer Wohnung auf.

Einige Wochen nach der Beisetzung

Legen Sie sich am besten einen Ordner mit allen wichtigen Unterlagen, den Sterbefall betreffend, zu. So ist alles übersichtlich und griffbereit.

Sechs bis acht Wochen nach der Beerdigung wird üblicherweise das Grab abgeräumt und neu hergerichtet. Klären Sie, wer in Zukunft die Grabpflege übernehmen wird. Soll es jemand aus der Familie sein oder wird es besser in Auftrag gegeben?

Das Holzkreuz wird in den nächsten Monaten durch einen Grabstein ersetzt. Diesen wählen die Angehörigen beim Steinmetz aus und besprechen die Beschriftung und Aufstellung. Als allerletzte Aufgabe stehen die Regelung der Erbangelegenheiten und die Testamentseröffnung an.

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