Milch abpumpen: So klappt es

Beim ersten Mal denken Sie vielleicht noch, Sie sind an eine Melkmaschine angeschlossen. Beim zweiten Mal können Sie sicher schon darüber lachen. Eine Milchpumpe an die Brüste anzulegen, ist vielleicht etwas seltsam, aber ungemein nützlich. Denn durch das Milch abpumpen verschaffen sich Mütter mehr Unabhängigkeit und Ihr Baby muss nicht auf wertvolle Muttermilch verzichten.

Mit einer Milchpumpe können Sie Milch abpumpen.

Eine elektrische Milchpumpe erleichtert das Abpumpen der Milch. Foto: Medela

Es gibt viele Gründe Milch abzupumpen. Manche frühgeborenen Kinder sind noch nicht in der Lage an der Brust zu saugen. Deshalb müssen ihre Mütter Milch abpumpen. Andere Frauen nutzen die Milchpumpe, um wieder in ihren Beruf einzusteigen. Auch bei Brustschmerzen oder Milchstau kann das Milch abpumpen helfen. Für manche bietet die Milchpumpe die Chance, Zeit gemeinsam mit dem Partner zu haben, während ein Babysitter oder die Grosseltern das Baby hüten.

Wählen Sie eine gute Milchpumpe

Auf dem Markt haben Sie die Auswahl zwischen elektrischen Milchpumpen und Handpumpen. Sollten Sie die Milchpumpe nur ab und an benötigen, genügt eine Handpumpe. Wollen Sie dagegen regelmässig Milch abpumpen, erleichtert eine elektrische Handpumpe das Prozedere. Eine Doppelpumpe, die an beiden Brüsten gleichzeitig abpumpt, verkürzt die Abpumpzeit und kann helfen, den Milchfluss zu steigern oder aufrechtzuerhalten.

Sie müssen übrigens keine teure Milchpumpe kaufen. In vielen Apotheken, Spitälern, bei Hebammen oder Stillberaterinnen können Sie diese mieten. Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Stillberaterin, wenn Sie Fragen zum Kauf oder zur Miete einer Milchpumpe haben. Fragen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nach, ob Sie sich am Kauf oder der Miete einer Brustpumpe beteiligt.

Achten Sie bei der Auswahl der Pumpe auf die Pumpfrequenz und die Saugstärke (das Vakuum), die veränderbar sein sollten. Dr. Chantal Schlatter, Pharmazeutin, empfiehlt in ihrem Buch «Stillen neu entdeckt» elektrische Milchpumpen mit einer Pumpfrequenz von 40 bis 60 Zyklen pro Minute und einer Saugstärke zwischen 80 bis 240 mmHg. Ein Baby schafft etwa 60 Saugzyklen in der Minute und hat dabei eine Saugstärke von 50 bis 240 mmHg.

Milch abpumpen: So funktioniert es

Das brauchen Sie:

  • Eine Milchpumpe
  • Flaschen oder Milchbeutel zum Aufbewahren der Milch
  • Eventuell Transporttaschen
  • Stoffwindeln, um Ihre Kleidung zu schützen

 

So geht es:

Für das Abpumpen der Milch müssen Sie etwa zehn bis 15 Minuten pro Brust einplanen. Wenn Sie beidseitig abpumpen, brauchen Sie nur die Hälfte der Zeit. Hinzu kommen noch einige Minuten, um die Milchpumpe zu reinigen. Dr. Chantal Schlatter empfiehlt so oft abzupumpen wie Sie Ihr Kind normalerweise stillen, mindestens aber alle drei bis vier Stunden. Am besten pumpen Sie ungefähr zu den Zeiten ab, in denen Ihr Baby sonst gestillt wird. Wenn Sie die Milch nur für einen Abend abpumpen wollen, genügt es, am Vortag ein- bis zweimal und am Tag selbst ein- bis zweimal abzupumpen, am besten eine Stunde nach einer Stillmahlzeit, damit genügend Milch nachgebildet werden kann.

Beim ersten Mal wird das Milch abpumpen vielleicht noch nicht so gut klappen. Übung macht den Meister. Um die Trinkmenge auszurechnen, hilft folgende Faustregel: Man geht davon aus, dass ein Baby rund ein Sechstel seines Körpergewichts pro Tag trinken sollte. Sie können Ihr Baby auch an verschiedenen Tagen vor und nach dem Stillen wiegen, um zu sehen, wie viel es durchschnittlich pro Stillmahlzeit zu sich nimmt. Für den grossen Hunger sollten Sie immer eine extra Portion da haben.

Medela, Anbieter von Milchpumpen, hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abpumpen zusammengestellt: www.medela.ch

 

So fördern Sie den Milchflussreflex während des Abpumpens

Wenn Sie Ihre Muttermilch abpumpen, kann es sein, dass nur wenig Milch fliesst. Ein Grund dafür ist der fehlende Milchflussreflex. Er wird durch die Stimulation der Brustwarzen ausgelöst, ist aber auch psychologisch antrainiert. Dr. Chantal Schlatter erklärt, wie Sie den Milchflussreflex fördern können: «Manchen Frauen reicht es, an das Baby zu denken. Andere Frauen nehmen ein Foto zu Hilfe. Auch das Erfühlen oder der Geruch eines der Kleidungsstücke oder eine Aufnahme von der Stimme des Babys können helfen.» Zusätzlich würden warme Kompressen vor dem Milch abpumpen oder eine Massage vor und während des Abpumpens den Milchflussreflex fördern.

Abgepumpte Milch aufbewahren

Die abgepumpte Milch sollte sofort in den Kühlschrank. Dort ist sie gemäss Angaben des Milchpumpenhersteller Medela etwa drei bis fünf Tage bei vier Grad Celsius haltbar. Milch kann auch eingefroren werden. Im Eisfach des Kühlschranks hält sie sich etwa drei Monate, in der Tiefkühltruhe etwa sechs Monate. Ist die Milch aufgetaut, sollte sie nicht wieder eingefroren werden.

Die Milch können Sie in einem Flaschenwärmer oder im Wasserbad auf 37 Grad Celsius erwärmen. Achtung: Lassen Sie die Milch nicht aufkochen und stellen Sie diese nicht in die Mikrowelle. Sonst werden wichtige Inhaltsstoffe zerstört.

Manche Babys tun sich schwer den Schoppen zu akzeptieren, besonders vom Mami, da sie von ihr ja die Brust bekommen. Vielleicht können es der Papi oder die Grosseltern versuchen.

HiPP

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