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Räbeliechtli schnitzen

Jetzt leuchten wieder die Räbeliechtli um die Wette. Mit dieser kindgerechten Anleitung und vielen wunderbaren Motivvorlagen basteln Sie gemeinsam die schönsten Laternen für den Umzug mit der ganzen Familie.

Räbeliechtli schnitzen: Anleitung und Inspiration

Das Räbeliechtli schnitzen ist jedes Jahr wieder ein Spass für Gross und Klein. Bild: Clemens v. Vogelsang via Flickr (CC-BY-2.0)

Anfang November, wenn es abends schon früh dunkel wird, ziehen die Kinder wieder mit ihren Eltern singend durch die Gassen. Ein Räbeliechtli-Umzug ist ein Erlebnis für Gross und Klein: Selbstgeschnitzte Räbeliechtli leuchten während dem Umzug den Weg und sorgen für eine besinnliche Stimmung.

Blendende Ideen fürs Räbeliechtli schnitzen

Wahrscheinlich sind Sie als Kind auch schon den ein oder anderen Räbeliechtli-Umzug mitgelaufen und geben die Tradition des Räbenschnitzens jetzt mit Freude an Ihre Kinder weiter. Dazu gehört auch, sich gemeinsam Muster und Motive auszudenken. Diese müssen nicht schwierig zu schnitzen sein, um im stimmungsvollen Licht zu erstrahlen.

Anleitung zum Räbeliechtli schnitzen mit Kindern

Frische Räben, dazu gewöhnliches Haushaltsmaterial wie Küchenmesser, Löffel, etwas Schnur, Zahnstocher und Teelichter – für das traditionelle Basteln der Räbeliechtli braucht es eigentlich nicht viel. Doch ein scharfes Küchenmesser will man beim Räben schnitzen natürlich nicht in kleine Kinderhände geben. Mit diesen Tipps können Ihre Kinder dennoch aktiv beim Basteln mitmachen:

Wie Sie mit Kindern aus frischen Räben tolle Liechtli schnitzen. 

Weil Räben unterschiedlich stabil sind, lohnt es sich oft Räbeliechtli auf Vorrat zu basteln. Bild: iStock

1Bevor Sie die Räbe aushöhlen, schnitzen Sie am besten zuerst die gewünschten Motive ein. So haben Sie einen stabilen Untergrund und die Räbenwand kann nicht einbrechen. Besonders praktisch sind hierfür beispielsweise klassische Guetzliformen wie Sonne, Mond und Sterne. Diese werden als Schablone von aussen eingedrückt, die Schale der inneren Fläche wird anschliessend mit einem Messer entfernt. Kleine Kinder dürfen dabei Ausstechformen auswählen und anordnen. Beim Aufdrücken sollten Sie aber noch mithelfen.

Tipp: Alternativ eignen sich auch spezielle Linolschnitzmesser zum Räbeliechtli basteln. Diese können auch schon kleine Kinder relativ sicher führen und einfach Muster wie Kreuzsterne, Striche oder Linien in die Räbe ritzen. Am besten gelingt es, wenn man das Messer schön flach führt.

2Anschliessend gilt es mit dem Messer den Deckel der Laterne abzuschneiden. Wo das Räbengrün abgeschnitten ist, sollten Sie etwa ein teelichtgrosses Luftloch ausschneiden. Dann können Sie das Innere der Räbe vorsichtig mit einem Löffel aushöhlen. Wer einen Kugel- oder Melonenstecher hat, nimmt diesen zur Hand und arbeitet sich damit vom Deckel zum Boden. Die Räben sind ausreichend ausgehöhlt, sobald das Licht leicht durchschimmert.

3Jetzt stechen Sie mit den Zahnstochern jeweils im Rand des Deckels und am oberen Rand des unteren Laternen-Teils drei Löcher im selben Abstand ein und fädeln drei gleichlange Schnüre (ca. 40 cm lang) durch die Löcher der Zahnstocher. Unten werden die Schnüre einzeln festgeknotet und oben zu einer Trageschlaufe zusammengebunden.

4Für kleine Kinder sind LED-Lampen als Leuchtmittel oft besser geeignet, ansonsten verwenden Sie am besten Teelichte. Diese halten besser, wenn sie beim Aushöhlen eine kleine Vertiefung dafür vorsehen.

5Eingewickelt in einen Plastiksack im Kühlschrank oder draussen auf der Veranda in einem Eimer mit leicht gesalzenem Wasser, hält sich das Räbeliechtli frisch bis zum Umzug. 

Viel Spass!

Wie Sie Kindern den Brauch der Räbeliechtliumzüge erklären

Was viele heute nicht mehr wissen: Im Mittelalter versorgten nicht Kartoffeln, sondern vor allem Rüben die Schweizer Bevölkerung im Winter mit wichtigen Nährstoffen. Nach dem Einbringen der letzten Früchte im Oktober und November, schnitzten Frauen und Kinder zum Erntedankfest Verzierungen in die Räben und stellten eine Kerze hinein. Diese Räbeliechtli beleuchteten den Weg zur Dorfkirche. Und auch wenn uns heute Kartoffeln oder Rüebli oft besser schmecken als Räben, leben sie bis heute alle Jahre wieder im Brauch des Räbeliechtli-Umzugs fort.