Paracetamol: Vorsicht bei der Einnahme in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist es unbedingt notwendig, genau darauf zu achten, welche Stoffe dem Körper zugeführt werden. Dies gilt insbesondere für Medikamente. Viele Präparate, die normalerweise unbedenklich sind, können auf das ungeborene Kind unerwünschte bis gefährliche Nebenwirkungen haben.

Paracetamol in der Schwangerschaft ist nicht unbedenklich.

Paracetamol und andere Medikamente sollten in der Schwangerschaft nur mit Vorsicht eingenommen werden. Foto: pojoslaw, iStock, Thinkstock

Paracetamol ist eines der populärsten Schmerzmittel und in Medikamenten wie Dafalgan und Panadol enthalten. Neben seiner schmerzlindernden Wirkung besitzt es auch fiebersenkende Eigenschaften. Daher kommt es nicht nur bei Kopf- und Gliederschmerzen zum Einsatz, sondern auch bei grippalen Infekten.

Studien stimmen bedenklich

Vielfach wird Paracetamol auch Schwangeren als Schmerzmittel, das ohne Nebenwirkungen eingenommen werden kann, empfohlen. Ob von Paracetamol jedoch tatsächlich keinerlei Risiken für das ungeborene Kind ausgehen, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen unter Experten. So wird Paracetamol etwa schon länger mit späteren Asthma-Erkrankungen sowie Hodenhochstand in Verbindung gebracht. Aktuelle Studien legen darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft sowie späteren Motorik- und Kommunikationsproblemen des Kindes und auch ADHS-Erkrankungen nahe. Eine dänische Studie mit mehr als 64.000 teilnehmenden Schwangeren zeigte, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer späteren ADHS-Erkrankung des Kindes durch die Paracetamol-Einnahme während der Schwangerschaft um 37 Prozent erhöht.

Vorsicht bei Paracetamol in der Schwangerschaft

Noch sind solche Zusammenhänge nicht eindeutig belegt. Dennoch warnen Experten zu einem vorsichtigeren Umgang mit Paracetamol während der Schwangerschaft. «Nur schon aus reiner Vorsicht müssen wir bei einem solchen Verdacht handeln, um das ungeborene Leben zu schützen. Ich habe immer noch Contergan im Hinterkopf», sagte Gert Printzen, Mitglied des Zentralvorstands der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, der «Schweiz am Sonntag». «Die Hersteller müssten nun den Warnhinweis in der Packungsbeilage verschärfen, fordert Printzen. Schwangeren und stillenden Patientinnen müsse im Beipackzettel abgeraten werden, das Medikament während mehr als einer Woche zu nehmen», schrieb die Zeitung.

Wie viel Paracetamol in der Schwangerschaft unbedenklich ist

Die empfohlene maximale Tagesdosis für Schwangere liegt bei maximal 3 mal 1000 mg Paracetamol. Grundsätzlich gilt jedoch: so viel wie unbedingt nötig, so wenig wie irgendwie möglich. Dem momentanen Forschungsstand zufolge ist Schwangeren davon abzuraten, Paracetamol länger als eine Woche durchgehend einzunehmen. Darüber hinaus ist von einer Selbstmedikation ohne ärztliche Überwachung dringend abzusehen. Dies gilt auch für die Einnahme von Ibuprofen in der Schwangerschaft. Während Paracetamol grundsätzlich über die Dauer der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden kann, darf Ibuprofen nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche verabreicht werden. In späteren Stadien der Schwangerschaft kann Ibuprofen zu Nieren- sowie Herzschäden des ungeborenen Kindes führen.

Bei Schmerzen zum Arzt

Auch Erkrankungen sowie Schmerzen der Mutter können die Entwicklung des ungeborenen Kindes negativ beeinflussen. Aus diesem Grund wird von einem völligen Verzicht auf Schmerzmittel während der Schwangerschaft abgeraten. Es kommt auf das richtige Präparat sowie die richtige Dosierung an. Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich vom Arzt beraten zu lassen.

Links zum Thema Paracetamol Schwangerschaft

Das SRF (Schweizerische Radio und Fernsehen) berichtet über «Paracetamol unter ADHS-Verdacht»: www.srf.ch

 

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