Die ersten Wörter des Babys: Wie Kinder sprechen lernen

Im Kindergartenalter können sie nicht mehr damit aufhören und plappern den ganzen Tag. Bis Kinder aber erstmals sprechen lernen, müssen sich Mama und Papa ganz schön ins Zeug legen.

Wenn Babys die ersten Wörter sprechen, ist das ein toller Erfolg.

Mit etwa einem Jahr können Babys die ersten Worte in ihrer Babysprache ausdrücken. Foto: iStock, Thinkstock

Kaum ist das Baby auf der Welt, kann es seine Mutter am Geruch und an ihrer Stimme erkennen. Die Stimme wird seinen Lebensweg unweigerlich begleiten und beeinflussen: In den ersten Wochen und Monaten wird sie vor allem durch sanfte Worte oder Schlaflieder Geborgenheit und Zuneigung vermitteln. Ein paar Monate später wird das Kleinkind erfahren, dass der flauschige Kerl mit dem weichen Fell das «Büsi» ist. Ebenso lernt der kleine Mensch, dass eine Stimme nett und weniger nett klingen kann. Nämlich dann, wenn sämtliche Blumentöpfe in der Wohnung leer gebuddelt sind. Dann wird Mamas Stimme schon mal lauter. Das Kind lernt so, was es darf und was nicht.

Förderung durch Sprechen

Die Stimme von Mutter und Vater kann viel für kleine Menschen tun: Sie kann erzählen, singen, sich komisch verstellen, reimen. Sie ist das beste und günstigste Förderprogramm. Durch vorgelesene Geschichten wird der Sprachschatz erweitert, die Fantasie angeregt und Wissen vermittelt. Singen fördert ebenso den Sprachschatz, vermittelt erste musikalische Grundlagen, beruhigt und macht Spass. Deshalb sollten Eltern gleich zu Beginn mit dem Neugeborenen sprechen. Natürlich versteht das Baby noch keinen Inhalt, es erfährt aber, dass die Eltern Interesse an ihm haben und so Kontakt aufnehmen. Nur durch das konstante Reden im Alltag baut sich der Sprachschatz auf.

In den ersten vier Monaten kann sich das Baby durch Schreien oder Gurren ausdrücken, ab dem 4. Monat kommen erste Vokallaute und Silben dazu. Mit einem halben Jahr brabbelt das Kind vor sich hin, bildet erste Silbenketten wie bababa. Ab dem zwölften Monat entwickelt sich die sogenannte Babysprache. Das Kind verdoppelt Silben wie Mama und Papa. Im 18. Lebensmonat kann es die ersten Wörter zuordnen: Ball, Auto, Nein. Mit zwei Jahren umfasst der Sprachschatz etwa 50 Wörter. Im dritten Lebensjahr haben die Eltern viel zu tun, denn der Wissensdurst der Kinder ist unersättlich: Warum sie ins Bett müssen, warum sie Spülmittel nicht trinken dürfen und warum der Bruder grösser ist.

Über Gefühle sprechen

Auch wenn das Kind nun sprechen kann, ist die elterliche Aufgabe noch längst nicht erfüllt. Denn mit dem Nachwuchs zu sprechen ist ein Lebenswerk. In den ersten vier bis sechs Lebensjahren geht es darum, den Grundwortschatz und Satzbildung zu vermitteln. Der Sprachschatz muss nun kontinuierlich erweitert werden. Dies geschieht am besten durch Tun: Was ein Kreuzschlitzschraubenzieher ist, erfährt der Fünfjährige, wenn er mit dem Papa in der Garage werkeln darf. Die Vierjährige lernt bei einem Waldspaziergang, dass der komische Fisch im Wasser eine Kaulquappe ist und aus ihr später ein Frosch wird.

Wissensvermittlung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Durch Sprache kann man sich austauschen. Deshalb sollten Eltern früh beginnen, mit ihrem Kind über Gefühle zu sprechen. Es bietet sich an, beim ins Bett bringen nachzufragen: Was war heute schön? Was hat dich glücklich gemacht? Warst du heute traurig? Nicht zu unterschätzen ist die Essenzeit. Meistens ist die Familie hierbei komplett versammelt: Der Papa erzählt aus dem Büro, schimpft über den gehässigen Kollegen, die Mama plaudert begeistert über den neuen Kinofilm und der grosse Bruder schwärmt von seinem tollen Tor beim Fussballtraining. Diese Gespräche verbinden die Familie und vermitteln dem kleinsten Mitglied, dass es wichtig ist, sich auszutauschen. Ausserdem wird seine Kommunikationsfähigkeit und Empathie gefördert. Eltern sollten konstant Interesse an ihrem Kind haben und dieses auch zeigen. Dieser gute Draht zahlt sich in der Pubertät aus. Kinder, die über Jahre hinweg grosses Vertrauen zu ihren Eltern aufgebaut haben und sie als Gesprächspartner schätzen, werden sich eher bei Problemen an diese wenden als Jugendliche, die es nicht gewohnt sind mit Mama und Papa über Gefühle und Privates zu sprechen.

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