Traumreisen für Kinder: Globetrotter mit viel Fantasie

Nicht immer muss man in die Ferne schweifen. Orte, die Erlebnis und Erholung bieten, können ganz nah sein. Petra Pfaller-Eikenkötter, begeisterte Traumreisen-Veranstalterin, erklärt, wie leicht es ist, zu entspannen, ohne sich vom Fleck zu bewegen.

Eine Traumreise entspannt

Auf Traumreise können Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Foto: iStock, Thinkstock

Wer von Traumreisen spricht, denkt meist an weite Reisen in exotische Länder. Sie aber bieten Kindern Reisen an, für die kein teurer Flug nötig ist, die hohen Erlebnis-Charakter haben und vollkommen entspannend wirken.

Ja, Traumreisen, auch Fantasie- oder Märchenreisen genannt, führen in die eigene, einzigartige innere Welt. Im Sitzen oder im Liegen folgen Kinder den kurzen Sätzen einer fiktiven Geschichte, die mit ruhiger, warmer Stimme vorgetragen wird. Viele, manchmal minutenlange Pausen, geben der Fantasie Gelegenheit, die Geschichte nach eigenen Wünschen, Erwartungen und Vorstellungen selbst auszugestalten.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Traumreisen Stress abbauen. Wie schaffen sie es, so entspannend zu wirken?

Traumreisen führen an innere Wohlfühlorte, die unglaubliche Ruhe ausstrahlen. Ruhe entspannt nicht nur, sie gibt auch Energie. «In der Ruhe liegt die Kraft», sagt der Volksmund. Kraft schenken Traumreisen auch deshalb, weil sie subtilen Wünschen Raum bieten, sich wie auf einer Spielwiese auszuleben und gegebenenfalls auch abzuleben. Sie bringen Emotionen ans Licht und bieten Gelegenheit, sich selbst besser kennenzulernen. Verborgene Sehnsüchte, Potenziale und Fähigkeiten werden bewusst. «Pass auf – träum nicht!» heisst es im Alltag immer wieder, doch wahr ist, dass Träumen stark macht.

Brauchen Sie Hilfsmittel, um Kinder auf ihrer Reise zu begleiten?

Grundsätzlich ist für eine Traumreise nur ein ruhiger, ungestörter Raum wichtig. Manche Hilfsmittel aber können nützlich sein. In Schulen benutze ich gerne Klangschalen, sie wirken besonders beruhigend. Leichte, entspannende Klänge schaffen eine angenehme Atmosphäre.

Wie leiten Sie Traumreisen ein?

Traumreisen brauchen keinen langen Vorlauf. Ein paar Mal tief ein-und ausatmen, dann folgt schon die Aufforderung, den Blick nach innen zu wenden. Kinder wissen intuitiv, was damit gemeint ist. Dabei müssen sie die Augen nicht schliessen, sie können auch mit offenen Augen träumen.

Schaffen es Kinder, dabei ruhig zu bleiben?

Ja. Doch lautlos bleiben müssen sie nicht. Kinder sind sehr spontan und das ist konstruktiv! Sie erzählen offen, welche Bilder und Eindrücke sie im Kopfkino auf sich zukommen sehen. «Da ist ein Baum,» sagt ein Kind zum Beispiel, «da will ich hochklettern!» Das greife ich auf und antworte: «Ja, lasst uns auf den Baum klettern. Was haben wir dort für eine Aussicht?» Auf diese Weise bereichern die Kinder den Rahmen der Geschichte, die ich vorgebe. Kinder werden von Traumreisen besonders angesprochen, denn sie beschäftigen sich gerne mit Fantasiebildern oder träumen in den Tag hinein.

Lassen sich auch sehr unruhige Kinder auf Traumreisen ein?

Ja. An meinen Traumreisen haben schon viele Zappelphilippe teilgenommen. Das sind oft Kinder, die zu wenig Bewegungsspielraum haben, deren Alltag durch Schule und organsierte Freizeitgestaltung stark reglementiert ist. Kinder, die weder Zufall noch Langeweile kennen, spüren eine grosse Unruhe in sich. Die Reize der Medien verstärken ihre Nervosität. Diese Kinder brauchen vor der Traumreise eine aktive vorgeschaltete Sequenz, zum Beispiel ein kurzes, spontanes und einstimmendes Rollenspiel, um erst mal runter zu kommen.

Welche Traumreise mögen Sie besonders?

Gerne führe ich die Kinder in ihrer Fantasie auf Wiesen zum kraftvollen Baum, mit Wolken über weite Landschaften, an einen See zu Naturwesen und Märchengestalten oder auch über einen Pfad den Berg hinauf zu einem weisen Mann, der ihnen Antwort auf wichtige Fragen bieten kann. Nachlesen können Sie die Geschichte hier. Mit Sätzen wie «Gib acht, wie der Weise auf deine Frage reagiert. Vielleicht antwortet er mit einer Bewegung oder mit seinem Gesichtsausdruck, vielleicht spricht er aber auch oder zeigt dir etwas» werden die Kinder angeregt, sich selbst der Antwort ihrer Frage zu nähern und sich von einer geistigen Instanz, für die sie offen sind. anleiten zu lassen. So entdecken sie ihre eigene, innere Stärke, finden Mut und Selbstvertrauen.

Können auch Eltern ihr Kind auf eine Traumreise führen?

Ja, unbedingt. Das kann ich nur empfehlen! Traumreisen müssen nicht wie andere Entspannungstechniken erlernt werden. Eltern können es sich einfach an einem ruhigen Ort mit ihrem Kind bequem machen. Dabei ist jeder Zeitpunkt gut, an dem das Kind offen für eine solche Reise ist. Dann gilt es, das Kind dort abzuholen, wo es gedanklich ist und wo es innerlich steht. Kinder, die sich fürs Weltall interessieren, können durch die Atmosphäre zu den Sternen fliegen. Kinder, die gerne reiten, besuchen ein Pony auf einer Wiese. «Lass uns mal auf eine Wolke klettern! Machst Du mit?» so kann ein Einleitungssatz für eine Traumreise lauten.

Das heisst, man braucht für eine Traumreise keine vorgefertigte Geschichte, die abgelesen wird?

Traumreisen erlauben, der Fantasie einfach freien Lauf zu lassen. Klar, dass Eltern dabei die Vorstellungen des Kindes nicht korrigieren und als Reiseführer aufmerksam mitspielen. Traumreisen sind Spielwiesen, Proberäume und Schatzkammern, in denen alles interessant und beachtenswert ist!

Auf welchem Weg findet die Rückreise statt?

Behutsam! Hilfreich ist die Aufforderung sich zu strecken und durchzuatmen. Länger als 30 Minuten sollte die Reise nicht sein. Sie fordert hohe Aufmerksamkeit. Schön, wenn das Kind später noch Gelegenheit hat, das Erlebte in einem Bild zu Papier zu bringen. Beim Malen werden die gewonnenen Eindrücke prägend verinnerlicht und strahlen auf Dauer Geborgenheit, Kraft und Freude an der eigenen Kreativität aus.

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Petra Pfaller-EikenkötterPetra Pfaller-Eikenkötter, Referentin für Bildung, Kultur und Frauenförderung, ist leidenschaftliche Anbieterin von Traum- und Klangreisen. In Deutschland und zuletzt in der Schweiz hat die sechsfache Mutter über viele Jahre hinweg hunderte Kinder in Kindergärten, Vorschulen und Grundschulen auf Reisen geschickt. Erst vor kurzem ist sie in die fränkische Schweiz gezogen, wo sie nun mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt. Ihre künftige Homepage: www.klangaktiv.com

 

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