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Mittagsschlaf: Wichtiges Alltagsritual für Babys und Kleinkinder

Die meisten Babys halten für 60 bis 90 Minuten Mittagsschlaf. Doch wenn aus Babys Kleinkinder werden, verändert sich das Schlafverhalten. Ab 2-3 Lebensjahren können Kinder auch auf den Mittagsschlaf verzichten. Der Mittagsschlaf ist vor allem wichtig für die Entwicklung des Kindes: Die Wahrnehmungsfähigkeit des Babys verfeinert sich, die Motorik verbessert sich, es wird zunehmend aktiver und erforscht seine Umgebung detaillierter.

Tipps rund um den Mittagsschlaf

Der Mittagsschlaf bietet Kindern eine sichere Erholungsinsel in einem Alltag voller neuer Eindrücke. (Bild: romrodinka/iStock, Thinkstock)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zwischen 13 und 15Uhr - gleich nach dem Mittagessen ist die optimale Zeit für Baby's Mittagsschlaf. Bestenfalls führen Eltern den Mittagsschlaf als tägliches Ritual ein, damit sich das Baby daran gewöhnt. 
  • Bis zum Alter von drei Jahren halten mehr als 50 Prozent der Kinder ihren Mittagsschlaf. Die Kinder merken selber, wann sie keinen Mittagsschlaf mehr benötigen. Oft ist dies mit 24-30 Monaten der Fall. So verändert sich der Mittagsschlaf mit dem Alter. 
  • Grundsätzlich sollten Eltern ihr Baby nicht aus dem Mittagsschlaf wecken. Das Kind schläft so lange, wie der Körper es für nötig hält. Der Mittagsschlaf dauert dann je nach Alter 60 bis 120 Minuten. Bei Kleindkindern kann er auch bis zu drei Stunden dauern. 

Kommt das Baby auf die Welt, hat es noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Nur kurze Zeit ist es wach, bevor es dann erschöpft zurück in den Schlaf fällt, um neue Kraft für weitere Eindrücke und Erlebnisse zu tanken. Erst nach und nach kristallisieren sich zwei Schlafpausen im Tagesverlauf heraus.

Wie wichtig ist der Mittagsschlaf für Kinder?

Ein regelmässiger Mittagsschlaf gibt einem Kind Sicherheit. Er wirkt wie eine sichere Erholungsinsel in einem Alltag voller neuer Eindrücke für das Kind. Den Mittagsschlaf zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dauer zu halten ist tatsächlich gut für die Gesundheit. Der Schlaf senkt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Doch kein Mensch funktioniert nach der Uhr. Manchmal ist ein Kind früher, ein anderes Mal später müde. Und hin und wieder war die erste Tageshälfte so eindrucksvoll, dass das Kind so aufgekratzt ist, dass es gar nicht schlafen will.

Mittagsschlaf als Ritual

Eltern können die Mittagsruhe als tägliches Ritual gestalten. Kinder gewöhnen sich daran, wenn sie Mama nach dem Mittagessen ins Bettchen legt und ihnen noch ein kurzes Lied vorsingt, bevor sie ins Land der Träume schweifen. Oft hilft es, auf die gewohnten Müdigkeitsanzeichen zu warten. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind quengelig wird, gähnt, am Finger nuckelt und sich die Augen reibt, können Sie es hinlegen und schlafen lassen. Tipps und Tricks rund um Einschlafrituale gibt es von Sabrine Friedrich

Mittagsschlaf in der Kita

Auch in der Kita brauchen Kleinkinder ihren Mittagsschlaf. Eltern können sich oft nicht vorstellen, dass ihr Kind in einem Raum mit vielen anderen Jungen und Mädchen einschlafen kann. Doch in der Regel klappt das gut, denn die Kinder sind nach einem langen Spielvormittag in der Kita einfach müde.

Wichtig ist, dass die gewohnten Schlafbegleiter mit von der Partie sind: der Nuggi, das Kuscheltier oder das Schmusetuch. Bei der Wahl der Kita sollten Eltern nachfragen, wie die Schlafregeln in der Betreuungsstätte sind. Gehen die Erzieherinnen flexibel auf das individuelle Schlafbedürfnis ein oder gibt es eine fixe Uhrzeit, wo die Kinder schlafen müssen? Wenn bis zu einem gewissen Alter die Kinder grundsätzlich schlafen müssen, gleichgültig ob sie müde sind oder nicht, kann das zu Tränen und Ärger führen.

Soll man Kleinkinder aus dem Mittagsschlaf wecken?

Schreit Ihr Kind sehr lange, wenn Sie es im tiefen Mittagsschlaf wecken? Dann ist es orientierungslos. Besser ist es deshalb, ein Kleinkind möglichst ausschlafen zu lassen. Schläft es aber grundsätzlich so lange, dass es abends nicht in den Schlaf findet, versuchen Sie, es sanft zu wecken. Etwas mehr Lärm und etwas mehr Licht helfen, das Kind aus dem Schlaf zu holen, sobald er nicht mehr ganz so tief schläft.

Es ist jedoch zu beachten, dass es für die Entwicklung eines Tag-Nacht-Rhythmus gut sei, wenn Babys durchaus den Unterschied zwischen einem kurzen Schläfchen am Tag und einem längeren Nachtschlaf spüren.

Wie viele Stunden sollten zwischen Mittagsschlaf und abends liegen?

Damit das Kind am Abend gut einschlafen kann, sollten zwischen Mittagsschlaf und Schlafenszeit am Abend mindestens vier Stunden liegen. Nähert sich der erste Geburtstag, ist das Kind am Vormittag wahrscheinlich immer weniger müde. Dann mag es zur bislang gewohnten Mittagsschlafzeit einfach nicht mehr schlafen. Auf dieses veränderte Schlafbedürfnis gilt es, flexibel zu reagieren und die Ruhepause gegebenenfalls zu verschieben. 

Wie lang sollte der Mittagsschlaf gehen?

Grundsätzlich lässt sich nicht pauschal sagen, wie lange ein Mittagsschlaf bei Babys dauern muss oder soll. Schwankungen sind folglich auch bei diesen Angaben möglich:  

Mit einem halben Jahr schlafen Babys noch drei bis vier Stunden über den Tag verteilt. Danach reduziert sich die Schlafenszeit. Mit zwei Jahren brauchen Kinder noch ein bis zwei Stunden Schlaf zur Mittagszeit. Mit drei Jahren reichen 30 bis 60 Minuten Schlafenszeit aus. 

Wie lange brauchen Kinder einen Mittagsschlaf?

Ab spätesten vier Jahren ist Mittagsschlaf grundsätzlich nicht mehr nötig. Es steht ihrem Kind aber natürlich frei, über Mittag ein Nickerchen zu machen. 

Wann sollte man den Mittagsschlaf bei Kindern weglassen?

Der Genuss des Mittagsschlafs klingt oft schon im Alter von zwei bis drei Jahren aus. Dann haben die meisten Kinder immer weniger Lust auf den Mittagsschlaf. Sie sind zum gewohnten Zeitpunkt einfach nicht müde. Nach und nach verschiebt sich der Mittagsschlaf immer mehr nach hinten.

Sobald Ihr Kind abends Schwierigkeiten bekommt, einzuschlafen, weil der Mittagsschlaf noch nicht lange her ist, ist es sinnvoll, ihn ganz abzuschaffen. Das erfordert anfangs einige Nerven, denn ein müdes Kind am Spätnachmittag wachzuhalten bedeutet auch, sein Gequengel geduldig ertragen zu müssen. Dafür kann es nun abends etwas früher ins Bett gehen. Jetzt reicht der Nachtschlaf aus, um Kraft für einen ganzen Tag zu sammeln.

Pause statt Mittagsschlaf

Hält das Kind keinen Mittagsschlaf mehr, ist es sinnvoll, mit ihm eine ruhige Pause zu vereinbaren. In dieser Zeit kann das Kind ein ruhiges Spiel in seinem Zimmer machen, ein Hörspiel hören, Bilderbücher anschauen oder malen. Dies wird dem Sprössling gut tun.

«Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie nach dem Mittag eine halbe Stunde Ruhe brauchen und es sich in dieser Zeit in seinem Zimmer aufhält», rät die Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern. «Wenn Sie die Pause regelmässig durchführen, entwickelt sich daraus eine selbstverständliche Gewohnheit.» Ein Küchenwecker helfe, dem Kind zu erklären, wann die halbe Stunde vorüber geht.