Streptokokken B können für das Baby bei der Geburt gefährlich werden

Eine Neugeborenensepsis wird durch eine Infektion mit Streptokokken B ausgelöst. Ob die Gefahr einer solchen Blutvergiftung besteht, hängt jedoch nicht nur von einer Bakterieninfektion, sondern auch von weiteren Risikofaktoren ab.

Eine Streptokokken b Infektion kann für ein Neugeborenes lebensgefährlich sein.

Eine Streptokokken b Übertragung von der Mutter auf das Baby kann für das Neugeborene lebensgefährlich sein. Foto: metinkiyak, iStock, Thinkstock

Bei Streptokokken handelt es sich um Bakterien, die natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommen. Sie lassen sich in verschiedene Stämme einteilen. Neben dem Stamm A ist vor allem der Stamm B für Infektionen im Intimbereich verantwortlich. Streptokokken B stellen zudem für Neugeborene eine erhebliche Gefahr dar.

Streptokokken in der Scheide

Bei vielen Frauen lassen sich Streptokokken in der Scheide nachweisen. «Etwa 10−15 Prozent aller Frauen sind gesunde Trägerinnen dieser Bakterien», informiert das Universitätsspital Zürich. Sind das Immunsystem und die Vaginalflora intakt, müssen diese Bakterien nicht zwangsläufig zu Problemen führen. Erst eine aus dem Gleichgewicht geratene Vaginalflora begünstigt die Vermehrung und Ausbreitung der Streptokokken. Ursachen einer gestörten Vaginalflora sind neben Erkrankungen wie etwa Diabetes ein Mangel an Östrogen sowie übertriebene Intimhygiene. So kann es zu verschiedenen Beschwerden wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und übel riechendem Ausfluss kommen.

So gefährlich sind Streptokokken B

B-Streptokokken können bei Erwachsenen Hirnhautentzündungen, Harnwegsinfekte und Wundinfektionen auslösen, sind jedoch besonders für Kinder bei der Entbindung gefährlich. Dort führen sie unter Umständen durch eine Übertragung von der Mutter auf das Kind zur sogenannten Neugeborenensepsis, die umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt wird. Diese kann sowohl unmittelbar nach der Entbindung als auch erst einige Tage nach der Geburt auftreten und führt in 20 bis 50 Prozent der Fälle zum Tod des Neugeborenen.

Gefahr einer Neugeborenensepsis

Wie hoch das Risiko einer Neugeborenensepsis ist, hängt nicht nur von einer Infektion mit Streptokokken B der Mutter ab, sondern auch vom Verlauf der Schwangerschaft sowie der Geburt an sich.

Zu den Risikofaktoren zählen:

  • ein vorzeitiger Sprung der Fruchtblase ohne Einsetzen der Geburtswehen
  • durch Streptokokken B ausgelöste Harnwegsinfekte während der Schwangerschaft
  • Streptokokken-Infektionen eines Kindes bei früheren Geburten
  • steigende Infektionsparameter sowohl bei der Mutter als auch beim Kind im Verlauf der Geburt
  • Fieber von 38 Grad Celsius und höher
  • ein erwartetes Geburtsgewicht des Kindes unter 2500 g
  • eine Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche

Behandlung der Infektion mit Streptokokken B

Sind einige dieser Risiko-Faktoren erfüllt und wurde die Mutter positiv auf Streptokokken B getestet, erfolgt eine prophylaktische Gabe von Antibiotika während der Entbindung. Die Antibiotika erhält die Mutter in der Regel intravenös. Darüber hinaus wird das Neugeborene intensiv beobachtet und bei ersten Anzeichen einer B-Streptokokken-Infektion wie niedrigem Blutdruck, Lethargie und rascher Atmung umgehend ebenfalls mit Antibiotika behandelt.

GBS-Screening: Streptokokken B auf der Spur

Streptokokken-Infektionen während der Schwangerschaft lassen sich mit einer mikrobiologischen Untersuchung, dem sogenannten GBS-Screeningtest, feststellen. «Eine generelle Empfehlung zum B-Streptokokken-Screening in der Schwangerschaft wird aufgrund der aktuellen Datenlage nicht als notwendig erachtet», so der Schweizerische Hebammenverband. Er empfiehlt diesen Test ausschliesslich Frauen, die zur Risikogruppe gehören.

Infektion mit Streptokokken B vorbeugen

Um einer Streptokokken-Infektion vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, das natürliche saure Scheidenklima zu erhalten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, auf Intimpflegemittel, Intimsprays und Scheidenspülungen zu verzichten. Es reicht, den Intimbereich täglich mit warmem Wasser zu reinigen. So bleibt die natürliche Vaginalflora erhalten, und Bakterien haben keine Chance, sich unkontrolliert zu vermehren.

Links zum Thema Streptokokken B

Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie zur Betreuung der Neugeborenen von Müttern, die mit Streptokokken der Gruppe B kolonisiert sind: www.neonet.ch

 

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