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Krank in der Schwangerschaft: Das hilft gegen Husten, Schnupfen oder Grippe

Hat Sie eine Erkältung erwischt? Kranke Schwangere sind oft verunsichert, welche Medikamente und Hausmittel sie nehmen können, ohne dem ungeborenen Baby zu schaden. Dieser Ratgeber gibt einen kleinen Überblick, was bei Halsweh, Schnupfen und Husten in der Schwangerschaft hilft.

Krank in der Schwangerschaft: Schwangere Frau, eingekuschelt in Decke, kontrolliert auf Fieberthermometer ihre Temperatur.

Grippe oder Erkältung ist in der Schwangerschaft? Fragen Sie Ihren Artz, welche Hausmittel oder Medikamente Sie einnehmen sollten. Bild: GettyImages Plus, DusanManic

Sie haben sich erkältet oder fühlen sich krank? Erkältungen mit Schnupfen und Husten sind mühsam – in der Schwangerschaft umso mehr! Viele werdende Mütter schrecken während der Schwangerschaft vor der Einnahme von Medikamenten zurück, weil die Wirkstoffe in den Blutkreislauf des Babys gelangen können. Es gibt aber verschiedene Medikamente gegen Husten und Schnupfen, die auch in der Schwangerschaft erlaubt sind und dem Baby nicht schaden. Ausserdem schaffen auch viele Hausmittel Linderung bei Fieber, Husten, Halsschmerzen oder einer verstopften Nase. 

Diese Medikamente sind auch für Schwangere erlaubt

Generell gilt: Bevor Sie in der Schwangerschaft bei einer Erkältung mit Schnupfen, Husten oder gar Fieber zu einem Medikament greifen, sollten  Sie Ihren Arzt fragen, ob und in welcher Dosis Sie das Arzneimittel verwenden können. Laut Dr. Michaela Schmid, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Zürich, gibt es verschiedene Medikamente, die in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen und die gegen Infekte helfen. Eine genaue Auflistung ist auf ihrer Homepage zu finden. 

Umstritten ist die Einnahme von Paracetamol von Schwangeren. Das Medikament hilft gegen Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen und gilt auch in der Schwangerschaft nach Rücksprache mit dem Arzt als relativ harmlos. Das Medikament passiert die jedoch Plazentaschranke und gelangt in den Blutkreislauf des Kindes. Nach bisherigen Erkenntnissen birgt es in einer gängigen Dosierung keine grossen Gefahren und löst keine Fehlbildungen aus. Aber neuere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die längere Einnahme von Paracetamol, auch als Dafalgan oder Panadol bekannt, zu ADHS beim Kind führen kann.

Komplett verzichten sollten Schwangere auf Nasensprays mit abschwellender Wirkung. Diese sollten bei einer Erkältung in der Schwangerschaft gemieden werden. Aber keine Sorge – es gibt Abhilfe, auch bei festsitzendem Schleim gibt es verschiedene Hausmittel, die helfen. 

Versuchen Sie es mit Hausmitteln

Hausmittel sind meist sanfter, natürlicher und kosten zudem nur einen Bruchteil dessen, was für teure Medikamente bezahlt werden muss. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da einige Tees, Kräuter und Gewürze Wehen anregen und so die Geburt einleiten oder die Milchbildung verhindern können. 

Auf diese Tees und Kräuter sollten werdende Mütter verzichten: Trinken Sie keine Tees mit Ingwer, Schafgarbe und Kamille - diese Pflanzen können ab einer bestimmten Dosis wehenauslösend wirken und so die Geburt des Kindes auslösen! Auch warme Bäder gegen Reizhusten in der Schwangerschaft sind wehenfördernd und sollten in den Wochen vor der Entbindung vermieden werden, um das Kind zu schützen. Salbei, Pfefferminze und entwässernde Kräuter wie Brennnessel und Johanniskraut hingegen werden zum Abstillen genutzt und vermindern die Milchbildung, weswegen sie in den letzten Wochen der Schwangerschaft gemieden werden sollten.

Im Zweifelsfalle sprechen Sie Ihren Arzt an und fragen Sie ihn nach dem richtigen Hausmittel. 

Gurgeln, Wickel, Inhalieren: Diese Hausmittel helfen bei...

...allgemeinen Krankheitsgefühlen

Das wichtigste und gleichzeitig einfachste Mittel bei Krankheitsgefühlen oder auch einer Grippe in der Schwangerschaft ist Trinken. Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinken Sie viel. Wasser reguliert den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und hilft, den Schleim im Körper zu lösen. Am besten eignen sich Tees, allenfalls gesüsst mit Honig. Besonders gesund für Schwangere ist Manuka Honig. Darüber hinaus sollten Sie bei einer Grippe dem Körper die Ruhe gönnen, die er zur Genesung fordert. 

...verstopfter Nase

Bei Schnupfen und verstopfter Nase helfen Meersalzlösungen - entweder als Spray oder zum Inhalieren: Isotonische Kochsalzlösungen wirken überaus wohltuend, da sie die Nasenschleimhäute angenehm befeuchten und für Schwangere frei von Nebenwirkungen sind. Kochsalzlösung können Sie auch inhalieren. Dazu wird ein gestrichener Teelöffel Salz in einem halben Liter aufgekocht und der aufsteigende Dampf inhaliert. 

... Husten

Hausmittel versprechen auch Hustenreiz oder gar Reizhusten, Halsschmerzen oder Fieber Linderung und fügen dem Kind im Bauch keinen Schaden zu. Bei Reizhusten hat sich zum Beispiel Zwiebelsirup als gute Alternative zu Hustensaft bewährt. Er löst den Schleim und wirkt antibakteriell. Schneiden Sie dafür eine Zwiebel klein, geben diese abwechselnd mit Zucker oder Honig in eine Tasse und stürzen diese auf eine Untertasse. Der Sirup fliesst nach einer halben Stunde heraus und kann getrunken werden. Auch die Inhalationen mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus-Öl können den Husten und Hustenreiz während der Schwangerschaft lindern, ohne lästige Nebenwirkungen hervorzurufen. Auch Warme Kartoffelwickel gelten seit jeher als harmloses und bewährtes Hausmittel bei Husten.

...Halsweh

Gurgeln mit Salbeitee oder ein Glas heisses Wasser mit Honig und Zitrone beruhigen den kratzigen Hals bei Halsschmerzen oder Reizhusten. Auch Halswickel mit Quark, Butter oder gekochten und zerstampften Kartoffeln lindern Halsschmerzen.

Krank in der Schwangerschaft: ab wann zum Arzt?

Verschlimmern sich die Symptome oder stellt sich nach ein paar Tagen keine Besserung ein, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Aus einem Husten oder einer Erkältung kann in der Schwangerschaft schnelle einmal eine Grippe mit Fieber werden. Das Immunsystem von Schwangeren muss sich auf das Baby konzentrieren und die Frauen selbst sind darum oft etwas anfälliger. Aus einem einfachen Infekt kann so eine langwierige Erkrankung werden. Warten Sie darum nicht länger als eine Woche, bis Sie sich an den Spezialisten wenden.