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Die ersten Wörter des Babys: Wie Kinder sprechen lernen

Eltern können die ersten Wörter des eigenen Kindes kaum erwarten. Bis Babys aber erstmals sprechen lernen, können Eltern aber schon Vorarbeit leisten und das Interesse des Babys wecken. 

Wenn Babys die ersten Wörter sprechen, ist das ein toller Erfolg.

Mit etwa einem Jahr können Babys die ersten Worte in ihrer Babysprache ausdrücken. Bild: Comeback Images, Getty Images

Sprache lernen: Das Wichtigste in Kürze

  • In den ersten Lebensmonaten können Eltern bereits viel mit dem Kind sprechen. Das Kind lernt Stimmfarbe und Emotion. Mehr Tipps
  • Die meisten Kinder können mit einem Jahr ihre ersten Worte sagen. Mehr zur Entwicklung
  • Im Vorschulalter lernen Menschen Sprachen am besten. Viele Kinder wachsen zweisprachig auf. Für die Entwicklung ist das kein Problem. Mehr dazu
  • Reden Sie mit dem Kind über Gefühle. So lernt es Empathie und kann sich besser ausdrücken. Tipp

Kommunikation beginnt schon bei der Geburt mit dem ersten Schrei des Neugeborenen. Etwas später ist die Sprache ein wichtiges Tool, um sich mitzuteilen. Doch wann sprechen Kinder und wie entwickelt sich die Sprache? Wir haben alle Fakten und verraten, wie Sie bei der Entwicklung sogar helfen können.

Sprachentwicklung durch Sprechen

Die Stimme der Eltern kann in Sache Sprachentwicklung viel für kleine Menschen tun: Sie kann erzählen, singen, reimen und mehr. Sie ist das beste und günstigste Förderprogramm für die Sprachentwicklung. Durch vorgelesene Geschichten wird der Wortschatz bei Ihrem Baby erweitert, die Fantasie angeregt und Wissen vermittelt. Deshalb sollten Eltern gleich zu Beginn mit dem Neugeborenen sprechen. Nur durch das konstante Reden im Alltag unterstützen Eltern den Spracherwerb  und den Wortschatz ihres Kindes.

Tipps zur Förderung der Sprachentwicklung

1 Mit Baby sprechen

Schon als Baby nimmt Ihr Kind wahr, wie viel sie mit ihm kommunizieren. Sprechen Sie möglichst viel mit Ihrem Baby. So lernt es Ihre Stimmfarbe und die Emotionen der Sprache kennen.

2 Sprechen lernen: Nicht überfordern

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind viele Möglichkeiten und Gelegenheiten bekommt, Sprache zu erleben und sich selbst auszudrücken. Wenn Sie Ihr Kind ansprechen, dann passen Sie sich dem Entwicklungsstand des Kindes an. Langsames, wiederholendes Sprechen entspricht dem, was Ihr Baby aufnehmen kann.

Im Kleinkindalter sollten Sie auf Babysprache verzichten. Auch die Wortwahl ist entscheidend, benutzen Sie eine einfache Sprache. Mimik und Gestik sind Teil der Kommunikation. Wenn Ihr Kind noch nicht spricht, aber viel zeigt, ist das seine Art der Mitteilung. Gehen Sie unbedingt darauf ein und ignorieren Sie es nicht. Lobe Sie Ihr Kind, auch wenn es bislang nur brabbelt. So entwickelt Ihr Kind Selbstvertrauen.

3 Ermutigen: Fragen stellen, Selbstgespräche führen lassen

Ermutigen Sie Ihr Kind, beantworten Sie seine Fragen und lassen Sie es Selbstgespräche führen. Ihr Kind versucht sich mitzuteilen und übt auf diese Weise. Die vielen Fragen sind Teil der Kommunikation. Wenn Ihr Kind Fehler macht und Worte noch nicht korrekt aussprechen kann oder die falsche Zeitform benutzt, ist das normal. Wiederholen Sie das, was das Kind sagt, in korrekter Weise aber nicht belehrend. Gehen Sie auf die Reaktionen des Babys ein, folgen Sie seinem Interesse. Wenn es beispielsweise mit einem Kuscheltier «redet», können Sie auch darüber sprechen. So unterstützen Sie Wort für Wort den Spracherwerb Ihres Kindes.

4 Geschichten erzählen und Vorlesen

Sprache erzählt Geschichten, deshalb weckt der Erzählvorgang bei Kindern das Interesse für das Gesprochene. Lesen Sie zusammen ein Buch mit ganz vielen Bildern. Auch wenn das Baby die Geschichte noch nicht verstehen mag, helfen Bildchen und die dazugehörigen Wörter bei der Sprachentwicklung.

Stufen und Phasen der Sprachentwicklung

Das Baby schreit (Lebensjahr)

Die erste Form der Kommunikation ist Schreien. Das Baby äussert so, dass es Hunger hat oder es ihm nicht gut geht.

Lallmonologe (6 Monate – 1 Jahr)

Im Alter von 6 bis 1 Jahr erzeugt das Kind seine ersten Silbenketten, weil es diese auch von Eltern hört. Dies ist die Grundlage für die weitere Sprachentwicklung.

Erste Worte (1 Jahr bis 18 Monate)

Mit einem Jahr entwickeln sich die ersten Worte des Kindes, zum Beispiel Mama oder Papa. Mit der Zeit versteht das Kleinkind den Zusammenhang zwischen Wort und Gegenstand.

Erster Wortschatz (18 Monate-2 Jahre)

Mit 18 Monaten ist das Kind lernt das Kind mit Worten gegenstände zu bezeichnen. Das Kind versucht nun zu fragen, was das Wort für diesen Gegenstand ist und baut sich seinen Wortschatz auf.

Grammatik und Satzstruktur (2. - 3. Lebensjahr)

Mit 2 bis drei Jahren lernst das Kind zu sprechen und macht Fehler. Durch Korrigieren der Eltern lernt es, die Grammatik richtig anzuwenden und kann dann weitgehend richtig sprechen.

Die Zeit des ewigen Warums (3. - 4. Lebensjahr )

Mit drei bis vier Jahren ist der Wissenshunger der Kleinen kaum zu bändigen. Während es ganz viel fragen will, lernt Ihr Kind gleichzeitig, Grammatik und Satzstruktur zu festigen.

Learning by Doing: Sprechen lernen

Das Kind kann mit etwa vier Jahren gut sprechen. Das Lernen geht aber weiter, denn mit dem Nachwuchs zu sprechen ist ein Lebenswerk. In den ersten vier bis sechs Lebensjahren geht es darum, den Grundwortschatz und Satzbildung der Sprache zu vermitteln. Der Sprachschatz des Babys muss nun kontinuierlich erweitert werden. Dies geschieht am besten durch Tun: Was ein Kreuzschlitzschraubenzieher ist, erfährt der Fünfjährige, wenn er mit dem Papa in der Garage werkeln darf. Die Vierjährige lernt bei einem Waldspaziergang, dass der komische Fisch im Wasser eine Kaulquappe ist und aus ihr später ein Frosch wird.

Wie können Kinder zwei Sprachen lernen?

Viele Kinder wachsen in Haushalten auf, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden, weil die Eltern eine andere Muttersprache haben. Diese kann von Beginn an gefördert werden, denn in den ersten Lebensjahren lassen sich Sprachen am besten lernen. Mehrsprachigkeit kann dazu führen, dass das Kind zunächst einen kleineren Wortschatz hat und in einfacheren Sätzen spricht. Das holt Ihr Kind aber schnell wieder auf.

Mit Kindern über Gefühle sprechen

Eltern können bereits früh mit Kindern über ihre Gefühle sprechen. Es bietet sich an, beim ins Bett bringen nachzufragen: Was war heute schön? Was hat dich glücklich gemacht? Warst du heute traurig? Gemeinsame Gespräche verbinden die Familie und vermitteln dem Baby, dass es wichtig ist, miteinander zu sprechen und sich auszutauschen. Ausserdem wird die Kommunikationsfähigkeit und Empathie des Kindes gefördert.