Eisenmangel in der Schwangerschaft: Steigern Sie Ihren Hämoglobin-Wert

Eisenmangel während der Schwangerschaft ist eine häufige Begleiterscheinung. Etwa ein Drittel aller schwangeren Frauen in der Schweiz leidet darunter. Woran Sie die Symptome erkennen und wie Sie Abhilfe schaffen, lesen Sie in unserem Beitrag.

Eisenmangel in der Schwangerschaft kann mit gesunder, eisenhaltiger Nahrung vorgebeugt werden.

Gesunde Ernährung mit viel rotem Gemüse kann einem Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen. Foto: HannamariaH, iStock, Thinkstock

Jede Frau hat während einer Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese für das Wachstum des Kindes benötigt werden. Zellen bilden sich, ein neuer Mensch entsteht. Dabei ist für die Versorgung der wachsenden Gebärmutter sowie die Bildung des embryonalen Blutkreislaufs Eisen notwendig. Nimmt die Frau über die Nahrung zu wenig davon auf, kommt es zum Eisenmangel in der Schwangerschaft.

Die Symptome bei Eisenmangel in der Schwangerschaft

Auf den ersten Blick ist ein Eisenmangel durch seine Symptome nicht gleich als eindeutig zu identifizieren. Zunächst fühlen die Frauen sich müder oder bekommen schlechter Luft. Dies sind jedoch auch allgemeine Anzeichen für eine Schwangerschaft. Kommen noch weitere Symptome, wie z. B. Kopfschmerzen, spröde Haut und brüchige Nägel hinzu, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen. Dieser bestimmt mittels Bluttest den Wert des Hämoglobins (Hb-Wert). Besitzt ein Körper nicht genug eisenhaltige Reserven, bildet er weniger rote Blutkörperchen. Ein niedriger Hb-Wert gibt Hinweise auf eine mögliche Anämie (Blutarmut). Liegt der Hb-Wert unter 11 g/dl besteht Handlungsbedarf.

Folgen für Mutter und Kind

Bei ausgeprägter Anämie hat der Eisenmangel Folgen für die kindliche Entwicklung. Hämoglobin ist wichtig für den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer schlechteren Versorgung durch Sauerstoff, kommt es beim ungeborenen Kind möglicherweise zu Entwicklungsverzögerungen und Wachstumsstörungen. Im äussersten Fall ist das Leben des Embryos gefährdet.

Aber auch für die Mutter hat ein dauerhafter Eisenmangel während der Schwangerschaft Folgen: «So wurden für Hämoglobin-Werte unter 9,0 g/dl ein häufigeres Vorkommen von mütterlichen Infektionen sowie mehr Kaiserschnitte, Bluttransfusionsbedarf und Bedarf nach anämischer Behandlung gefunden», schreibt Dr. med. Gabriela Bencaiova vom  Universitätsspital Zürich in der Zeitschrift Gynäkologie.

Gesunde Ernährung gegen Eisenmangel

Eine ausgewogene Ernährung ist während einer Schwangerschaft essentiell. Dabei sollten werdende Mütter besonders eisenhaltige Nahrungsmittel auf ihren Speiseplan setzen. Dazu zählen vor allem Rindfleisch und Hülsenfrüchte. Auch rotes Gemüse, wie rote Beete oder Paprika, weist viel des wichtigen Nährstoffs auf. Zudem werden in der Schweiz Lebensmittel angeboten, denen Eisen zugesetzt wird, wie z. B. Cornflakes Special K, die etwa 12 mg in 100 mg enthalten. Probieren Sie während der Schwangerschaft Lebensmittel mit einem hohen Eisenanteil in Ihren Speiseplan einzubauen:

 

  • Fleisch und Wurstwaren (z.B. Blutwurst, Schweineleber, Bündnerfleisch, Kalbsleber, Kalbsfleisch Schinken)
  • Fisch und Meeresfrüchte (z.B. Austern, Miesmuscheln, Ölsardinen)
  • Milch und Milchprodukte, Eier (z.B. Parmesan, Magermilchpulver)
  • Getreide, Brot, Backwaren, Teigwaren (z.B. Weizenkleie, Hirseflocken, Weizenkeime, Haferflocken, Knäckebrot)
  • Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte (z.B. Schwarzwurzel, grüne Erbsen, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Krautstiel, Tofu)
  • Früchte, Fruchtsäfte, Nüsse, Dörrobst (z.B. Schwarze Johannisbeeren, Mango, Avocado, Mandeln, Haselnüsse, Datteln)

Eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft ermöglicht dem Baby einen guten Start ins Leben. In unserem Artikel «Feine und gesunde Rezepte in der Schwangerschaft» finden Sie einfache Rezepte zum Nachkochen.

 

Eine eisenreiche Ernährung alleine (30 mg Eisen pro Tag) reicht in vielen Fällen nicht aus, um den tatsächlichen Eisenbedarf zu decken. Denn nur etwa zehn Prozent des durch die Nahrung aufgenommenen Eisens wird tatsächlich vom Körper aufgenommen, die restlichen 90% scheidet der Körper einfach wieder aus.

Behandlung von Eisenmangel in der Schwangerschaft

Wird ein akuter Eisenmangel festgestellt, verschreiben Frauenärzte meist ein spezielles Eisenpräparat. In der Schweiz sind verschiedene Varianten verfügbar. Viele davon enthalten dreiwertige Eisenatome. Sie gelten als besser verträglich. Trotz allem führen diese Tabletten häufig zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie Bauchschmerzen, Verstopfung und Übelkeit. Die Einnahme zusammen mit Vitamin C oder anderer Nahrung kann die Symptome vermindern. In Schweizer Apotheken ist ausserdem ein flüssiges Medikament erhältlich.

Eine weitere Möglichkeit ist ein homöopathisches Präparat, es setzt einen Heilreiz, damit Eisen wieder aufgenommen werden kann, schreibt Beatrice Stutz-Lämmli auf ihrer Webseite homoeopathie-luzern.ch.

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