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Die ersten Wörter des Babys: Wie Kinder sprechen lernen

«Mama» oder doch eher «Papa»? Eltern können die ersten Wörter des eigenen Kindes kaum erwarten. Bis Babys aber erstmals sprechen lernen, müssen sich Mama und Papa ganz schön ins Zeug legen.

Wenn Babys die ersten Wörter sprechen, ist das ein toller Erfolg.

Mit etwa einem Jahr können Babys die ersten Worte in ihrer Babysprache ausdrücken. Bild: Comeback Images, Getty Images

Darum geht es im Artikel

  • Neugeborene Babys hören ihren Eltern in den ersten Lebensmonaten sehr gerne zu. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, was gesagt wird, sondern wie es Mama und Papa sagen.
  • Um den Spracherwerb des Kindes zu unterstützen, sollten Eltern viel mit ihrem Baby reden. Wort für Wort unterstützen sie so die Sprachentwicklung.
  • Ab dem ersten Lebensjahr können sich Eltern auf die ersten vollständigen Wörter Ihres Babys freuen. Ein halbes Jahr danach kann das Kind bereits eigene Sätze bilden.

Kaum ist das Baby auf der Welt, kann es seine Mutter am Geruch und an ihrer Stimme und Sprache erkennen. Die Stimme wird seinen Lebensweg unweigerlich begleiten und beeinflussen: In den ersten Wochen und Monaten wird sie vor allem durch sanfte Worte oder Schlaflieder Geborgenheit und Zuneigung vermitteln. Ein paar Monate später wird das Baby hören und verstehen, dass der flauschige Kerl mit dem weichen Fell das «Büsi» ist. Ebenso lernt der kleine Mensch, dass eine Stimme nett und weniger nett klingen kann. Nämlich dann, wenn sämtliche Blumentöpfe in der Wohnung leer gebuddelt sind. Dann wird Mamas Stimme schon mal lauter. Das Kind beginnt so zu lernen, was es darf und was nicht.

Sprachentwicklung durch Sprechen

Die Stimme von Mutter und Vater kann in Sache Sprachentwicklung viel für kleine Menschen tun: Sie kann erzählen, singen, sich komisch verstellen, reimen. Sie ist das beste und günstigste Förderprogramm für die Sprachentwicklung. Durch vorgelesene Geschichten wird der Wortschatz bei Ihrem Baby erweitert, die Fantasie angeregt und Wissen vermittelt. Singen fördert ebenso den Sprach- und Wortschatz, vermittelt erste musikalische Grundlagen, beruhigt und macht dem Kind Spass. Deshalb sollten Eltern gleich zu Beginn mit dem Neugeborenen sprechen. Natürlich versteht das Baby noch keinen Inhalt der Sprache. Es erfährt aber, dass die Eltern Interesse an ihm haben und so Kontakt aufnehmen. Nur durch das konstante Reden im Alltag unterstützen Eltern den Spracherwerb  und den Wortschatz ihres Kindes.

In den ersten vier Monaten kann sich das Baby durch die Sprache des Schreiens oder Gurrens ausdrücken, ab dem 4. Monat kommen erste Vokallaute und Silben dazu. Mit einem halben Jahr brabbelt das Kind vor sich hin, bildet erste Silbenketten wie «bababa». Ab dem zwölften Monat entwickelt sich die sogenannte Babysprache. Das Kind verdoppelt Silben wie Mama und Papa. Ab dem 18. Lebensmonat kann es lernen, die ersten Wörter zuzuordnen: Ball, Auto, Nein. Mit zwei Jahren umfasst der die Sprache eines Kindes etwa 50 Wörter. Im dritten Lebensjahr haben die Eltern viel zu tun und zu hören, denn der Wissensdurst der Kinder ist unersättlich.

Mit dem Kind auch über Gefühle sprechen

Auch wenn das Baby nun sprechen kann, ist die elterliche Aufgabe noch längst nicht erfüllt. Denn mit dem Nachwuchs zu sprechen ist ein Lebenswerk. In den ersten vier bis sechs Lebensjahren geht es darum, den Grundwortschatz und Satzbildung der Sprache zu vermitteln. Der Sprachschatz des Babys muss nun kontinuierlich erweitert werden. Dies geschieht am besten durch Tun: Was ein Kreuzschlitzschraubenzieher ist, erfährt der Fünfjährige, wenn er mit dem Papa in der Garage werkeln darf. Die Vierjährige lernt bei einem Waldspaziergang, dass der komische Fisch im Wasser eine Kaulquappe ist und aus ihr später ein Frosch wird.

Wissensvermittlung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Durch Sprache kann man sich austauschen. Deshalb sollten Eltern früh beginnen, mit ihrem Kind über Gefühle zu sprechen. Es bietet sich an, beim ins Bett bringen nachzufragen: Was war heute schön? Was hat dich glücklich gemacht? Warst du heute traurig? Nicht zu unterschätzen ist die Essenszeit. Meistens ist die Familie hierbei komplett versammelt. Gemeinsame Gespräche verbinden die Familie und vermitteln dem Baby, dass es wichtig ist, miteinander zu sprechen und sich auszutauschen. Ausserdem wird die Kommunikationsfähigkeit und Empathie des Kindes gefördert. Eltern sollten konstant Interesse an ihrem Kind haben und dieses auch zeigen. Dieser gute Draht zahlt sich in der Pubertät aus. Kinder, die über Jahre hinweg grosses Vertrauen zu ihren Eltern aufgebaut haben, werden sich eher bei Problemen an diese wenden als Jugendliche, die es nicht gewohnt sind mit Mama und Papa über Gefühle und Privates zu sprechen.

Die besten Tipps zum Spracherwerb des Kindes

  • Auch wenn es im ersten Moment nicht gerade sinnvoll erscheint, mit einem Neugeborenen zu reden: Sprechen Sie möglichst viel mit Ihrem Baby. So lernt es Ihre Stimmfarbe und die Emotionen der Sprache kennen.
  • Lesen Sie zusammen ein Buch mit ganz vielen Bildern. Auch wenn das Baby die Geschichte noch nicht verstehen mag, helfen Bildchen und die dazugehörigen Wörter bei der Sprachentwicklung.
  • Gehen Sie auf die Reaktionen des Babys ein, folgen Sie seinem Interesse. Wenn es beispielsweise mit einem Kuscheltier «redet», können Sie auch darüber sprechen. So unterstützen Sie Wort für Wort den Spracherwerb Ihres Kindes.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich mit Ihrem Kind. Bilden Sie kurze Sätze, machen Sie dabei Pausen. Kinder hören so die Details der Sprache besser.