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Beikost einführen: Wann es Zeit ist für Brei und wie du richtig fütterst

Irgendwann, wenn dein Baby zwischen vier und sechs Monate alt ist, ist es so weit: Du kannst mit der Beikost starten. Wann genau, ist von Kind zu Kind verschieden, und dein Baby zeigt dir ziemlich deutlich, wann es bereit ist. Gib dir und deinem Kind vor allem Zeit, denn Babys müssen das Essen erst lernen. Mit diesen Tipps klappt es, die Beikost einzuführen.

Kleinkind mit breiverschmiertem Mund und Löffel
Babys müssen das Essen erst lernen – und Schmieren und Kleckern ist ein wichtiger Teil davon. Bild: GettyImages Plus, YsaL

Dem Baby Brei füttern: Das Wichtigste in Kürze

Der erste Brei – ein grosser Moment für dich und dein Kind. Von nun an ergänzt du die Milchmahlzeiten nach und nach mit Brei und ersetzt mit der Zeit einzelne davon. Stillen kannst du daneben weiter, so lange du und dein Kind das möchtet.[3]

Beikost ab wann: Der richtige Zeitpunkt

Mit der Beikost beginnst du frühestens zu Beginn des fünften und spätestens zu Beginn des siebten Lebensmonats. Anders gesagt: frühestens, wenn dein Baby vier Monate alt ist, und spätestens mit einem halben Jahr. Ab vier Monaten sind Verdauung und Nieren so weit gereift, dass dein Baby abwechslungsreichere Nahrung verträgt.[3] Wann genau der Beikoststart passt, hängt von deinem Kind ab, denn jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus. Ab einem halben Jahr reichen Muttermilch oder Säuglingsmilch allein nicht mehr aus, um den wachsenden Bedarf an Energie und Nährstoffen zu decken.[1]

Du kannst dein Baby auch die vollen sechs Monate ausschliesslich stillen. Spätestens ab dem siebten Monat braucht es den Brei dann wirklich: Sein Eisenbedarf ist inzwischen gewachsen, und praktisch der ganze Bedarf an Eisen muss nun über die Beikost gedeckt werden.[2]

Dein Baby ist bereit für Brei, …

… wenn es sich für dein Essen interessiert und dir gespannt beim Essen zuschaut.

… wenn es selbst Dinge in den Mund nimmt.

… wenn es den Mund öffnet, sobald du ihm den Löffel hinhältst.

… wenn es den Brei schluckt, ohne zu husten oder zu würgen.

… wenn es mit etwas Unterstützung aufrecht sitzen und den Kopf selbst halten kann.[3]

Schiebt dein Baby den Brei immer wieder mit der Zunge hinaus, dreht es den Kopf weg oder will es nicht schlucken, ist es vielleicht noch nicht so weit. Dann lass es gut sein und versuch es in ein bis zwei Wochen noch einmal.[3]

Braucht dein Baby für den ersten Brei schon Zähne?

Nein. Um Brei zu essen, braucht dein Baby keine Zähne. Der Brei ist so fein, dass es ihn mit Zunge und Gaumen zerdrücken und schlucken kann. Meist beginnt die Beikost ohnehin, bevor sich der erste Zahn zeigt: Erst ab dem siebten Monat entwickeln sich die Kaufähigkeiten allmählich, unter anderem weil dann die ersten Zähne durchbrechen.[3] Wann das geschieht, ist von Kind zu Kind sehr verschieden. Warte mit dem ersten Brei deshalb nicht auf den ersten Zahn.

Ist der erste Milchzahn da, putzt du ihn mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta.[1] Woran du merkst, dass dein Baby zahnt, und was bei Schmerzen hilft, liest du im Artikel zum Zahnen beim Baby.

Brei einführen: Die richtige Reihenfolge

Am besten startest du mit einem einfachen Gemüsebrei, zum Beispiel aus weich gedämpften und fein pürierten Karotten.[4] Viele Eltern bieten ihn mittags an, wenn genug Zeit und Ruhe da ist. Führe immer nur ein neues Lebensmittel ein und gib es einige Tage lang, bevor das nächste dazukommt. So merkst du rasch, wenn dein Baby etwas nicht verträgt. Salz, Bouillon, Zucker und Honig gehören im ersten Lebensjahr nicht in den Brei.[3]

Nimmt dein Kind die Löffelmahlzeit an, erweiterst du sie mit Kartoffeln, etwas Rapsöl und bald auch Fleisch zum Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Spätestens ab dem siebten Monat sollte dein Baby regelmässig kleine Mengen Fleisch bekommen, damit es genug Eisen erhält.[1] Nach dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei folgen ein Milch-Getreide-Brei, angerührt mit Muttermilch oder der gewohnten Säuglingsmilch, und ein Obst-Getreide-Brei. So ersetzt du von Monat zu Monat eine Milchmahlzeit.[4] Beginnst du erst mit einem halben Jahr, startest du ebenfalls mit Gemüse, baust es aber rascher zu einer vollständigen Mahlzeit mit Kartoffeln und Fleisch aus.[3] Isst eure Familie kein Fleisch, lass die Eisenversorgung deines Babys ärztlich und in einer Ernährungsberatung begleiten.[4]

Wie ein ganzer Tag mit Brei und Milch aussieht, zeigt dir unser Ernährungsplan fürs Baby. Ideen für die einzelnen Breie findest du in unseren Brei-Rezepten. Möchtest du lieber mit Fingerfood statt Brei beginnen, gibst du weiche Stücke frühestens ab dem siebten Monat und erst, wenn dein Baby motorisch so weit ist, sonst kann es sich verschlucken.[3] Ist es mit einem halben Jahr noch nicht so weit, beginnst du trotzdem mit Brei. Alles Wichtige dazu findest du im Artikel zum Baby-led-Weaning.

Gekocht oder roh: So schonst du die Vitamine im Brei

Manche Vitamine, allen voran Vitamin C, vertragen Hitze und Wasser schlecht. Je länger Gemüse sprudelnd kocht, desto mehr davon geht verloren. Dämpfen oder Dünsten in wenig Wasser ist deshalb schonender als Kochen.

Früchte musst du für den Brei nicht kochen. Reife, weiche Früchte eignen sich auch roh, zum Beispiel fein geriebener Apfel oder Birne, zerdrückte Banane oder pürierter Pfirsich. Verträgt dein Baby rohe Früchte schlecht, dünste sie kurz: So werden sie leichter verdaulich.[3] Ein wenig Frucht im Getreidebrei lohnt sich übrigens doppelt. Ihr Vitamin C hilft dem Körper, das Eisen aus dem Getreide besser aufzunehmen.[1]

Löffel und Latz: Die richtige Ausrüstung beim Füttern

Füttere dein Baby am besten mit einem speziellen Babylöffel aus weichem Kunststoff. Er hat die richtige Grösse und wird nicht heiss. Neben dem Löffel brauchst du vor allem ein Lätzchen. Es gibt unzählige Varianten, vom Stofflätzchen mit oder ohne Ärmel bis zum Plastiklatz. Probier aus, was zu deinem Baby passt.

Wie du dein Baby richtig fütterst: 5 Tipps

1 Zeit & Geduld: Dein Baby muss das Essen erst lernen. Plane also genug Zeit ein und lass es ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Am Anfang wird dein Kind wohl noch nicht viel von dem essen, was du ihm anbietest. Das ist kein Problem. Satt werden muss es vom Brei anfangs noch nicht. Es soll lernen und gute Erfahrungen machen.

2 Herausfinden, was deinem Baby zusagt: Nicht nur der Geschmack, auch Konsistenz und Temperatur beeinflussen, wie dein Baby auf ein neues Essen reagiert. Lerne die Vorlieben deines Kindes kennen und lass es Neues ausprobieren. Es gibt übrigens Kinder, die ihren Brei lieber ungewärmt essen.

3 Motivieren und animieren: Sei beim Füttern ganz bei der Sache. Dein Kind merkt, ob du gestresst oder unsicher bist. Zeig ihm deine Freude, mach vor, wie man einen Löffel in den Mund nimmt, oder lass es mit dem Löffel spielen. Den Löffel deines Babys solltest du aber nicht selbst ablecken, sonst gelangen Kariesbakterien aus deinem Mund zu deinem Kind.[5]

4 Zum richtigen Zeitpunkt füttern: Biete den Brei nicht an, wenn dein Baby müde oder schon sehr hungrig ist. Essen ist neu und anstrengend für kleine Kinder. Ist dein Baby müde, verweigert es den Brei eher oder verliert schnell das Interesse. Und wenn es schon grossen Hunger hat, muss es einfach schnell gehen, dann ist die gewohnte Milch die bessere Wahl.

5 Positive Verknüpfungen: Dein Kind soll erleben, dass Essen Spass macht. Sorg deshalb für Erfolgserlebnisse. Dein Kind findet es schrecklich, wenn du ihm das Gesicht abwischst? Dann mach das erst nach dem Essen und nicht im Hochstuhl. Sonst verbindet es den unangenehmen Moment mit dem Essen und meidet es lieber. Lass dein Kind auch mit dem Essen spielen, schmieren und klecksen. Auch das sind wichtige und gute Erlebnisse.

Breiflecken entfernen? Easy!

Rüebli, Spinat und Banane sorgen nicht nur für feinen Babybrei, sondern auch für hartnäckige Flecken auf Babykleidern. Mit einem normalen Waschgang bringst du sie oft kaum mehr weg. Unser Geheimtipp ist Sonnenblumenöl: Reib die Flecken vor dem Waschen damit ein. Und wenn das noch nicht reicht, versuch es mit Gallseife.

Wie viel Brei sollte dein Baby essen?

Zu Beginn wird dein Baby noch nicht viel essen, schliesslich muss es das Essen erst lernen. Beim Beikoststart reichen ein paar Löffelchen. Satt wird dein Kind danach wie gewohnt mit Muttermilch oder Säuglingsmilch.[1] Die Portionen werden mit der Zeit grösser. Mal isst dein Kind viel, mal ganz wenig. Das ist normal. Isst dein Baby eine ganze Breiportion und braucht danach keine Milch mehr, hast du eine Milchmahlzeit durch Beikost ersetzt. Einen Schluck Wasser kannst du ihm zum Brei von Anfang an anbieten.[4] Nötig wird zusätzliche Flüssigkeit, sobald dein Baby drei Breimahlzeiten am Tag isst: dann etwa 2 dl pro Tag, am besten frisches Leitungswasser.[1]

Hast du Fragen zur Beikost, oder will es mit dem Brei einfach nicht klappen? Die Mütter- und Väterberatung in deiner Region hilft dir weiter, und zwar kostenlos.[1]

Quellen

  1. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern, 2020. sge-ssn.ch (abgerufen am 24.09.2026)
  2. pädiatrie schweiz, Ernährungskommission: Empfehlungen für die Säuglingsernährung, 2017. paediatrieschweiz.ch (abgerufen am 24.09.2026)
  3. Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE: Merkblatt «Ernährung des Säuglings im ersten Lebensjahr», aktualisiert 2026. sge-ssn.ch (abgerufen am 28.09.2026)
  4. Ostschweizer Kinderspital, Ernährungsberatung: Trinken und Essen im 1. Lebensjahr, 15. überarbeitete Auflage, Januar 2023. oks.ch (abgerufen am 23.09.2026)
  5. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit BIÖG (Deutschland): Hygiene bei der Breinahrung, kindergesundheit-info.de. kindergesundheit-info.de (abgerufen am 28.09.2026)

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