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Räbeliechtli schnitzen: Ideen und Inspiration für den Räbeliechtli-Umzug

Jetzt leuchten wieder die Räbeliechtli um die Wette. Mit dieser kindgerechten Anleitung und vielen wunderbaren Motivvorlagen schnitzen Sie gemeinsam die schönsten Verzierungen.

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10 blendende Ideen zum Räbeliechtli schnitzen mit Kindern

Bild: BYTE RIDER via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Spass kommt vor Schönheit! Die besten Motive sind beim Räbeliechltli schnitzen oft die einfachsten. Zehn Ideen für Kinder und Eltern.

 

Räbeliechtli schnitzen: Die wichtigsten Punkte

Anfang November, wenn es abends schon früh dunkel wird, ziehen die Kinder wieder mit ihren Eltern singend durch die Gassen. Selbstgeschnitzte Räbeliechtli leuchten ihnen den Weg und sorgen für eine besinnliche Stimmung. Wahrscheinlich sind Sie als Kind auch schon mitgelaufen und geben diese Tradition jetzt mit Freude an Ihre Kinder weiter. Dazu gehört auch, sich gemeinsam Muster und Motive auszudenken. Diese müssen nicht schwierig zu schnitzen sein, um im stimmungsvollen Licht zu erstrahlen.

Anleitung zum Räbeliechtli schnitzen mit Kindern

Frische Räben, dazu gewöhnliches Haushaltsmaterial wie Küchenmesser, Löffel, etwas Schnur, Zahnstocher und Teelichter – für das traditionelle Räbeliechtli schnitzen braucht es eigentlich nicht viel. Doch ein scharfes Küchenmesser will man natürlich nicht in kleine Kinderhände geben. Mit diesen Tipps können Ihre Kinder dennoch aktiv mitmachen.

Wie Sie mit Kindern aus frischen Räben tolle Liechtli schnitzen.

Weil Räben unterschiedlich stabil sind, lohnt es sich oft welche auf Vorrat zu schnitzen. Bild: iStock

1 Bevor Sie die Räbe aushöhlen, schnitzen Sie am besten zuerst die gewünschten Motive ein. So haben Sie einen stabilen Untergrund und die Räbenwand kann nicht einbrechen. 
Besonders praktisch sind hierfür beispielsweise klassische Guetzliformen wie Sonne, Mond und Sterne. Diese werden als Schablone von aussen eingedrückt, die Schale der inneren Fläche wird anschliessend mit einem Messer entfernt. Kleine Kinder dürfen dabei Ausstechformen auswählen und anordnen. Beim Aufdrücken sollten Sie aber noch mithelfen.

Tipp: Alternativ eignen sich auch spezielle Linolschnitzmesser zum Räbeliechtli schnitzen. Diese können auch schon kleine Kinder relativ sicher führen und einfach Muster wie Kreuzsterne, Striche oder Linien in die Räbe ritzen. Am besten gelingt es, wenn man das Messer schön flach führt.

3 Anschliessend gilt es mit dem Messer den Deckel der Laterne abzuschneiden. Wo das Räbengrün abgeschnitten ist, sollten Sie etwa ein teelichtgrosses Luftloch ausschneiden. Dann können Sie das Innere der Räbe vorsichtig mit einem Löffel aushöhlen. Wer einen Kugel- oder Melonenstecher hat, nimmt diesen zur Hand. Damit geht es noch etwas leichter. Die Räben sind ausreichend ausgehöhlt, sobald das Licht leicht durchschimmert.

4 Jetzt stechen Sie mit den Zahnstochern jeweils im Deckelrand und am oberen Rand des unteren Laternen-Teils drei Löcher im selben Abstand ein und fädeln drei gleichlange Schnüre (ca. 40 cm lang) hindurch. Unten werden die Schnüre einzeln festgeknotet und oben zu einer Trageschlaufe zusammengebunden.

5 Für kleine Kinder sind LED-Lampen als Leuchtmittel oft besser geeignet, ansonsten verwenden Sie am besten Teelichte. Diese halten besser, wenn sie beim Aushöhlen eine kleine Vertiefung dafür vorsehen.

6 Eingewickelt in einen Plastiksack im Kühlschrank oder draussen auf der Veranda in einem Eimer mit leicht gesalzenem Wasser, hält sich das Räbeliechtli frisch bis zum Umzug. 

Übrigens: Nach dem Umzug kann das Räbeliechtli der Kinder weiter leuchten. Auf der Fensterbank sorgt es mit seinem warmen Lichtschein für gute Atmosphäre. Die Schnüre lassen sich schnell entfernen. Besonders gut belüftet werden die Laternen, wenn der Deckel etwas angehoben wird. Dafür einfach drei Zahnstocher in gleichmässigem Abstand voneinander in die Schnittkanten stecken.

Räbeliechtli-Umzug: Ablauf und Bedeutung

«Räbeliechtli, Räbeliechtli, wo gasch hii? I de tunkle Nacht, ohni Schtärneschii, da mues mis Liechtli sii», singen Kinder in vielen Kantonen, wenn sie mit ihren selbstgeschnitzten Laternen durch die Strassen laufen. Der Räbeliechtli-Umzug ist für viele Kinder das Highlight im November und ein eindrucksvolles Erlebnis für Gross und Klein. 

Wie Sie Kindern den Brauch der Räbeliechtliumzüge erklären

Die Geschichte hinter dem Räbeliechtliumzug kennen viele nicht: Die Kartoffel ist als Grundnahrungsmittel vom Mittagstisch heute kaum mehr wegzudenken. Das war nicht immer so. Im Mittelalter versorgten vor allem Rüben die Menschen mit Energie, Vitaminen und Mineralstoffen. Schon früher schnitzten Frauen und Kinder nach dem Einbringen der Rüben, der letzten Feldfrüchte vor dem Winter, wunderschöne Räbeliechtli. Sie erhellten den Weg, wenn sie ins Dorf zum Ernte-Dankgottesdienst in der Kirche gingen. Aus diesem Brauch sind die heutigen Räbeliechtliumzüge entstanden. In Richterswil am Zürichsee hat das Fest einen besonderen Stellenwert. Jedes Jahr pflanzen die Bauern im Zürcher Unterland rund 25 Tonnen Räben eigens für den Umzug an, den der örtliche Verkehrsverein organisiert. 

Für den Räbeliechtliumzug Liedtexte üben

Schön, wenn die Kleinen beim Räbeliechtliumzug richtig mitsingen können! Wer zu Hause passende Lieder oft anstimmt, sorgt dafür, dass die Kinder die Texte bald in- und auswendig können.

Räbeliechtli, Räbeliechtli, wo gasch hii?

Räbeliechtli, Räbeliechtli,
wo gasch hii?
I de tunkle Nacht,
ohni Schtärneschii,
da mues mis Liechtli sii.

Räbeliechtli, Räbeliechtli,
wo bisch gsii?
Dur d’Strass uuf und s’Gässli ab,
Gäll Liechtli lösch nöd ab.

Räbeliechtli, Räbeliechtli,
wänn gahsch hei?
Wänn de Biiswind blast
und mer s’Liechtli löscht
dann gahn ich wider hei.

So klingt die Melodie des Liedes.

Zum Räbeliechtliumzug mitnehmen

Der Räbelichtliumzug findet im November statt – und der zeichnet sich nicht immer durch klares Wetter aus. Klar, dass ein Regenschutz fürs Kind mit in den Rucksack gehört, wenn es zum Räbelichtliumzug geht. Ein paar Reserve-Kerzenstummel und ein Feuerzeug dürfen ebenfalls nicht fehlen. In der Regel wird vor oder nach dem Räbelichtliumzug Tee ausgeschenkt und ein Weggli verteilt. Wo das nicht der Fall ist, tun ein Brot und eine Flasche gut.

Sinnvoll ist es, dem Kind nach dem Zwiebelschalen-Prinzip mehrere dünne Schichten Kleidung anzuziehen. «Mehrere Kleidungsstücke isolieren besonders gut», so der Verband der Kinder- und Jugendärzte Deutschland. Der Grund: Zwischen den einzelnen Kleidungsstücken entstehen Luftkammern, die sich durch die Körperwärme erwärmen und die Kinder warm halten. Gleichzeit lässt sich schnell eine Schicht ablegen, wenn es doch zu warm wird.