Gründe für Unfruchtbarkeit: Warum die Schilddrüsenfunktion bei Kinderwunsch wichtig ist

Wer nicht schwanger wird, denkt nicht automatisch an den Hals als mögliche Ursache. Doch eine gesunde Schilddrüsenfunktion ist bei Kinderwunsch unablässig. Ist die Schilddrüse durch Unter- oder Überfunktion durcheinandergekommen, kann dies Auswirkungen auf eine zukünftige Schwangerschaft haben.

Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann hinter unerfülltem Kinderwunsch stecken.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann Grund für unerfüllten Kinderwunsch sein. Foto: Fuse, Thinkstock

Schon jedes Kind weiss, dass Babys im Bauch der Mutter wachsen. Wenn es mit einer Schwangerschaft nicht klappen will, ist es deshalb nicht verwunderlich, wenn die Ursachen zunächst auch dort gesucht werden. Nicht immer sind jedoch die eigentlichen Fortpflanzungsorgane für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich. Manchmal steckt das Problem im Hals und zwar in der Schilddrüse.

Die Schilddrüse ist für viele Stoffwechselvorgänge im Körper verantwortlich. Dies geschieht durch das Schilddrüsenhormon TSH (Thyreoidea Stimulierendes Hormon), das von der Schilddrüse ins Blut abgegeben wird. Steigt der TSH-Wert über eine bestimmte Grenze, bedeutet dies eine Unterfunktion der Schilddrüse. Bei zu niedrigem TSH-Wert kommt es zu einer Überfunktion. Beide Schilddrüsenfunktionsstörungen können eine ganze Reihe von Krankheiten hervorrufen. Die Liste ist lang und reicht von Gewichtsverlust über Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen bis hin zu Rastlosigkeit und Schlafstörungen. Längerfristig kann eine unbehandelte Schilddrüsenfunktionsstörung zu Herzproblemen führen.

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann auch bei Kinderwunsch eine Rolle spielen. Die Schilddrüsenhormone und die Sexualhormone beeinflussen sich gegenseitig. Bei einer Fehlfunktion gerät der ganze hormonelle Haushalt aus dem Gleichgewicht und es kommt meist zu Zyklusstörungen. Dies kann sich beispielsweise darin zeigen, dass die Regelblutung sehr spät kommt oder ganz ausbleibt. Auch ein verkürzter Zyklus kann ein Hinweis auf ein gestörtes hormonelles System sein. Eventuell bleibt der Eisprung aus. Damit wird es schwierig für eine erwünschte Schwangerschaft.

Haben Sie Probleme damit, schwanger zu werden, sollte Ihr Frauenarzt auch die Funktionsfähigkeit Ihrer Schilddrüse sicherstellen. Dabei wird der TSH-Wert im Blut gemessen. In den meisten Fällen, in denen eine gestörte Schilddrüsenfunktion für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, liegt es an zu hohen TSH-Werten und damit an einer Unterfunktion der Schilddrüse. Ihr Arzt wird Ihnen in diesem Fall Schilddrüsenhormone verschreiben, die dabei helfen, das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen. In vielen Fällen kommt es dann zum ersehnten Wunschkind. Allerdings kann es durchaus einige Monate dauern, bis das Zusammenspiel der Hormone wieder richtig funktioniert.

Die männliche Fruchtbarkeit kann ebenfalls von einer Schilddrüsenfunktionsstörung betroffen sein, indem die Über- oder Unterfunktion zu Potenzproblemen führt. Zudem kann das Liebesverlangen stark vermindert sein. Allerdings ist bei Männern selten eine Störung der Schilddrüse der alleinige Grund für Sterilität. Meist steckt noch eine andere Krankheit dahinter.

Gestörte Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft

Nicht nur bei der Empfängnis spielt die Schilddrüsenfunktion eine Rolle. Kommt es während der Schwangerschaft zu Funktionsstörungen, kann dies zum Teil zu einem dramatischen Verlauf mit einem erhöhten Risiko auf Missbildungen des Kindes und Fehl- oder Totgeburten führen. Dies gilt insbesondere bei einer Überfunktion der Schilddrüse. Es handelt sich hierbei um eine Risikoschwangerschaft, die eine engmaschige Überwachung durch den Arzt notwendig macht. Hatten Sie bereits eine Fehlgeburt, sollte Ihr Arzt deshalb unbedingt auch Ihre Schilddrüsenwerte untersuchen, um bei einer weiteren Schwangerschaft eventuellen Risiken vorzubeugen.

Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann den Schwangerschaftsverlauf negativ beeinflussen. Haben Sie schon vor der Schwangerschaft Schilddrüsenhormone eingenommen, so wird Ihnen Ihr Arzt diese weiterhin verschreiben. So wird sichergestellt, dass sich Ihr Embryo gesund entwickeln kann, denn besonders für die Reifung des Gehirns ist ein normaler mütterlicher TSH-Wert wichtig.

Vergessen sollten Sie auch nicht, dass in der Schwangerschaft ein erhöhter Jodbedarf besteht. Jod wird zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt und ist von daher für die Entwicklung Ihres Babys sehr wichtig. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse, aber auch wenn Ihre Schilddrüsenwerte normal sind, sollten Sie darauf achten, dass Sie genügend Jod zu sich nehmen, indem Sie beispielsweise viel Fisch essen oder mit Jod angereichertes Salz verwenden. Dies gilt allerdings nicht für eine Überfunktion der Schilddrüse. Hier sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen, denn ein Zuviel kann Ihrem Baby schaden.

Weiterführende Links

Mehr Informationen finden sich auf den folgenden Websites:

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