Indische Brücke bei Steisslage: das Baby sanft zur Drehung bewegen

Die meisten Kinder drehen sich vor der Geburt mit dem Kopf nach unten. Manche bleiben aber in der Beckenendlage. Mit einer Übung aus dem Hatha-Yoga können Sie versuchen Ihr Baby zur Wendung zu überreden.

Die indische Brücke soll ein Baby zur Drehung veranlassen, wenn es sich in Beckenendlage befindet.

Die indische Brücke kann Ihr Baby bei Beckenendlage dazu motivieren, sich in die richtige Geburtsposition zu begeben. Foto: Wavebreakmedia Ltd, Wavebreak Media, Thinkstock

In den meisten Fällen dreht sich das Baby bis zur 34. Schwangerschaftswoche in die sogenannte Schädellage, also mit dem Kopf nach unten, um die optimale Startposition für die Geburt einzunehmen. Doch in ungefähr fünf Prozent der Schwangerschaften bleiben die Kinder in Beckenendlage sitzen. Mit einer sanften Übung können Sie Ihr Baby motivieren, sich in die richtige Richtung zu drehen.

Wie funktioniert die indische Brücke?

Die indische Brücke ist ursprünglich eine Übung aus dem Hatha-Yoga, wo sie als «kleine Brücke» bekannt ist. Die Schwangere liegt auf dem Rücken, die Beine angewinkelt und hebt den Po nach oben. Durch die mehrmalige Hochlagerung des Beckens soll das Gesäss des Babys aus dem Becken der Mutter herausrutschen. Somit hat das Kind bessere Möglichkeiten, sich zu drehen. Zudem ist die Position für das Ungeborene nicht besonders angenehm – es wird dadurch motiviert, sich in eine gemütlichere Haltung zu begeben.
Das schwungvolle Aufstehen am Ende dient dazu, das Baby dazu zu animieren, gewissermaßssn einen Purzelbaum im Bauch zu vollführen.

Wie erfolgreich ist die indische Brücke?

Die Drehung des Babys aus der Beckenendlage hängt von derart vielen Faktoren ab, dass eine eindeutige Zuschreibung einer Wendung auf eine bestimmte Methode oder Übung fast nicht möglich ist. Doch Janni Terpstra Schläppi, Hebamme und Yogalehrerin, die in zehn Jahren mit 280 Schwangeren Yogakurse durchgeführt hat, ist überzeugt, dass «mit regelmässigem, schliesslich intensiviertem Üben […] das Risiko für eine BEL-Geburt [Beckenendlage-Geburt] gesenkt werden kann.» (Schweizer Hebamme 6/2004).

Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?

Die indische Brücke ist keine angenehme Position, weder für die Schwangere noch für das Kind, weshalb sich die Entspannung, die bei dieser Übung angestrebt wird, oftmals nicht einstellen mag. Dies ist insofern beabsichtigt, als dass das Baby durch die unbequeme Lage zur Drehung bewegt werden soll. Allerdings drückt die stark vergrösserte Gebärmutter eventuell auf die hintere Hohlvene im mütterlichen Rücken, was Schwindel und Übelkeit auslösen kann - bis hin zur Ohnmacht. Deswegen empfiehlt es sich, die Übung nicht alleine, sondern unter Aufsicht des Partners, der zusätzlich stützen kann oder der Hebamme auszuführen.

So führen Sie die indische Brücke aus

Hierzu legen Sie sich bitte auf den Rücken auf eine Yogamatte oder einen festen Untergrund. Die Füsse werden hüftbreit aufgestützt, die Arme werden locker mit den Handflächen nach unten neben den Körper gelegt. Atmen Sie entspannt ein und aus. Heben Sie dann beim Ausatmen das Becken an, so dass es circa 20 Zentimeter über dem Boden liegt. Halten Sie diese Position, so lange Sie Ihnen angenehm ist, und atmen Sie entspannt weiter. Senken Sie dann das Becken wieder ab und stehen Sie mit etwas Schwung über eine Seite auf.

Da die Übung in ihrer ursprünglichen Form sehr anstrengend ist, besonders bei fortgeschrittener Schwangerschaft, empfiehlt es sich, das Becken mit Hilfe eines Keilkissens oder Ähnlichem hochzulagern und eventuell die Beine auf einem Stuhl, dem Sofa oder dem Bett abzulegen. So können Sie diese Position zehn bis fünfzehn Minuten halten. Es geht nicht primär darum, das Becken möglichst oft anzuheben, sondern um die stabile Hochlagerung des Beckens über einige Minuten.

Wichtig ist: Entspannen Sie sich! Wenn Ihnen übel oder schwindlig wird oder Sie Schmerzen im Rücken bekommen, brechen Sie die Übung sofort ab.

Sie können ab der 32. Schwangerschaftswoche mit der Übung beginnen und Sie regelmässig mehrmals in der Woche ausführen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind habe sich gedreht, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme und lassen Sie die Lage Ihres Babys kontrollieren.
 

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