Ist Durchfall während der Schwangerschaft gefährlich?

Verständlicherweise sind manche werdende Mütter beunruhigt, wenn Durchfall in der Schwangerschaft auftritt. In unserem Beitrag erfahren Sie, wie gefährlich er für das ungeborene Baby ist, was bei Durchfall hilft und wann Sie zu Ihrem Arzt gehen müssen.

Durchfall in der Schwangerschaft lässt sich mit Hausmitteln bekämpfen.

Bei leichterem Durchfall in der Schwangerschaft kann Schonkost mit Zwieback, Tee und zerdrückter Banane helfen. Foto: HeikeRau, iStock, Thinkstock

Der Körper einer schwangeren Frau hat grosse Umstellungen zu verkraften. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, die sich auch auf das vegetative Nervensystem auswirken. Insofern sind gewisse Unregelmässigkeiten bei der Verdauung wie Blähungen, Erbrechen, Sodbrennen, Verstopfung oder auch Magenschmerzen und Durchfall in der Schwangerschaft nicht selten. Manche Frauen erkennen unter anderem am typischen Durchfall ihre Frühschwangerschaft.

Hausmittel und Diät bei Durchfall in der Schwangerschaft

Bei einer leichten Verdauungsstörung können Sie durch Hausmittel gegensteuern. Dazu zählen Fencheltee, geriebener roher Apfel oder Rüeblisuppe. Das Onmeda-Ärzteteam des Beobachters empfiehlt zudem Schonkost, zum Beispiel mit: Zwieback, zerdrückter Banane, Kartoffelstock (ohne Butter und Milch), in Bouillon gekochten Teigwaren oder Reis.

Einige der von Schwangeren häufig eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel stehen im Verdacht, mitschuldig an Durchfall in der Schwangerschaft zu sein. Gegen Ende der Schwangerschaft, bevor die Geburtswehen beginnen, bekommen ca. ein Fünftel der Frauen spontan Durchfall.

Durchfall in der Schwangerschaft: In diesen Fällen müssen Sie zum Arzt

Von Durchfall als Krankheit sprechen Mediziner erst, wenn pro Tag drei oder mehr breiige oder wässrige Stuhlentleerungen auftreten. Durchfall ist selbst keine Krankheit. Er ist ein Symptom, das auf Störungen oder Krankheiten des Organismus hinweisen kann. Die häufigste Ursache für Krankheiten mit Durchfall während der Schwangerschaft ist eine Infektion. Wenn die Symptome nicht von selbst wieder verschwinden und wässriger Durchfall in der Schwangerschaft länger als zwei Tage anhält, kann es zu einer Dehydrierung kommen. Wenn dadurch die Fruchtwassermenge abnimmt, wird es für das Kind sehr gefährlich. Ausserdem könnten, wenn das Blut eindickt und die Hormonkonzentration sich erhöht, vorzeitige Wehen und sogar eine Fehlgeburt Folge des Wasserverlustes sein.

Auch wenn zum Durchfall weitere Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzen, Kreislaufschwäche oder Blut im Stuhl hinzukommen, müssen Sie dringend zum Arzt gehen, der die Ursachen abklärt. Infektionen mit Salmonellen oder Listerien beispielsweise können zu einer ernsthaften Gefahr für das ungeborene Kind werden. Deshalb ist es besonders für schwangere Frauen wichtig, auf eine gute Lebensmittelhygiene zu achten und kritische Lebensmittel wie rohes Fleisch und Rohmilchkäse zu meiden.

Link-Tipps

Detaillierte Informationen zur Ernährung während der Schwangerschaft finden Sie im Merkblatt «Bewegter Lebensstart» der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung: www.bewegter-lebensstart.ch

Die informative Broschüre «Schützen Sie sich vor Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft» des aid-Infodienstes der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann hier kostenlos heruntergeladen werden: shop.aid.de

 

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