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Gugus? Dada! Warum Babys Versteckspiele lieben – und was sie dabei lernen

Wo ist denn nur der Papa hin? Ach, da hinter dem Tuch ist er ja. Was für ein Spass! Die meisten Babys lieben das Gugus-Dada-Spiel und lachen laut auf, wenn Papa hinter dem Tuch wieder auftaucht. Doch das Spiel ist nicht nur lustig – es hilft deinem Baby auch in seiner Entwicklung.

Das Gugus-Dada-Spiel gehört bei vielen Kindern zu den Sachen, die riesigen Spass machen.
Mama, such mich doch! Kleinkinder verstecken sich gern selbst. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Kannst du dich noch an Versteckspiele in deiner Kindheit erinnern? An die Aufregung, ein gutes Versteck zu finden, an die Freude, jemanden zu finden oder selbst nicht gefunden zu werden? Die meisten Kinder lieben Versteckspiele. Und das beginnt in der Regel schon im Babyalter. Das bekannte «Gugus? Dada!»-Spiel ist das erste Versteckspiel, mit dem du dein Baby sicher oft zum Glucksen und Lachen bringen wirst. Doch das ist nicht das Einzige, was dein Baby bei diesem Spiel tut.

Das lernt dein Baby beim Gugus-Dada-Spiel

Ganz am Anfang fehlt deinem Neugeborenen die sogenannte Objektpermanenz: das Wissen, dass Dinge und Menschen weiter existieren, auch wenn es sie gerade weder sieht noch hört [1]. Was aus dem Blickfeld verschwindet, ist für dein Baby zunächst schlicht weg. Es gehört zur Entwicklung eines Babys, dass es diese Vorstellung erst nach und nach aufbaut. Bei der Vorsorgeuntersuchung mit neun Monaten schauen Kinderärztinnen und Kinderärzte deshalb gezielt danach, ob ein Kind einen versteckten Gegenstand sucht und findet – und prüfen es mit zwölf Monaten noch einmal [2]. Ganz gefestigt ist die Objektpermanenz allerdings erst im Lauf des zweiten Lebensjahres [1]. Ist der erste Schritt getan, weiss dein Baby zum Beispiel, dass der Ball unter dem Schrank liegt, wenn es ihn dorthin gerollt hat – und es erinnert sich immer länger daran.

Das funktioniert natürlich nicht nur bei Bällen, die unter den Schrank rollen. Wenn Mama oder Papa kurz aus dem Gesichtsfeld verschwinden, schaut dein grosses Baby dir nach, denn es kann sich nun erinnern, dass du weiter existierst, auch wenn es dich einen Moment nicht sieht. Tauchst du dann wieder dort auf, wo dein Baby dich vermutet, ist dein Kleines begeistert. Und damit hast du sein erstes Versteckspiel mit ihm gespielt. Rufst du zusätzlich noch «Gugus?» und «Dada!», freut es sich mit dem ganzen Körper – wenn es in der richtigen Stimmung ist. Denn wenn dein Säugling gerade müde oder hungrig ist, macht ihm das Versteckspiel wahrscheinlich keinen Spass und im schlimmsten Fall sogar Angst; genau in solchen Momenten fallen Kindern Trennungen besonders schwer [1]. Mit einem knappen Jahr kennst du dein Baby aber so gut, dass es dir nicht schwerfällt, einen guten Moment zu finden, in dem es beim Gugus-Dada-Spiel die Objektpermanenz üben kann. Weitere Anregungen für dieses Alter findest du bei den Babyspielen von 7 bis 12 Monaten.

Das Gugus-Dada-Spiel kann deinem Baby sogar in der Phase der Trennungsangst helfen. Diese beginnt meist mit etwa acht Monaten, ist zwischen 10 und 18 Monaten am stärksten ausgeprägt und lässt bis gegen den zweiten Geburtstag nach [1]. Schliesslich übt dein Kleines beim Spiel genau das: Mama verschwindet kurz, taucht aber ganz sicher wieder auf. Fachliche Ratgeber empfehlen Guck-guck-Spiele in diesem Alter ausdrücklich – damit ein Kind lernt, dass jemand nur ausser Sichtweite ist und nicht für immer fort [1].

Variationen des Gugus-Dada-Spiels

Zunächst geht die Initiative für das Gugus-Dada-Spiel von den Eltern aus. Dabei gibt es verschiedene Variationen, wie du das Spiel gestalten kannst. So kannst du zum Beispiel hinter dem Rücken deines Babys verschwinden und dann kurz darauf wieder auftauchen. Oder du hältst dir ein Tuch vor dein Gesicht und kommst dann mit einem «Dada!» wieder dahinter hervor. Je älter dein Säugling ist, umso länger kannst du dich verstecken. Zum Beispiel kannst du dann auch kurz das Zimmer verlassen.

Eine andere Variante ist es, das Baby zu verstecken. So kannst du ein Tuch vor das Gesicht deines Babys halten und es dann kurz danach wieder auftauchen lassen. Noch lustiger wird es, wenn du dabei ganz erstaunt fragst «Wo ist denn nur der/die...?» und dann freudig ausrufst «Ach da!». So kannst du übrigens auch das An- und Ausziehen spielerischer gestalten. Die meisten Kinder mögen es nicht gern, wenn sie einen Pullover über den Kopf gezogen bekommen. Wenn du daraus ein Versteckspiel machst, kann daraus ein grosser Spass werden.

Im Laufe des zweiten Lebensjahres hat dein Kleinkind dann wahrscheinlich immer mehr Freude daran, mit dem Versteckspiel zu beginnen. Vielleicht legt dein anderthalbjähriges Kind gern die Hände vor seine Augen und wartet darauf, dass du es «suchst». Wenn du dann gefragt hast «Ja, wo ist denn nur...?», nimmt es freudig die Hände von den Augen weg. Mit etwa zwei Jahren verstecken sich viele Kinder gern hinter Möbeln. Spiel jetzt mit, indem du dein Kleines laut kommentierend suchst und es natürlich nicht gleich findest. Und stell dich auf viele Wiederholungen ein! Weitere Ideen, die sich nebenbei in den Alltag einbauen lassen, findest du bei den Spielideen für Kleinkinder.

Wann du die Entwicklung abklären lassen solltest

Ob ein Baby das Gugus-Dada-Spiel liebt oder wenig damit anfangen kann, sagt für sich genommen nichts über seine Entwicklung aus – Kinder sind darin sehr verschieden. Es gibt aber Beobachtungen, bei denen pädiatrie schweiz im Gesundheitsheft ausdrücklich rät, die Kinderärztin oder den Kinderarzt aufzusuchen [3]:

  • Mit 9 Monaten: Dein Kind kommuniziert nicht mit Lauten oder Lächeln, es macht keine Gesten wie «Bravo» oder «Tschüss» mit den Händen, oder es fixiert seine Aufmerksamkeit stark auf einen bestimmten Gegenstand.
  • Mit 12 Monaten: Dein Kind schaut dich bei der Interaktion nicht an, reagiert nicht, wenn du es beim Namen rufst, zeigt nicht mit dem Finger auf etwas, sagt kein einziges Wort oder scheint «in seiner eigenen Welt» zu sein.

Diese Punkte gehören ohnehin zu den Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr. Wird eine Verzögerung früh erkannt, lässt sich ein Kind rechtzeitig in seiner Entwicklung unterstützen [3].

Buchtipp: «Gugus? Dada!» von Claudia de Weck

Ein Pappbilderbuch, in dem es lustige Varianten des beliebten Spieles zu entdecken gibt. Ausgabe auf Schweizerdeutsch, aracari-Verlag, erstmals erschienen im August 2011.

Quellen

  1. MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Trennungsängste und Fremdeln, Stand März 2025. Abgerufen am 9. August 2026. (Internationales medizinisches Nachschlagewerk – für die zeitliche Einordnung von Objektpermanenz und Trennungsangst liegt keine gleichwertige frei zugängliche Schweizer Publikation vor.)
  2. Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie / pädiatrie schweiz: Checklisten für die Vorsorgeuntersuchungen (PDF), 4. Auflage 2011, ergänzt im Januar 2017, Seite 6 (9. und 12. Monat). Abgerufen am 9. August 2026.
  3. pädiatrie schweiz in Zusammenarbeit mit der CSS: Gesundheitsheft (PDF), 22. Auflage, überarbeitete Ausgabe 2025, Kapitel 5 «Entwicklung», Seiten 33–35. Abgerufen am 9. August 2026.

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