Schwangerschaft > SchwangerschaftsbeschwerdenBeckenendlage: Wie wahrscheinlich sich dein Baby noch dreht und was du tun kannst Fatima Di Pane Beim Ultraschall zeigt sich: Dein Baby sitzt mit dem Po nach unten, der Kopf liegt oben unter deinen Rippen. Um die 30. Schwangerschaftswoche ist eine solche Beckenendlage noch häufig, und die meisten Babys drehen sich bis zur Geburt von selbst. Hier erfährst du, wie gut die Chancen stehen, was du selbst versuchen kannst und wie es weitergeht, falls dein Baby sitzen bleibt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Wenn dein Baby in der Beckenendlage ist, gibt es einiges zu beachten. © Getty Images, Pekic Beckenendlage: Das Wichtigste in KürzeUm die 30. Schwangerschaftswoche liegt noch fast jedes fünfte Baby mit dem Po nach unten, am Geburtstermin sind es nur noch etwa 3 von 100. So stehen die Chancen.Für die indische Brücke ist keine Wirkung belegt, für Moxibustion eine kleine. Das kannst du selbst tun.Ab 36+0, also ab Beginn der 37. Schwangerschaftswoche, kann eine Ärztin dein Baby von aussen drehen. Beim ersten Kind gelingt das etwa jedes zweite Mal, danach öfter. So läuft die äussere Wendung ab.Bleibt dein Baby in Beckenendlage, kommen ein Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt infrage. Das solltest du zur Geburt wissen. Normalerweise liegt ein Baby vor der Geburt mit dem Kopf nach unten, Fachleute sprechen von der Schädellage. Bei der Beckenendlage, auch Steisslage genannt, ist es umgekehrt: Unten liegen der Po oder die Füsse. Wie wahrscheinlich dreht sich dein Baby noch? Früh in der Schwangerschaft hat dein Baby viel Platz und wechselt seine Lage ständig. Mit jeder Woche wird es enger, und die meisten Babys finden in die Kopflage. Der Anteil der Babys in Beckenendlage sinkt deshalb deutlich: Zwischen 28 und 32 vollendeten Wochen ist es knapp jedes fünfte (18 Prozent), zwischen 33 und 36 Wochen sind es noch 9 Prozent und am Termin rund 3 Prozent.[1] Liegt dein Baby in der 30. SSW in Beckenendlage, ist das also kein Grund zur Sorge. Die Chancen stehen gut, dass es sich in den nächsten Wochen noch dreht. Je näher der Geburtstermin rückt, desto seltener wird das. Bei Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, dreht sich nach 36 vollendeten Wochen nur noch etwa jedes zwölfte Baby von selbst.[2] Ganz ausgeschlossen ist es bis zum Beginn der Wehen nicht. Ob dein Baby sich gedreht hat, zeigt am zuverlässigsten der Ultraschall bei der Schwangerschaftskontrolle. Warum liegt ein Baby in Beckenendlage? Oft lässt sich kein Grund finden. Manche Umstände machen eine Beckenendlage aber wahrscheinlicher: wenn das Baby zu früh zur Welt kommt, bei Zwillingen oder Mehrlingen, wenn wenig Fruchtwasser da ist, wenn der Mutterkuchen tief vor dem Muttermund liegt oder wenn die Gebärmutter eine besondere Form hat, etwa eine Herzform. Lag schon dein voriges Baby so, steigt die Wahrscheinlichkeit: In etwa jeder zehnten folgenden Schwangerschaft liegt das Kind erneut in Beckenendlage.[2] Indische Brücke, Moxibustion und Co.: Was du selbst tun kannst Gegen Ende der Schwangerschaft empfehlen Hebammen oft Übungen, die dem Baby beim Drehen helfen sollen. Die bekannteste ist die indische Brücke. Du liegst dabei auf dem Rücken und lagerst das Becken hoch, damit der Po des Babys aus deinem Becken rutscht und es Platz zum Drehen bekommt. Wie das genau geht und worauf du achten musst, liest du im Artikel zur indischen Brücke. Dass solche Lagerungsübungen ein Baby häufiger in die Kopflage bringen, konnten Studien bisher nicht zeigen.[2] Wenn dir die Übung guttut, spricht wenig dagegen. Wird dir dabei schwindlig oder übel, brich sie ab. Die indische Brücke. © Getty Images, Saito Fam Moxibustion: Wärme am kleinen Zeh Die Moxibustion, kurz Moxen, stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei wird ein glimmendes Kraut nahe an einen Akupunkturpunkt an der Spitze des kleinen Zehs gehalten. Von allen Methoden, die du selbst anwenden kannst, ist sie am besten untersucht. Moxibustion senkt wahrscheinlich den Anteil der Babys, die bei der Geburt nicht mit dem Kopf voran liegen, allerdings nur etwas. An der Zahl der Kaiserschnitte ändert sie kaum etwas. Als Nebenwirkungen wurden unter anderem Übelkeit, Bauchschmerzen und Kontraktionen der Gebärmutter beschrieben.[3] Wenn du es versuchen möchtest, dann zwischen 33 und 35 vollendeten Wochen und unter Anleitung einer ausgebildeten Fachperson.[2] Manche Spitäler weisen in der Hebammensprechstunde auf Moxen hin.[4] Für Akupunktur allein, die Lichtwende mit einer Taschenlampe, Atemübungen wie Zilgrei oder Osteopathie gibt es keine verlässlichen Belege, dass sie ein Baby drehen. Äussere Wendung: So dreht das Spital dein Baby von aussen Liegt dein Baby gegen Ende der Schwangerschaft noch immer mit dem Po nach unten, kann es im Spital von aussen gedreht werden. Diese äussere Wendung wird ab 36 vollendeten Wochen angeboten, also ab 36+0.[1] Schon vorher bespricht die Ärztin mit dir die Möglichkeiten: abwarten, ob sich das Baby von selbst dreht, eine Wendung versuchen oder die Geburt aus Beckenendlage planen.[4] Nicht jede Frau kann sich für eine Wendung entscheiden. Ausgeschlossen ist sie etwa bei Zwillingen, nach einem Blasensprung, bei Wehen, nach wiederholten Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte oder bei einer auffälligen Herzton-Aufzeichnung (CTG).[4] Die Wendung findet im Gebärsaal statt, damit bei Problemen sofort ein Kaiserschnitt möglich ist.[4] In der Regel kommst du nüchtern. Zuerst prüfen CTG und Ultraschall, ob es deinem Baby gut geht. Je nach Situation bekommst du ein Medikament, das die Gebärmutter entspannt. Dann bringt die Ärztin dein Baby mit dosiertem Druck über die Bauchdecke dazu, sich zu drehen. Der Druck ist unangenehm und kann auch wehtun.[2] Sag es, wenn es dir zu viel wird. Manchmal wird vorher eine Periduralanästhesie oder Lachgas angeboten. Danach wird das CTG noch einmal kontrolliert, und meist darfst du nach ein paar Stunden nach Hause. Bist du Rhesus negativ und ist dein Baby Rhesus positiv oder seine Blutgruppe nicht bekannt, bekommst du eine Spritze zur Rhesusprophylaxe.[5] Ein leichtes Ziehen im Unterbauch ist in den Stunden danach normal. Blutest du oder hast du Bauchschmerzen, die du dir nicht erklären kannst, meldest du dich sofort im Spital.[2] Dasselbe gilt, wenn Fruchtwasser abgeht oder du dein Baby weniger spürst. Bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, gelingt die Wendung in etwa der Hälfte der Fälle, bei Frauen, die schon geboren haben, in 60 bis 80 Prozent. Hat es geklappt, bleibt das Baby meist in der Kopflage, nur 2 bis 6 von 100 drehen sich zurück. Umgekehrt drehen sich nach einem erfolglosen Versuch noch 1 bis 4 von 100 Babys von selbst.[5] Ernste Komplikationen sind selten. Eine Blutung oder eine vorzeitige Lösung des Mutterkuchens kommt jeweils bei höchstens etwa einer von 100 Wendungen vor.[1] Bei etwa 5 von 100 Wendungen verändert sich der Herzschlag des Babys kurz und normalisiert sich wieder. Ein Blasensprung ist sehr selten, und einen Notfall-Kaiserschnitt braucht es in etwa 4 von 1000 Fällen.[5] Geburt bei Beckenendlage: Kaiserschnitt oder natürliche Geburt? Hat sich dein Baby bis zum Ende nicht gedreht, gibt es zwei Wege: einen geplanten Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt aus Beckenendlage. Nach einem geplanten Kaiserschnitt ist das Risiko kleiner, dass ein Baby rund um die Geburt stirbt oder in den ersten Lebenstagen schwer krank wird. Zwei Jahre nach der Geburt fand sich bei den Kindern aber kein Unterschied mehr bei Todesfällen oder schweren Entwicklungsstörungen. Kommt eine natürliche Geburt nach sorgfältiger Abklärung für dich infrage, gilt sie als gleichwertige Alternative, und für dich als Mutter bringt sie weniger Komplikationen mit sich.[1] Eine natürliche Geburt aus Beckenendlage ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.[5] Dazu gehört etwa, dass es dir und deinem Baby gut geht und dass Grösse und Gewicht des Babys zu deinem Becken passen. Das klärt das Spital vorher mit Ultraschall und einer Untersuchung. Während der Geburt werden die Herztöne eng überwacht, und ein Team für einen raschen Kaiserschnitt steht bereit. Nicht jedes Spital bietet eine solche Geburt an. Lass dich deshalb früh beraten, am besten in einem Spital, das mit beiden Wegen Erfahrung hat. Entscheidest du dich für einen Kaiserschnitt, wird er ohne besonderen Grund nicht vor 39 vollendeten Wochen geplant, weil das Baby dann seltener Probleme mit der Atmung hat.[1] Setzen vorher Wehen ein, fährst du direkt ins Spital. Erwartest du Zwillinge, hängt das Vorgehen vor allem davon ab, wie das erste Baby liegt. Mehr dazu erfährst du im Artikel zur Geburt von Zwillingen. Was tun bei Blasensprung und Beckenendlage? Platzt die Fruchtblase, solange dein Baby mit dem Po nach unten liegt, kann die Nabelschnur leichter vor das Baby rutschen und abgedrückt werden. Melde dich deshalb sofort im Spital und leg dich hin, das Becken möglichst hoch gelagert.[4] Lass dir am Telefon sagen, wie du am sichersten ins Spital kommst. Im Zweifel rufst du die Ambulanz unter 144. Siehst oder spürst du die Nabelschnur in der Scheide, ist das ein Notfall: Ruf sofort die 144 und knie dich hin, den Oberkörper tief und den Po hoch, bis Hilfe da ist. Woran du einen Blasensprung erkennst, liest du in unserem Artikel dazu. Wenn dein Baby in der Beckenendlage liegt, solltest du dich nach einem Blasensprung hinlegen. © Getty Images, Photodjo Ist eine Beckenendlage für dein Baby gefährlich? Bei einer natürlichen Geburt aus Beckenendlage kommt der Kopf zuletzt. Deshalb braucht sie ein erfahrenes Team, das bei Problemen rasch eingreifen kann. Mit einem solchen Team und nach sorgfältiger Abklärung ist sie eine gleichwertige Möglichkeit, auch wenn die ersten Lebenstage nach einem geplanten Kaiserschnitt für das Baby sicherer sind. Nach zwei Jahren ist kein Unterschied mehr nachweisbar. Mehr dazu liest du weiter oben. Babys, die bei der Geburt in Beckenendlage liegen, haben ein erhöhtes Risiko für eine Hüftdysplasie, also ein nicht richtig ausgereiftes Hüftgelenk. In der Schweiz wird die Hüfte in den ersten Lebenswochen kontrolliert, je nach Region mit Ultraschall bei allen Babys oder bei Babys mit einem Risiko.[6] Sag deshalb der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, dass dein Baby so lag. Und was ist eine Querlage?Bei der Querlage liegt das Baby quer im Bauch, Kopf und Po befinden sich etwa auf gleicher Höhe. Auf natürlichem Weg kann es so nicht geboren werden. Auch bei einer Querlage ist eine äussere Wendung möglich.[5] Gelingt sie nicht, kommt das Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Platzt bei einer Querlage die Fruchtblase, gilt dasselbe wie bei der Beckenendlage: sofort im Spital melden, hinlegen und das Becken hoch lagern.[4] Quellen Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) unter Beteiligung der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG): S3-Leitlinie Sectio caesarea (AWMF-Register 015-084), Juni 2020, in Überarbeitung, Kapitel 4.3 und 5.1, abgerufen am 01.10.2026. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG): External Cephalic Version and Reducing the Incidence of Term Breech Presentation (Green-top Guideline No. 20a), BJOG 2017;124:e178–e192, doi:10.1111/1471-0528.14466 (international), abgerufen am 01.10.2026. Coyle M. E., Smith C., Peat B.: Cephalic version by moxibustion for breech presentation, Cochrane Database of Systematic Reviews 2023 (international), abgerufen am 01.10.2026. Luzerner Kantonsspital, obsgyn-wiki: Äussere Wendung bei Beckenendlage (fachliche Weisung, Version vom 10.10.2023, gültig bis 31.12.2026), abgerufen am 01.10.2026. Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG): Aufklärungsprotokoll Äussere Wendung des Kindes bei Beckenend- oder Querlage (PDF), abgerufen am 01.10.2026. Merckaert S. R.: Die klinische Untersuchung von Neugeborenen und die regionalen Unterschiede beim Screening von entwicklungsbedingter Hüftdysplasie in der Schweiz, Paediatrica 4/2023, pädiatrie schweiz, abgerufen am 01.10.2026.