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Von Babyschwimmen bis Krabbelgruppe: Baby-Kurse im Überblick – und welcher zu euch passt

Babyschwimmen, Babymassage, Krabbelgruppe oder PEKiP – das Angebot an Babykursen ist riesig. Ein Muss ist keiner davon: Kurse sind vor allem eine Gelegenheit, andere Eltern zu treffen, Anregungen für den Alltag mitzunehmen und der Woche etwas Struktur zu geben. Hier findest du eine Übersicht über die beliebtesten Kurse – und darüber, was sie tatsächlich bieten.

Babykurse: von Babyschwimmen bis Krabbelgruppe
Babyschwimmkurs: Im Wasser können sich Babys freier bewegen. Foto: iStock, Thinkstock

Babymassage und Baby-Yoga

In einem Kurs für Babymassage lernst du unter Anleitung Schritt für Schritt, wie du dein Baby am ganzen Körper massieren kannst. Ausserdem wird gezeigt, wie eine Massage bei Koliken und Unwohlsein helfen kann. Und du kommst mit anderen Eltern ins Gespräch.

Der Schweizerische Verband für Babymassage (IAIM Schweiz) nennt als Wirkungen der Babymassage unter anderem: Das Baby entspannt sich besser, die Schlaf- und Entspannungsphasen nehmen zu, es entwickelt Körperbewusstsein und Koordination, und Anspannung, Koliken, Verstopfung oder Unwohlsein beim Zahnen werden gelindert. Für die Eltern steht der ruhige gemeinsame Moment im Vordergrund – und dass sie lernen, das Weinen und die Körpersprache ihres Babys besser zu deuten [1]. Ein Wachstumsschub durch Massage gehört ausdrücklich nicht zu den Punkten, die der Verband aufführt.

Die Babymassage ist meist auch ein Bestandteil von Baby-Yoga. Die Eltern massieren das Baby zu Beginn, anschliessend werden Arme und Beine bewegt. «Yoga kann helfen, den Kontakt zu sich selbst auch in den anstrengenden ersten Monaten mit einem Baby nicht zu verlieren, Körper und Seele zu stärken und Wohlbefinden herzustellen. Die ruhige Form der Körperübungen erlaubt es zudem, schon ganz kleine Babys zu integrieren und so die Übungen einfach in den Alltag einzubauen», beschreibt Marie-Rose von Arx, Kursleiterin für Yoga und diplomierte Krankenschwester aus Bettlach, die Vorteile von Yoga auf ihrer Homepage.

Weitere Informationen und Link-Tipps zu Kursen

  • Mehr zum Thema liest du im Artikel Wellness für die Jüngsten: Babymassage und Baby Yoga
  • Kursangebote zur Babymassage gibt es beim Schweizerischen Verband für Babymassage unter iaim.ch
  • Buch-Tipp: «Babymassage. Praktische Anleitung für Mütter und Väter» von Vimala Schneider McClure
  • Buch-Tipp: «Wohltuende Babymassage» von Petra Hirscher und Thordis Zwartjes

Babyschwimmen

Beim Babyschwimmen geht es, anders als der Name vermuten lässt, nicht ums Schwimmenlernen, sondern um die Gewöhnung des Babys ans Wasser. In den Kursen können die Babys mit Hilfe der Eltern im Wasser strampeln und sich etwas freier bewegen als in ihrer gewohnten Umgebung. Laut Jeannine Egloff, die Babyschwimmen in Baden und Umgebung anbietet, «tragen die sanften Bewegungen im Wasser sowohl zum Wohlbefinden der Kinder bei als auch zur Verbesserung ihrer motorischen Fähigkeiten und Koordination.» Wichtig ist, dass das Wasser warm genug ist, damit sich die Babys wohl fühlen.

Babyschwimmen macht dein Kind nicht wassersicher

Das ist der wichtigste Punkt beim Babyschwimmen – und er geht in vielen Kursbeschreibungen unter: Ein Baby, das ans Wasser gewöhnt ist, ist deswegen nicht sicherer im Wasser. Kleinen Kindern fehlt bis etwa drei Jahre schlicht die Kraft, den Kopf über dem Wasser zu halten; geraten sie unter Wasser, können sie sich nicht selbst retten. Und sie ertrinken lautlos [2].

Ertrinken ist bei Kindern die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache [2]. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU zählt jedes Jahr durchschnittlich zwei ertrunkene Kinder bis 9 Jahre in der Schweiz. Schon wenige Zentimeter Wassertiefe können zur Todesfalle werden, weil Kleinkinder beim Sturz ins Wasser noch nicht automatisch die Luft anhalten und den vergleichsweise schweren Kopf nicht über Wasser halten können – sie ertrinken innert Sekunden [3].

Deshalb gilt im Kurs wie im Schwimmbad, im Planschbecken und am See dasselbe:

  • Kleinkinder gehören in Griffnähe – nicht in Sichtweite, sondern in Reichweite [3].
  • Schwimmhilfen ersetzen die Aufsicht nicht. «Flügeli» und Schwimmtierli können verrutschen, defekt sein oder das Kind in eine gefährliche Lage bringen; sie bieten keine ausreichende Sicherheit [2][3].
  • Ablenkung ist das Hauptrisiko. Handy weg, Gespräch unterbrechen – die Aufsichtsperson bleibt Aufsichtsperson [2].
  • Zugänge zu Teichen, Pools und Planschbecken sichern, auch zu Hause und im Garten [3].

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG empfiehlt die Wassergewöhnung ausdrücklich – möglichst frühzeitig, spielerisch, mit Anleitung und unter Aufsicht [2]. Der Kurs ist also sinnvoll. Er ersetzt nur die Aufsicht nicht.

Babyzeichensprache

Bevor das Kind die ersten Wörter sprechen kann, ist es in vielen Situationen schwierig, das Baby zu verstehen und seine Bedürfnisse zu deuten. Die Babyzeichensprache setzt genau hier an: Sie soll die Verständigung zwischen Eltern und Kind erleichtern, bevor die Kleinen sprechen lernen.

Die Babyzeichensprache hat Elemente aus der deutschen Gebärdensprache vereinfacht, sodass auch Babys die Zeichen leicht nachmachen können. Die Zeichen werden parallel zum gesprochenen Wort verwendet und symbolisieren Gegenstände, Tätigkeiten und Eigenschaften aus dem Alltag. Wie das funktioniert, erklärte Corine Verna, Kursleiterin für Babyzeichensprache, in einem Interview mit der Internetplattform swissmom.ch: «Zum Beispiel läuft beim Spaziergang ein Hund am Kinderwagen vorbei. Das Baby zeigt Interesse an ihm, indem es auf ihn zeigt oder ganz aufgeregt ist. Das ist die Gelegenheit! Die Eltern nehmen sich Zeit, sich mit dem Kind über den Hund zu unterhalten: Schau mal, da läuft ein Hund (+Zeichen). Kleinen Babys genügt es, diesen Satz immer wieder zu hören und das Zeichen wiederholt zu sehen. Bald merkt man, dass es auch etwas über die Farbe, das Stöckchen bringen usw. erzählt haben möchte – und schon kommunizieren wir. Wenn das Baby soweit ist, wird es von selber das Zeichen für Hund zeigen, wenn es einen Hund sieht, an einen denkt oder vom besagten Spaziergang erzählen möchte. Das ist fantastisch, so lernt das Baby Kommunikation und wir erleben seine kleine Welt hautnah mit!»

Wie weit das trägt, schildern die Anbieterinnen selbst am deutlichsten. Bei «Zwergensprache», einer Plattform für Babyzeichensprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz, heisst es, schon Babys ab 6 Monaten könnten so zeigen, dass sie Hunger oder Durst haben, sich weh getan haben oder nach Hause wollen. Und Corine Verna sagt: «Die Babys kommunizieren früher, lernen früher sprechen und entwickeln einen grösseren Wortschatz. Die Verständigung mit ihnen findet deutlich früher statt und entspannt das Familienleben.» Das sind Beschreibungen aus der Kurspraxis der Anbieterinnen – wer sich dafür interessiert, geht am besten unvoreingenommen in eine Schnupperstunde und schaut, ob es zum eigenen Alltag passt.

Buchstart: Bücher kennen lernen

Buchstart ist ein Projekt, das Kleinkinder früh mit Büchern in Kontakt bringt. Getragen wird es von der Stiftung Bibliomedia Schweiz und dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM; in der Schweiz läuft es seit 2008 [4].

Bibliotheken, die am Projekt teilnehmen, bieten die Ausleihe von Bilderbüchern an. Daneben finden regelmässig Buchstart-Veranstaltungen für Familien mit Kindern bis 3 Jahre statt: Gemeinsam mit anderen jungen Familien erlebt ihr Verse, Reime und erste Geschichten – und nehmt Anregungen fürs Vorlesen und Erzählen zu Hause mit [4]. Welche Bibliothek in deiner Nähe wann etwas anbietet, steht in der Agenda auf buchstart.ch.

In der Krabbelgruppe spielen Kinder und Erwachsene gemeinsam.
Eltern-Kind-Treff und Krabbelgruppe: Hier verabreden sich Eltern mit ihren Kindern zum Spielen. Foto: ©iStockphoto.com/Christopher Futcher

Eltern-Kind-Singen

Beim Eltern-Kind-Singen werden gemeinsam Kinderlieder gesungen, dazu kommen Fingerverse, Sprüche, Bewegungsspiele und einfache Tänze. Die Altersgruppen legen die Kursorte selbst fest – manche Angebote richten sich an Eltern mit Kleinkindern ab etwa eineinhalb Jahren, andere nehmen schon Babys auf. Wo es in deiner Region ein Angebot gibt, zeigt der Verein Eltern-Kind-Singen auf seiner Website.

Der Verein begründet das so: «Die Stimme und der Körper sind die ersten Instrumente des Kindes.» In den ersten Lebensjahren entwickle das Kind – wie später nie mehr – seine ganz eigene Musikalität. Und ganz nebenbei: «Junge Eltern finden ausserdem Kontakt zu andern jungen Eltern aus der Nachbarschaft.»

Krabbelgruppe und Eltern-Kind-Treff

In einer Krabbelgruppe oder einem Eltern-Kind-Treff verabreden sich Mütter und Väter mit ihren Babys und Kleinkindern, um miteinander zu spielen und Erfahrungen auszutauschen. Häufig werden die Treffen von Eltern selbst oder von Kirchgemeinden organisiert – entsprechend niederschwellig und günstig sind sie meist. Wenn dein Baby gerade krabbeln lernt, ist das oft der Moment, in dem eine solche Gruppe plötzlich interessant wird.

Weitere Informationen und Link-Tipps zu Kursen

  • Frag beim Eltern- oder Familienverein in deiner Region nach, ob es eine Krabbelgruppe gibt. Auch Kirchgemeinden, Mütter- und Väterberatungsstellen und Gemeindebibliotheken wissen meist Bescheid.
  • Ein Spielgruppenverzeichnis führt die IG Spielgruppen Schweiz unter spielgruppe.ch. Dort sind hauptsächlich Spielgruppen für Kinder ab 2 Jahren aufgelistet.
  • Zu Hause geht auch viel: Babyspiele von 7 bis 12 Monaten brauchen weder Kurs noch Anmeldung.

PEKiP: Das Prager-Eltern-Kind-Programm

Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist ein Kurs für Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr. Im Mittelpunkt stehen Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen. Entwickelt wurde PEKiP 1973 von Christa und Hans Ruppelt. Grundlage sind die Spiel- und Bewegungsanregungen des Prager Psychologen Jaroslav Koch, dessen Forschung am Institut für Mutter und Kind in Prag dem Programm auch seinen Namen gab [5].

In den Kursen werden Entwicklungs- und Erziehungsfragen besprochen, die Eltern tauschen sich untereinander aus, und die Babys erleben in kleinen Gruppen erste Kontakte zu Gleichaltrigen. Eine Besonderheit: Die Babys dürfen im PEKiP unbekleidet sein, damit sie sich frei bewegen können – deshalb gibt es von echten Kursen auch keine Fotos oder Videos.

Zu einer Gruppe gehören 6 bis 8 Erwachsene mit ihren Babys, möglichst im gleichen Alter. Die Treffen finden einmal pro Woche in einem warmen Raum statt und dauern 90 Minuten; einsteigen kann man in der Regel ab der 4. bis 6. Lebenswoche, später ist ebenfalls möglich. Die Gruppe kann während des ganzen ersten Lebensjahres zusammenbleiben [5].

Welcher Kurs passt zu euch?

Es gibt keinen Kurs, den ein Baby braucht. Die ehrlichste Frage ist deshalb nicht «Was fördert mein Kind am meisten?», sondern «Was tut uns beiden gut?». Manche Eltern blühen in der Gruppe auf, andere finden den Termindruck anstrengender als die gewonnene Abwechslung – beides ist völlig in Ordnung. Wenn du merkst, dass die Sorge, etwas zu verpassen, der eigentliche Grund für die Anmeldung ist, lohnt sich ein Schritt zurück. Viele Kursanbieter bieten Schnupperlektionen an – der einfachste Weg herauszufinden, ob es passt.

Quellen

  1. Schweizerischer Verband für Babymassage (IAIM Schweiz): Die Massage – die positiven Effekte. Abgerufen am 7. August 2026.
  2. Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG: Empfehlungen für Familien – sicherer Badespass mit Kindern. Abgerufen am 7. August 2026.
  3. Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU: Kinder und das Wasser – Aufmerksamkeit ist gefragt. Abgerufen am 7. August 2026.
  4. Buchstart Schweiz (Stiftung Bibliomedia Schweiz und SIKJM): Buchstart in der Schweiz. Abgerufen am 7. August 2026.
  5. PEKiP e.V.: Historie und Verein sowie Das ist PEKiP. Abgerufen am 7. August 2026.

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