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Gesunde Ernährung für Kinder: Tipps für den Alltag

Obst und Gemüse sind gesund! Klar, das weiss inzwischen jeder. Wie Sie Ihre Kinder dazu bekommen Tomatensalat und Kressebrot zu essen, erfahren Sie hier in praktischen Tipps für den Alltag.

Gesunde Ernährung für Kinder

Gerade für Kinder ist eine gesunde Ernährung wichtig! Foto: iStock, Thinkstock

Viele Eltern vermitteln die Grundlagen einer gesunden Ernährung bereits ihren Kindergartenkindern. Doch zwischen Theorie und Praxis liegt ein weiter Weg. Dieses Wissen im Alltag umzusetzen, ist sehr schwierig, denn sogar wir Erwachsenen fühlen uns von Chips, Schokolade und Gummibärchen mehr angezogen als von Grünkohl, Erbsen und Co. Wie sollen dann erst Kinder für eine gesunde Ernährung motiviert werden?

Der erste Schritt in Richtung gesunder Ernährung ist, bereits Kleinkinder an den Geschmack von Obst und Gemüse zu gewöhnen. Das Warenangebot für Kleinkinderernährung ist riesig: Kinderguetzli für die ersten Kauversuche, Babybrei im Glas mit Heidelbeergeschmack oder Getreidebrei mit Schokoladengeschmack. Eltern sollten auf eine gesunde Mischkost achten. Zu schnell gewöhnt sich das Kind an den süssen Geschmack und lehnt fortan alles Andere ab. Es verpasst die Erfahrung, dass auch weniger süsse Nahrungsmittel sehr gut schmecken können. Als mögliche Alternativen für die Geschmacksvielfalt bieten sich Gläschen mit Karotten- oder Kartoffelbrei an. Natürlich kann Babybrei auch selbst zubereitet werden. Tipps und Anregungen dazu, finden Sie in speziellen Kochbüchern (siehe Infokasten).

Auch das Trinkverhalten spielt eine wesentliche Rolle, spezielle Kinderdrinks sollen besonders gut für den Nachwuchs sein. Viele dieser Getränke sind gesüsst und deshalb nicht unbedingt zu empfehlen. Gesünder und preiswerter sind Früchtetees oder Schorlen.

Was ist gesunde Ernährung?

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt empfiehlt:

Ein guter Start in den Tag beginnt mit einem gesunden Frühstück! Geeignet sind Milch, reiner ungesüsster Fruchtsaft, Haferflocken mit Milch und frischen Früchten oder Vollkornbrot.

Obst und Gemüse sollten möglichst zu jeder Mahlzeit gegessen werden, d.h. fünf Portionen am Tag sind ideal.

Milchprodukte gehören täglich ein- bis zweimal auf den Speiseplan, also Milch, Joghurt nature, Quark, Kefir, Hartkäse oder Kräuterquark.

Gesundes Obst ist wichtig für Kinder.

Kinder essen Äpfel gern, wenn sie in kleine Stücke geschnitten sind.

Sobald Ihr Kind sitzen kann, sollte es in einem Hochstuhl sitzend, an den Mahlzeiten teilnehmen. Diese sollten regelmässig zusammen eingenommen werden. Schalten Sie dazu Radio und Fernseher aus. So erlebt das Kind Mahlzeiten als Familienzeit. Mama, Papa und Kinder treffen sich am Tisch, essen gemeinsam und tauschen sich aus.

Sie als Eltern haben den grössten Einfluss auf Ihr Kind. Wenn Sie Gemüse nicht mögen, Ihnen Vollkornbrot zu schwer im Magen liegt, nur Erdbeermarmelade essen können, weil alle anderen Sorten «irgendwie komisch» schmecken, wird sich Ihr Kind zwangsläufig an dieses Ernährungsverhalten gewöhnen. Und wird selbst mit «suchen» beginnen, was ihm nicht schmeckt und was es nicht essen «kann».

Tipp für knallharte Gemüseverweigerer

Tricksen Sie Ihr Kind aus. Pürieren Sie das Gemüse und setzen ihm dieses als Suppe vor (Viele Varianten wie Kartoffeln, Tomaten, Zucchini und Rüebli sind möglich).

Abwechslung auf dem Tisch

Bringen Sie Abwechslung auf den Tisch. Wenn Ihr Kind mitessen kann, sollte es viele unterschiedliche Gerichte kennenlernen. Vielleicht können Sie jede Woche beim Einkauf zusätzlich zu den Obstklassikern Bananen, Äpfel und Mandarinen eine neue unbekannte Frucht mit nach Hause nehmen? Ihr Kind wird mit Freuden eine Kaki, Sternfrucht oder Litschis testen.

Kinder haben sehr grosses Interesse am Kochen. Staunend stehen Sie vor dampfenden Töpfen, möchten darin rühren und helfen den Käse auf der Lasagne zu verteilen. Nützen Sie dieses natürliche Interesse aus. Beziehen Sie Ihr Kind in den kompletten «Ernährungsapparat» ein. Je nach Alter und Geschick kann es mithelfen:

  • Tomaten waschen
  • den Toast in den Toaster stecken und danach mit Butter bestreichen
  • Käse reiben
  • die Auflaufform mit Zutaten füllen
  • Eier schälen
  • Pouletschenkel mit Marinade einreiben
  • aus einem Brotteig kleine Semmeli formen
  • Eine kleine Mahlzeit wie Obstsalat für den Nachtisch am Sonntag planen

Gehen Sie mit Ihrem Kind auf den Markt, suchen Sie Obst der Jahreszeit entsprechend aus. Nun kann Ihr Kind in der heimischen Küche werkeln: Bananen schneiden, Äpfel in kleine Stücke schneiden.

Zeit zum Kochen mit Kindern

Wenn Kinder an der Nahrungszubereitung beteiligt sind, möchten sie das Gekochte natürlich auch essen und probieren. Mit Kindern im Alltag zu kochen ist wenig praktikabel, hier muss es schnell gehen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es jetzt nicht helfen kann. Versuchen Sie stattdessen ganz bewusst ein oder zwei Mahlzeiten wöchentlich mit dem Kind zu kochen. Wenn Sie Zeit haben, sind Sie nicht gestresst und können dem Nachwuchs alles in Ruhe erklären. So haben Gross und Klein gemeinsam Spass.

Je nach Möglichkeit ist es wichtig Kindern den Ursprung der Ernährung zu erklären. Wo kommt die Milch her? Wo kommen Eier her? Besuchen Sie einen Bauernhof und lassen Sie die Kinder staunen. Vielleicht haben Sie einen Garten und pflanzen selbst Salat und Tomaten an? Dann können Sie das Kind miteinbeziehen, es darf sähen, giessen und ernten. Wenn Sie über keinen Garten verfügen, kann Ihr Kind trotzdem ähnliche Erfahrungen sammeln:

  • Auf dem Balkon einen Kräutergarten anlegen oder Tomaten in Töpfen wachsen lassen.
  • Kresse auf der Fensterbank wachsen lassen.
  • Im Mai, Juni wächst in vielen Gegenden Holunder. Aus diesem lässt sich feiner Holundersaft herstellen oder die Blüten können ausgebacken werden.
  • Auf der Plantage gemeinsam Erdbeeren pflücken.

Kinder müssen erfahren, dass Obst und Gemüse nicht im Supermarkt wachsen. Schon kleine Erfahrungen wie ein Besuch auf der Erdbeerplantage oder Äpfel pflücken in Opas Garten vermitteln dieses Wissen. Im Handel sind besondere Kinderkochbücher erhältlich. Viele davon sind mit «Lieblingshelden» illustriert. Wie «Pettersson und Findus» oder im «Mauskochbuch». So sind Kinder mit Feuereifer bei der Sache. Denn wenn die Maus den Reissalat kocht und isst, muss dieser ja gut sein.

Buch-Tipps und Internet-Links

  • Kochen mit Pettersson und Findus. Mit den schönsten Rezepten von Pettersson und Findus durchs Jahr.
  • Kochen für Kinder + mit Kindern: Hilf mir es selbst zu tun von Karen Dumler und Heidi Hauser von Wißner
  • Gesunde Ernährung für Kinder, eine Broschüre des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt unter www.gesundheitsfoerderung.ch