Gesundheit > Therapien & HilfeLong Covid bei Kindern: Wenn Kinder nach der Corona-Infektion weiter leiden Fatima Di Pane Wenn du die Corona-Infektionszahlen anschaust, siehst du: Kinder und Jugendliche waren zeitweise besonders häufig betroffen. Viele Kinder haben eine Covid-Erkrankung zwar mild oder sogar ohne deutliche Symptome. Trotzdem können nach der akuten Infektion anhaltende Beschwerden auftreten – häufig als Long Covid oder Post-Covid-Syndrom bezeichnet. Diese Symptome können den Alltag und die Lebensqualität stark einschränken: Schule, Freizeit, Sport und Freundschaften werden plötzlich zur Herausforderung. Gleichzeitig ist es für Eltern oft belastend, wenn «eigentlich alles vorbei sein sollte», das eigene Kind aber nicht mehr richtig auf die Beine kommt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Keine Energie für Schule, Freunde oder zum Spielen: Ein häufiges Symptom von Long Covid bei Kindern ist Erschöpfung. Bild: Getty Images, StockPlanet Long Covid bei Kindern: Das Wichtigste in Kürze Begriffe werden unterschiedlich verwendet: Häufig meint «Long Covid» Beschwerden ab 4 Wochen, «Post-Covid-19-Zustand» wird international (WHO) eher ab 3 Monaten definiert. Wichtig ist vor allem, dass du anhaltende Beschwerden ernst nimmst und Verlaufskontrollen vereinbarst. Mehr zu Definitionen. Long Covid kann auch Kinder treffen. Häufige Beschwerden sind Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Belastungsintoleranz (wenn es nach Anstrengung deutlich schlechter wird). So kann es sich zeigen. Wenn Symptome länger als 4 Wochen anhalten oder Schule und Alltag klar beeinträchtigen: Lass dein Kind kinderärztlich abklären. Dabei werden auch andere Ursachen (z.B. Eisenmangel, Schilddrüse, Schlafprobleme, psychische Belastung) geprüft. So läuft die Abklärung häufig ab. Es gibt meist keine «eine» Therapie, die alles sofort löst. Bewährt sind Symptommanagement, ein gut dosierter Alltag (Pacing), Unterstützung in der Schule und – je nach Beschwerden – Physio-/Atemtherapie, Schmerz- oder Schlafbehandlung sowie bei Bedarf Reha. Mehr zur Unterstützung. Seit Beginn der Pandemie ist klar: Covid-19 kann nicht nur akut belasten, sondern bei einem Teil der Betroffenen auch längerfristige Folgen hinterlassen. Für Eltern ist dabei besonders schwierig, dass Long Covid nicht immer «sichtbar» ist. Ein Kind kann nach aussen gesund wirken – und trotzdem innerlich mit Erschöpfung, Kopf- oder Bauchschmerzen, «Brain Fog» oder Kreislaufproblemen kämpfen. Gleichzeitig gilt: Anhaltende Beschwerden sind abklärungsbedürftig, aber sie bedeuten nicht automatisch, dass eine gefährliche Komplikation vorliegt. Wichtig ist ein ruhiger, strukturierter Weg: ernst nehmen, systematisch abklären, gezielt unterstützen. Wenig Schutz für Kinder – grosses Risiko für Long Covid? Lange hiess es, dass Kinder nur selten schwer an Covid-19 erkranken. Das stimmt in vielen Fällen für die Akutphase – aber es sagt wenig darüber aus, wie es Wochen oder Monate später geht. Long Covid kann sich auch nach milden oder anfangs unbemerkten Infektionen entwickeln. Viele Eltern verunsichert das – besonders, wenn im Schul- oder Betreuungsalltag Infektionen gehäuft auftreten und Familien das Gefühl haben, kaum Einfluss zu haben. Klar ist: Wenn ein Kind anhaltende Beschwerden hat, verdient es Aufmerksamkeit, eine gute Abklärung und Unterstützung – unabhängig davon, wie «mild» die Infektion anfangs war. Diese Gruppierungen fordern mehr Schutz für Kinder Die Arbeitsgruppe Kinder schützen – jetzt! fordert Kantone und Bund zum Handeln auf: Bis zur Zulassung eines Impfstoffes für alle schulpflichtigen Kinder oder solange nötig sollen endlich schweizweit und flächendeckend präventive, wissenschaftsbasierte Massnahmen angeordnet und durchgesetzt werden, so der Appell der parteiunabhängigen Arbeitsgruppe. Mit ihren Forderungen steht die Arbeitsgruppe nicht alleine da. Unter dem Namen #ProtectTheKids hat sich eine weitere Interessensgruppe formiert, die sich für den mehr Schutz von Kindern in Schulen und Betreuungseinrichtungen stark macht. Unter anderem mit einer Petition. Long Covid bei Kindern – Begriffe und Definitionen Long Covid vs. Post-Covid: Warum die Begriffe verwirren können Im Alltag werden mehrere Begriffe gemischt. Häufig liest du «Long Covid», wenn Beschwerden länger als 4 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion bestehen. International verwendet die WHO für den «Post-Covid-19-Zustand» eine Definition, die in der Regel erst ab etwa 3 Monaten nach der Infektion ansetzt (und über mindestens 2 Monate anhält), wobei die Symptome nicht besser durch eine andere Diagnose erklärt werden sollen. In der Schweiz wird im Gesundheitskontext ebenfalls vom «Post-Covid-19-Zustand» bzw. von anhaltenden Beschwerden nach Covid-19 gesprochen. Für dich als Elternteil ist vor allem wichtig: Warte nicht «bis es streng nach Definition passt». Wenn dein Kind über Wochen deutlich eingeschränkt ist (z.B. in der Schule oder beim Spielen), ist eine Abklärung sinnvoll – unabhängig davon, ob man es Long Covid oder Post-Covid nennt. Laut BAG und gesund.bund.de wird empfohlen, bei länger anhaltenden Beschwerden strukturiert vorzugehen und andere Ursachen mit zu bedenken. Definition: Was ist Long Covid? Von Long Covid spricht man, wenn nach einer SARS-CoV-2-Infektion anhaltende Folgesymptome auftreten. Betroffene haben sich Wochen bis Monate nach einer Erkrankung noch immer nicht erholt und haben teilweise Mühe, ihrem gewohnten Alltag nachzukommen: Sie erleben durch die Symptome Einschränkungen im Schul-, Arbeits- und Familienalltag. Die Infektion ist zwar überstanden, das Virus lässt sich in der Regel nicht mehr nachweisen, doch Beschwerden können weiterbestehen und schwanken. Das kann auch Kinder und Jugendliche betreffen. Durch Post Covid werden Lebensqualität und Perspektiven von vielen jungen Menschen massiv eingeschränkt. Edith Leibundgut, Mitglied der Arbeitsgruppe Kinder schützen – jetzt! Symptome: Wie erkennt man Long Covid bei Kindern? Long Covid kann sehr unterschiedlich sein. Laut BAG und gesund.bund.de gehören bei Kindern und Jugendlichen unter anderem folgende Beschwerden zu den häufig berichteten: übermässige Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) kognitive Störungen wie Konzentrationsschwierigkeiten («Brain Fog») Kopfschmerzen Schlafstörungen Atembeschwerden (z.B. Husten, Kurzatmigkeit) Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen Geruchs- und Geschmacksstörungen Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Herzklopfen Typisch ist, dass Symptome schwanken können: Ein paar gute Tage – dann wieder ein deutlicher Einbruch. Für viele Familien ist genau diese Unvorhersehbarkeit besonders belastend. Belastungsintoleranz (PEM): Wenn es nach Anstrengung deutlich schlechter wird Ein zentraler Punkt, der im Alltag oft zu wenig beachtet wird, ist Belastungsintoleranz. Manche Kinder erleben nach körperlicher oder mentaler Anstrengung (Sport, Schultag, Tests, lange Bildschirmzeit, Geburtstagsfeier) eine zeitverzögerte Verschlechterung: mehr Erschöpfung, Kopfweh, «Watte im Kopf», Schlafprobleme oder Kreislaufbeschwerden. Dieses Muster wird häufig als «Post-Exertional Malaise (PEM)» beschrieben. Praktisch heisst das: «Zähne zusammenbeissen» und «jetzt erst recht trainieren» kann bei einigen Betroffenen nach hinten losgehen. Stattdessen hilft oft ein dosierter Alltag: Aktivitäten kleiner portionieren, Pausen fix einplanen, Überlastung früh erkennen und rechtzeitig stoppen («Pacing»). Das ist nicht Faulheit – sondern ein sinnvoller Umgang mit begrenzter Energie. Kopfschmerzen als Symptom von Long-Covid bei Kindern? Edith Leibundgut, Mitglied der Arbeitsgruppe Kinder schützen – jetzt!, weiss: Auch bei Kindern äussert sich Long Covid vor allem in anhaltender Erschöpfung, Störungen von Konzentration, Gedächtnis und Aufmerksamkeit sowie wiederkehrendem Fieber und Schüttelfrost. Ein weiteres Symptom sind häufige Kopfschmerzen. «Es können zudem Atemnot, Husten, Brustschmerzen, Gelenks- und Muskelschmerzen, Ausschläge, Herzklopfen, Schlafstörungen und weitere Symptome auftreten», so Leibundgut. Andauernde Lungenbeschwerden, welche viele Erwachsene Long Covid- Betroffene erleben, seien bei Kindern jedoch eher selten. Abklärung: wann und wie? Wann du mit deinem Kind zur Kinderärzt:in solltest Eine gute Faustregel: Wenn Beschwerden länger als 4 Wochen nach einer Covid-Infektion anhalten und dein Kind im Alltag spürbar einschränken (Schule, Schlaf, Stimmung, Sport, Freunde), lohnt sich eine kinderärztliche Abklärung. Auch wenn du die Infektion nur vermutest (z.B. aufgrund eines Ausbruchs in der Klasse), ist es sinnvoll, die Symptome ernst zu nehmen. Sofortige medizinische Abklärung ist wichtig bei Alarmzeichen wie deutlicher Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht, anhaltend hohem Fieber, bläulichen Lippen, starken neurologischen Ausfällen (z.B. Lähmungen, Krampfanfälle), oder wenn dein Kind insgesamt schwer krank wirkt. Was bei der Abklärung typischerweise geklärt wird Long Covid ist eine Ausschlussdiagnose: Das bedeutet, Ärzt:innen prüfen auch andere, häufigere Ursachen, die ähnliche Beschwerden machen können. Je nach Symptombild gehören dazu zum Beispiel: Blutbild und Eisenstatus (Eisenmangel/Anämie kann Müdigkeit, Kopfweh und Konzentrationsprobleme verstärken) Schilddrüsenfunktion (bei Verdacht auf hormonelle Ursachen) Entzündungszeichen oder Hinweise auf Infekte Schlafmangel/Schlafstörungen (auch durch verschobenen Rhythmus, Stress oder Schnarchen) psychische Belastungen (Angst, depressive Symptome, Schulstress, soziale Isolation) Bewegungsmangel oder umgekehrt zu schnelle Rückkehr zu Sport/Training Medikamente und Nahrungsergänzungen (was wird eingenommen, was könnte Nebenwirkungen machen?) Hilfreich für den Termin: Notiere 1–2 Wochen lang, wann welche Symptome auftreten, was dein Kind an dem Tag gemacht hat (Schule, Sport, Bildschirmzeit), wie der Schlaf war und ob es nach Belastung schlechter wurde. Das macht Muster wie Belastungsintoleranz oft erst sichtbar. Behandlung und Unterstützung: was wirklich hilft Realistische Erwartungen: Symptommanagement statt «Wunderheilung» Bis heute gibt es keine einzelne Behandlung, die Long Covid bei allen Kindern «heilt». Es steht deshalb ein symptomorientierter Ansatz im Vordergrund – mit dem Ziel, Überlastung zu vermeiden, Beschwerden zu lindern und Schritt für Schritt wieder mehr Teilhabe zu ermöglichen. Bausteine, die sich in der Praxis bewähren können Alltag dosieren (Pacing): Energie einteilen, Pausen vor (!) Erschöpfung setzen, anstrengende Tage und ruhigere Tage abwechseln. Besonders wichtig, wenn Belastungsintoleranz im Spiel ist. Schule anpassen: Kürzere Tage, Pausenraum, reduzierte Hausaufgaben, mehr Zeit für Prüfungen, etappenweise Rückkehr. Wenn nötig, kann ein Nachteilsausgleich geprüft werden. Ein gemeinsames Gespräch mit Klassenlehrer:in und Schulleitung entlastet oft alle. Schlaf stärken: Regelmässige Zubettgehzeit, morgens Licht und Bewegung, abends Bildschirmzeit reduzieren. Schlaf ist keine «Nebensache», sondern oft der wichtigste Verstärker oder Entlastungsfaktor. Bewegung individuell und vorsichtig: Nicht nach Plan «durchziehen», sondern an Symptomen orientiert. Bei Belastungsintoleranz: lieber sehr kleine Schritte, mit Erholungstagen und ohne Druck. Physio-/Atemtherapie oder Ergotherapie: Je nach Beschwerden können gezielte Übungen, Atemtechnik, Körperwahrnehmung und alltagsnahe Strategien helfen. Wichtig ist eine Anpassung an die Tagesform. Schmerz- und Kopfschmerzmanagement: Auslöser (zu wenig trinken, zu wenig Schlaf, Stress) mitbeobachten. Medikamentöse Optionen besprichst du am besten individuell mit der Kinderärzt:in. Psychische Gesundheit: ernst nehmen, ohne alles «psychisch» zu erklären Viele Kinder sind nicht nur körperlich erschöpft, sondern auch emotional belastet: Sie vermissen Sport, Freund:innen, Leistungsgefühl – und sie spüren die Sorge der Erwachsenen. Angst, Traurigkeit, Reizbarkeit oder Rückzug können Folge der Erkrankung sein oder sie verstärken. Das ist kein Zeichen von «Einbildung», sondern ein häufiger Teil des Gesamtbilds. Wenn du merkst, dass dein Kind stark leidet (z.B. anhaltend gedrückte Stimmung, Panik, Schlaflosigkeit, Schulangst): Sprich früh mit der Kinderärzt:in oder Hausärzt:in über Unterstützung. Manchmal helfen kurze psychologische Interventionen, ein Coaching für die Schule oder Familiengespräche, um Druck rauszunehmen und wieder Sicherheit aufzubauen. Schweizer Versorgung: so kann der Weg aussehen In der Regel beginnt die Betreuung bei der Kinderärzt:in. Je nach Symptomen kann sie gezielt weiter überweisen, z.B. an Spezialsprechstunden (je nach Kanton/Spital unterschiedlich organisiert), an Physio-/Ergotherapie, Kinderkardiologie oder Pneumologie oder – bei ausgeprägter Einschränkung – an eine Kinder- und Jugendreha. Wenn du das Gefühl hast, «wir drehen uns im Kreis», darfst du aktiv nach einem koordinierten Vorgehen fragen: Wer führt, wer misst den Verlauf, was sind die nächsten Schritte? Erst wenige Studien zu Long Covid bei Kindern Auch wenn die Datenlage in den letzten Jahren besser geworden ist, gilt weiterhin: Long Covid bei Kindern ist komplex, und Forschung sowie Versorgung entwickeln sich laufend weiter. Nicht alle Studien verwenden dieselben Definitionen (4 Wochen, 12 Wochen, 3 Monate), und Symptome werden unterschiedlich erfasst. Das macht Häufigkeitsangaben schwierig. Wichtig für dich: Lass dich nicht von einzelnen Prozentzahlen verunsichern. Entscheidend ist, wie es deinem Kind geht – und ob es im Alltag wieder Tritt fasst. Statistik: So viele Kinder erkranken an Long Covid Wie erwähnt, ist nicht klar, wie viele Kinder nach der Infektion ein Long Covid Syndrom entwickeln. Laut Edith Leibundgut rechnen Schweizer Experten damit, dass drei Prozent der erkrankten Kinder und Jugendliche Long-Covid entwickeln werden. «Von etwa 1,2 Millionen Kindern und Jugendlichen in der Schweiz könnten also bis zu 36'000 Kinder und Jugendliche an Long Covid erkranken», sagt Leibundgut. Es könnten bis zu 36'000 Kinder und Jugendliche an Long Covid erkranken. Edith Leibundgut, Mitglied der Arbeitsgruppe Kinder schützen – jetzt! Forscher in England gehen jedoch von anderen Zahlen aus: Die Statistik zeigt dort, dass rund sieben Prozent der erkrankten Kinder unter Long Covid litten. Kanadische Studien gehen von sechs Prozent aus. Ob drei oder sieben Prozent – für Leibundgut und ihre Kollegen ist klar: Ohne konsequente Schutzmassnahmen werden in der Schweiz viele Kinder und Jugendliche langfristig an Symptomen leiden. Eine Durchseuchung, wie sie aktuell an Schulen und in Betreuungseinrichtungen geschehe, müsse deshalb unbedingt verhindert werden. «Durch Post Covid werden Lebensqualität und Perspektiven von vielen jungen Menschen massiv eingeschränkt – das können wir nicht zulassen!» Long Covid bei Kindern unter 12 weniger verbreitet? Nach ersten Erkenntnissen geht man zurzeit davon aus, dass Kinder und Jugendliche über zehn Jahren ein höheres Risiko zu haben scheinen an Long Covid zu erkranken. Jüngere Kinder, also Kinder unter zehn Jahren, waren weniger betroffen – oder aber die Beschwerden wurden nicht erkannt oder vom Kind ausgedrückt. PIMS und Long Covid haben nichts miteinander zu tun Oft wird Long-Covid im selben Atemzug wie PIMS genannt oder sogar mit PIMS verwechselt. Aber: «Long Covid und PIMS sind zwei unterschiedliche Erkrankungen», erklärt Leibundgut. «PIMS ist eine akute und schwerwiegende Entzündungsreaktion des Körpers, welche einen Spitalaufenthalt notwendig macht.» Vor allem in der zweiten Corona-Welle stellten die Kinder-Intensivstationen in der Schweiz eine Zunahme an PIMS-Fällen fest. Symptome von PIMS beinhalten: hohes Fieber Bauchschmerzen Erbrechen Durchfall Hautausschläge Im Gegensatz zu PIMS sind die Symptome von Long-Covid milder und erfordern meist keine sofortige medizinische Hilfe. Mehr zu PIMS liest du hier. Impfung und Prävention Was über Impfungen und das Risiko für Post-Covid bekannt ist Laut BAG gibt es Hinweise, dass eine Impfung das Risiko verringern kann, nach einer Infektion länger anhaltende Beschwerden zu entwickeln. Gleichzeitig ist es wichtig, realistisch zu bleiben: Eine Impfung ist keine Garantie, dass Long Covid nicht auftritt, und sie ist nicht als «Therapie» für bereits bestehende Long-Covid-Beschwerden gedacht. Welche Impfung für dein Kind aktuell empfohlen ist (Alter, Risiko, Zeitpunkt), klärst du am besten im Gespräch mit der Kinderärzt:in. Corona und Long Covid: Mehr Schutz für Kinder gefordert Die Covid-Massnahmen an Schulen, Kindergärten und Kitas sind umstritten. Einigen gehen die Schutzmassnahmen zu weit und meinen, dass Kinder unter Massnahmen, wie eine Maske zu tragen, leiden würden. Andere wünschen sich strengere Regeln. Argumente, dass eine Maskenpflicht Kindern schaden würde, wurden mittlerweile widerlegt. Masken seien aber nicht die einzige Option, Kinder vor einer Corona Infektion und somit auch vor Long Covid zu schützen. FAQ: Häufige Fragen von Eltern Wie lange dauert Long Covid bei Kindern? Das ist individuell sehr unterschiedlich. Laut BAG und gesund.bund.de können Beschwerden Wochen bis Monate anhalten und sich in Wellen bewegen (mal besser, mal schlechter). Viele Kinder erholen sich schrittweise, bei einem Teil dauert es länger. Hilfreich ist eine Verlaufskontrolle: Was wird besser, was bleibt gleich, was verschlechtert sich – und welche Unterstützung braucht es jetzt? Darf mein Kind Sport machen? Das hängt stark von den Symptomen ab. Wenn dein Kind nach Belastung deutlich schlechter wird (Belastungsintoleranz/PEM), ist ein zu schneller Einstieg oft kontraproduktiv. Dann ist ein sehr vorsichtiger, schrittweiser Aufbau sinnvoll – am besten mit kinderärztlicher Begleitung und einem Plan, der Pausen und Rückschritte mitdenkt. Wenn dein Kind keine Belastungsintoleranz zeigt, kann sanfte Bewegung trotzdem helfen, wieder Vertrauen in den Körper zu bekommen – ohne Leistungsdruck. Was kann ich als Elternteil konkret heute tun? Schaffe Entlastung: weniger Termine, mehr Erholung, klare Tagesstruktur. Beobachte Muster: Wird es nach Schule, Sport oder Stress schlechter? Sprich mit der Schule früh über Anpassungen, statt «durchzuhalten». Hol dir Unterstützung: Kinderärzt:in ist die erste Anlaufstelle, du musst das nicht alleine tragen.